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Pressemitteilung vom 05.10.2026
Wirtschaft
Wirtschaftsrat fordert in Hachenburg schnellere Verfahren und weniger Bürokratie
Bei einer Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsrates in Hachenburg haben Vertreter aus Politik und Wirtschaft einen deutlichen Abbau bürokratischer Hürden gefordert. Im Mittelpunkt standen langwierige Genehmigungen, bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und die Zukunft der Landkreise im Westerwald.
Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.Hachenburg. Innenminister Achim Schwickert, die Verbandsgemeindebürgermeisterin Gabriele Greis, Landrat Klaus Lütkefedder und Brauerei-Geschäftsführer Jens Greimer diskutierten in der Westerwald-Brauerei über die Zukunft der Region. Die Veranstaltung des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz trug den Titel "Unsere Landkreise am Wendepunkt" und wurde von Sebastian Foethke, Landesvorstand des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz, moderiert.

Schwickert verteidigte die Verwaltungsstruktur des Landes mit 24 Landkreisen und rund 2.200 Ortsgemeinden gegen Kritik des Rechnungshofs. Die kleinteilige Struktur garantiere Bürgernähe und stärke die lokale Verantwortung. Zugleich verwies der Innenminister auf wirtschaftliche Unsicherheit, den demografischen Wandel und tägliche Cyberangriffe. "Wir brauchen einen echten Bürokratieabbau, eine klare Priorisierung statt Überplanung und spürbar mehr finanzielle Eigenverantwortung für unsere Kommunen", sagte Schwickert.

Kritik an langen Genehmigungsverfahren
In der Diskussion wurden die Stärken des Westerwaldes hervorgehoben. Dazu zählten ein robuster, häufig inhabergeführter Mittelstand sowie die Anbindung an Autobahnen und das ICE-Netz. Zugleich forderten die Teilnehmer eine offensivere Standortvermarktung und ein Umdenken in den Verwaltungen.

Kritisiert wurden insbesondere langwierige Genehmigungsprozesse und überzogene Standards bei öffentlichen Bauprojekten. Als Beispiel wurde ein Radwegprojekt genannt, das seit 18 Jahren in der Planung feststeckt. Außerdem wurde eine Reform des Verbandsklagerechts gefordert. Überregionale Bürgerinitiativen sollten wichtige Infrastrukturprojekte nicht blockieren können, so die Kritik an einer sogenannten "Verhinderungskultur".

Für Investitionen etwa in Energie und Fuhrpark benötige der Mittelstand verlässliche politische Rahmenbedingungen und steuerliche Planungssicherheit. Gastgeber Jens Greimer verwies zudem auf die derzeit herausfordernde Lage der Braubranche und betonte die Bedeutung des regionalen Zusammenhalts in Krisenzeiten.

Messbare Fortschritte in den kommenden zwei Jahren
In der Schlussrunde waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass in den kommenden zwei Jahren messbare Fortschritte erzielt werden müssten. Ziel seien lebendige Ortskerne, familienfreundliche Lebensbedingungen, die gezielte Gewinnung von Fachkräften und schnellere, überprüfbare Entscheidungen. Vertrauen in die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung könne nur entstehen, wenn Planungen schneller in konkrete Bauvorhaben umgesetzt würden. PM/Red
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