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| Nachricht vom 07.10.2026 |
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| Wirtschaft |
1&1 in Montabaur streicht Homeoffice ausgerechnet für Bereich mit Betriebsrat
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| Das Unternehmen 1&1 Telecommunication SE in Montabaur will das Homeoffice abschaffen - zumindest für den Bereich, in dem die Beschäftigten einen Betriebsrat gewählt hatten. Ab 2027 sollen dort die Homeoffice-Tage vollständig entfallen, während mobiles Arbeiten in anderen Konzernteilen erhalten bleibt. |
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Montabaur. Erstmals berichtet darüber hatte das IT-Magazin Golem in der vergangenen Woche. Demnach wurde die Entscheidung von der Unternehmensführung in einem konzernweiten Blogeintrag am 25. September 2026 kurz vor Feierabend bekannt gemacht. Als Begründung hatte die Personalführung offenbar die "unterschiedlichen Vorstellungen zur Ausgestaltung der Arbeitszeiten im Coverday" angeführt. Man sehe sich "dazu veranlasst, den mitbestimmten Betrieb in Montabaur von der Geltung der Ul-Richtlinie zu Coverdays auszuschließen und somit das mobile Arbeiten für den mitbestimmten Betrieb der 1&1 Telecommunication SE am Standort Montabaur für beendet zu erklären."
Auf Anfrage der Kuriere teilt 1&1 mit, dass man "die gesetzlichen Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats vollumfänglich" respektiere und seit Jahren auf einen kooperativen Umgang mit dessen Mitgliedern setze. "Die Rücknahme der bisherigen Homeoffice-Regelung steht im Zusammenhang mit der gesetzlichen Verpflichtung zur Einführung der Arbeitszeiterfassung. Da trotz 2,5 Jahre andauernden Verhandlungen mit dem Betriebsrat keine Einigung über die Ausgestaltung der Zeiterfassung im Homeoffice erzielt werden konnte, war dieser Schritt in unserem mitbestimmten Betriebsbereich erforderlich", erklärt ein Unternehmenssprecher. Um allen betroffenen Mitarbeitenden die Umstellung auf die Präsenzpflicht zu erleichtern, gelte bis zum 31. Dezember 2026 eine Übergangsfrist entsprechend der bisherigen Praxis.
Die Regelung betrifft nach Angaben von 1&1 rund 600 von insgesamt über 1.200 Mitarbeitenden der Unternehmensgruppe am Standort Montabaur. Deutschlandweit hat 1&1 rund 4.600 Beschäftigte.
Kritik von Verdi
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) kritisiert die Vorgänge. "Wer nach gescheiterten Verhandlungen ausgerechnet im Betrieb mit Betriebsrat das Homeoffice abschafft, setzt Beschäftigte und ihre gewählte Interessenvertretung unter Druck. Wer seine Mitbestimmungsrechte wahrnimmt, darf deshalb keine schlechteren Arbeitsbedingungen bekommen. Wir fordern 1&1 dazu auf, das Homeoffice zu erhalten und den Konflikt am Verhandlungstisch zu lösen", erklärt Holger Meuler, zuständiger Gewerkschaftssekretär.
Verdi argumentiert, dass sich Arbeitszeiten auch außerhalb des Büros erfassen lassen. "Auch in anderen Teilen des Konzerns soll eine Arbeitszeiterfassung eingeführt werden. Dort soll mobiles Arbeiten (in Betrieben ohne Betriebsrat) jedoch weiterhin möglich sein", so Verdi in einer Pressemitteilung. Für die Dienstleistungsgewerkschaft stelle sich daher die Frage, warum dies ausgerechnet im mitbestimmten Betrieb in Montabaur anders gehandhabt werden soll. Besonders brisant sei zudem, dass einem Teil der Beschäftigten in Montabaur mobiles Arbeiten im Arbeitsvertrag zugesichert ist. Wie 1&1 mit diesen Vereinbarungen umgehen will, sei bislang unklar.
Verdi weist darauf hin, dass ihren Mitgliedern durch den Rechtsschutz offenstehe, den Klageweg zu beschreiten. Für Streitfragen der Mitbestimmung gebe es mit der Einigungsstelle ein gesetzlich klar geregeltes Verfahren. Verdi fordert die Arbeitgeberseite deshalb auf, den Weg des Drucks auf die Beschäftigten zu verlassen und stattdessen zu konstruktiven Gesprächen mit dem Betriebsrat zurückzukehren. |
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