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Pressemitteilung vom 14.10.2026
Region
Projekt Verbandsgemeindehaus in Montabaur auf der Zielgeraden
Das neue Verbandsgemeindehaus in Montabaur ist so gut wie fertig; die Verwaltung nimmt ihren Betrieb am 17. November 2026 dort auf. Der Verbandsgemeinderat (VGR) zog in seiner letzten Sitzung im bisherigen Rathaus vorläufig Bilanz über das Projekt.
Der Haupteingang im neuen Verbandsgemeindehaus. Die Türen öffnen sich am 17. November 2026, wenn die Verwaltung ihren Betrieb im neuen Gebäude aufnimmt. (Foto: Christina Weiß/VG Montabaur)Montabaur. Allerdings stehen noch Restarbeiten sowie der Umzug aus und die juristische Nachbereitung beginnt gerade erst. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich bei 45 Mio. Euro liegen und damit 20 Prozent über dem 2018 veranschlagten Budget. Jedoch sind im gleichen Zeitraum die allgemeinen Baukosten in Deutschland um mehr als 60 Prozent gestiegen. Die Bauzeit betrug sechs Jahre, geplant waren ursprünglich drei. Das Ergebnis, also das fertige Gebäude, bezeichnete Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich als Punktladung: "Es ist genau das, was wir brauchen."

Der Zeitplan
In der Planungsphase waren Architekt Ole Flemming und der VGR als Bauherr zunächst von drei Jahren reiner Bauzeit ausgegangen. Am Ende hat es vom Spatenstich im September 2020 bis zur Schlüsselübergabe sechs Jahre gedauert. Innere und äußere Faktoren haben die Verzögerungen bedingt. Internationale und nationale Ereignisse wie die Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Energiekrise und auch die Flutkatastrophe im Ahrtal haben zu erheblichen, teils kurzfristigen Lieferengpässen bei Baumaterial geführt und damit die Arbeitsfähigkeit der Baufirmen beeinträchtigt. Außerdem wurden Material, Energie und Personal deutlich teurer. Zu den inneren Faktoren zählten unter anderem die Schlechtleistung einiger weniger Firmen und ein Feuchteschaden, die sehr viel Zeit gekostet haben. Der Bauzeitenplan geriet aus den Fugen, nachfolgende Gewerke waren nicht mehr an ursprünglich vereinbarte Termine und Fristen gebunden, die Projektleitung musste stets nachsteuern. "Die meisten Firmen haben wirklich gute Arbeit geleistet, aber einige wenige haben uns große Probleme bereitet. Das öffentliche Vergaberecht setzt uns enge Grenzen im Umgang mit schlechten Leistungen. Private Bauherren haben hier ganz andere Spielräume", erklärte Richter-Hopprich im VGR. Die lange Bauzeit sei kein Ruhmesblatt, habe aber unterm Strich kaum zu Mehrkosten geführt.

Die Kosten
Die Kosten für das Gesamtprojekt werden voraussichtlich bei 45 Mio. Euro liegen, die sich zusammensetzen aus 28,5 Mio. Euro reine Baukosten für das Gebäude sowie "Drumherum"-Kosten wie zum Beispiel Grundstückskauf, Honorare für Planer und Bauleitung oder auch Rückstellungen für Zahlungen an die Stadt als Ausgleich für nicht errichtete Parkplätze. Vor Baubeginn 2018 waren Planer und Bauherren von Gesamtkosten von knapp 38 Millionen ausgegangen, dieser Rahmen wurde jetzt um 20 Prozent überschritten. Der allgemeine Baukostenindex (BKI) belegt, dass im gleichen Zeitraum die Baukosten für Nicht-Wohngebäude in Deutschland um 63 Prozent gestiegen sind – begründet vor allem durch die Engpässe und Lieferzeiten bei Baumaterial, durch enorme Preissteigerungen für Energie und durch die Verfügbarkeit von geeigneten Baufirmen. "Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein. Schließlich reden wir bei den Mehrausgaben über Steuergelder, die unsere Bürger und Unternehmen gezahlt haben. Aber angesichts der allgemeinen Kostensteigerung von mehr als 60 Prozent können wir froh sein, dass wir "nur" 20 Prozent über dem ursprünglichen Rahmen liegen“, ordnete der Bürgermeister die Zahlen ein. Er betonte, dass das Projekt ohne Kreditaufnahme aus dem Haushalt finanziert werden konnte. "Und nicht nur das: Wir haben im gleichen Zeitraum große Investitionen in unsere Schulen und Feuerwehren getätigt und viele andere Projekte umgesetzt, die unseren Bürgern zugutekommen – wie das Verbandsgemeindehaus selbst auch." Mit einigen Firmen liegt die Verbandsgemeinde noch im (Recht)Streit über gegenseitige Forderungen, die derzeit juristisch aufgearbeitet werden. Der Streitwert hat ein Gesamtvolumen von 2,3 Millionen Euro; je nach Ergebnis der Auseinandersetzungen könnten die Gesamtkosten bei der Schlussrechnung noch geringer ausfallen.

Das neue Haus
Als Punktladung bezeichnete Bürgermeister Richter-Hopprich das neue Gebäude. Die ersten Planungen liegen zehn Jahre zurück. Damals hatte die Verwaltung eine umfassende Bedarfsanalyse erstellt, die Grundlage für den Architektenwettbewerb war. In der Zwischenzeit wurde die Verwaltung neu strukturiert und es kamen viele neue Aufgaben und entsprechendes Personal hinzu. "Bund und Land reichen immer wieder neue Aufgaben an die Kommunen weiter, die wir dann vor Ort umsetzen und mit Personal besetzen müssen", erklärte der Bürgermeister und nannte als Beispiele die Bereiche Schulen und Kitas, Asyl, Klimaschutz und Energiemanagement, Hochwasservorsorge und Digitalisierung. Trotz aller Veränderungen passt das Gebäude genau zur heutige Verwaltung "und Reserven für neue Aufgaben und neue Mitarbeiter haben wir auch". Im Gebäude gibt es rund 200 Büroarbeitsplätz für 215 Mitarbeiter, von denen viele in Teilzeit arbeiten und sich einen Schreibtisch teilen können. Sollten künftig weitere Stellen hinzukommen, können Archive oder Besprechungsräume als Büros umgenutzt werden. Das ist so einfach möglich, weil alle Räume gleich groß sind. Für Besucher gibt es künftig eine zentrale Anlaufstelle, den Empfang im Foyer. Dort kann jeder sein Anliegen vortragen und wird dann mit dem richtigen Ansprechpartner im Haus zusammengeführt. Bürgerbüro und Standesamt arbeiten weiter mit der Terminbuchung, "aber es wird auch wieder möglich sein, spontan ins Haus zu kommen und sein Anliegen vorzubringen. Man muss dann nur mit Wartezeit rechnen", führt Richter-Hopprich aus. "Für die Bürger, für unsere Ortsgemeinden, für die Stadt Montabaur und für die Verwaltung ist es genau das Haus, das wir brauchen." Er lobte den Rat, der über viele Jahre die Maßnahme eng begleitet hat, viele schwierige Entscheidungen treffen musste, aber sich immer einstimmig oder mit großer Mehrheit hinter das Projekt gestellt hat.





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