WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Pressemitteilung vom 19.10.2026
Region
Waldbegang in Montabaur zeigt Folgen des Tornados und Chancen für natürliche Regeneration
Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Montabaurer Stadtrates haben sich bei einem Waldbegang über die Schäden des Tornados im Stadtwald und die Entwicklung der betroffenen Flächen informiert. Revierförster Steffen Koch erläuterte, welche Rolle Totholz und natürliche Verjüngung bei der weiteren Waldentwicklung spielen.
Beim Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch (Mitte) und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher (hat hier fotografiert) informierten sich die Mitglieder der städtischen Gremien über die aktuelle Situation im Stadtwald, insbesondere nach dem Tornado im August. (Bild: Stadt Montabaur/Melanie Leicher)Montabaur. Gemeinsam mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher besichtigten die Mitglieder der städtischen Gremien die Verwüstungen, die der Tornado im August im Stadtwald hinterlassen hat. An verschiedenen Kalamitätsflächen zeigte Koch, wie unterschiedlich sich die betroffenen Waldbereiche entwickeln und welche natürlichen Prozesse dort in Gang kommen.

Dabei wurde deutlich, dass ein vermeintlich "aufgeräumter" Wald nicht zwangsläufig schneller wieder zu einem stabilen Waldbestand führt. Abgestorbene Bäume und liegendes Totholz können wichtige Funktionen für die natürliche Waldentwicklung übernehmen. Sie bieten Lebensraum für Insekten und andere Organismen, speichern Feuchtigkeit und Nährstoffe und schaffen zusammen mit der natürlichen Verjüngung Voraussetzungen dafür, dass sich der Wald aus eigener Kraft regenerieren kann.

Die Folgen des Tornados werden den Stadtwald noch über viele Jahre beschäftigen. Die Wiederbewaldung der entstandenen Kalamitätsflächen ist kein kurzfristiger Prozess. Die natürliche Entwicklung soll aufmerksam begleitet werden. Wo es aus forstwirtschaftlicher oder ökologischer Sicht sinnvoll und notwendig ist, soll steuernd eingegriffen werden.

Steffen Koch erläuterte, welche Baumarten sich bereits natürlich verjüngen, wie sich die einzelnen Flächen entwickeln und welche Chancen sich aus der Situation für einen klimastabileren Wald ergeben. Für die Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Stadtrates war der Waldbegang damit sowohl eine Bestandsaufnahme der Schäden als auch eine Gelegenheit, die langfristigen Prozesse der Waldentwicklung unmittelbar vor Ort zu verfolgen.

"Der Wald zeigt uns hier sehr eindrucksvoll, dass Natur ihre eigenen Wege findet. Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklung fachlich zu begleiten und dem Wald dort Raum zu geben, wo er sich selbst am besten regenerieren kann", fassen Steffen Koch und Melanie Leicher den Waldbegang zusammen. (PM/Red)
Pressemitteilung vom 19.10.2026 www.ww-kurier.de