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Nachricht vom 20.10.2026
Rheinland-Pfalz
Kita-Sprachtests in Rheinland-Pfalz: Einheitliche Standards für bessere Schulvorbereitung
Rheinland-Pfalz setzt auf ein flächendeckendes Verfahren zur Sprachförderung in Kitas, um Kindern einen optimalen Start in die Schule zu ermöglichen. Mit klaren Standards und einer verpflichtenden Erhebung soll sichergestellt werden, dass Kinder sprachlich fit sind.
Bildungsministerin besucht Kita zur Sprachstandserhebung. Foto: Hannes P. Albert/dpaMainz. Spielerisch und im vertrauten Umfeld der Kindertagesstätten sollen Kinder in Rheinland-Pfalz Deutsch lernen, um gut auf die Schule vorbereitet zu sein. Das neue Verfahren "Sprache im Alltag beobachten" (SiAb) wird bereits in über 100 Kitas erprobt. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig kündigte an, dass die Sprachstandserhebungen einheitlich und verbindlich eingeführt werden sollen.

Die CDU-Politikerin betonte bei einem Besuch in der Evangelischen Maria-Magdalena-Kindertagesstätte in Mainz: "Sprache ist das Tor zur Welt." Ziel sei es, dass alle Kinder von Anfang an in der ersten Klasse mitkommen. Der Sprachstand aller Kinder wird eineinhalb Jahre vor Schulbeginn erhoben, also ab etwa viereinhalb Jahren.

Für die Tests stehen den Kita-Fachkräften 15 Aufgabenkarten zur Verfügung, die alltägliche Situationen wie Rollenspiele oder Bewegungsrätsel beinhalten. Die Beobachtungen werden auf Karten festgehalten und anhand der Gesamtpunktzahl wird entschieden, ob Förderbedarf besteht. Eine Förderung erfolgt, wenn weniger als die Hälfte der Punkte erreicht wird.

Das Verfahren richtet sich an alle Kinder, unabhängig von ihrer Muttersprache. Anja Wildemann von der RPTU Kaiserslautern-Landau, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, unterstrich die Bedeutung der Alltagsnähe für authentische Eindrücke der Fähigkeiten der Kinder. Erste Anregungen zur Förderung finden Fachkräfte auf der Rückseite der Karten.

Bis 2028 sollen bis zu 300 Kitas in die Entwicklung einbezogen sein. Mit der Novellierung des Kita-Gesetzes wird SiAb verpflichtend. Die Landesregierung plant zudem, die Extrastunden für Sprachbeauftragte auf 1.000 Kitas auszuweiten.

Der Landeselternausschuss unterstützt das Vorhaben, warnt jedoch davor, dass SiAb nicht zu einer versteckten Kita-Pflicht führen dürfe. Annegret Neugschwender hebt hervor, dass die individuelle Entwicklung der Kinder berücksichtigt werden müsse. Der Austausch mit Eltern, besonders bei mehrsprachigen Kindern, sei entscheidend.

Der Verband Bildung und Erziehung fordert zusätzliches Personal für die notwendige Förderung nach den Tests. GEW-Landesvorsitzende Christiane Herz kritisiert den bestehenden Fachkräftemangel und warnt vor einer bürokratischen Pflichtübung ohne echten Nutzen. Kathrin Gröning von der GEW weist darauf hin, dass sinkende Kinderzahlen zu Personalüberhängen führen könnten, die den Kitas erhalten bleiben sollten. (dpa/bearbeitet durch Red)
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