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| Nachricht vom 05.10.2026 |
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| Über 100 Tiere feierten traditionellen Segnungsgottesdienst im Kloster Marienstatt |
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| Hundebellen, Hufgeklapper und strahlender Sonnenschein: Bei traumhaftem Wetter kamen am Sonntag, 4. Oktober, über 100 Tiere mit ihren stolzen Besitzern im Kloster Marienstatt zusammen. Anlass war die traditionelle Tiersegnung im Gedenken an den heiligen Franz von Assisi, den Schutzpatron der Tiere. |
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Streithausen. Im Mittelpunkt der feierlichen Zusammenkunft am Sonntag, 4. Oktober, stand ein kleiner Gottesdienst, den Abt Ignatius Fritsch abhielt. In friedlicher Atmosphäre erinnerte er an die besondere Verantwortung des Menschen gegenüber der Schöpfung und seinen Weggefährten auf vier Pfoten und Hufen. Sogar die Hunde hatten verstanden, dass sie im Mittelpunkt standen und es besser wäre, mal für einige Zeit ihr Maul zu halten. Schön anzusehen war, dass sie allesamt friedlich gestimmt waren, ihre Artgenossen begrüßten und sich dann spielerisch austobten.
Abt Ignatius sieht Tiere als Freund des Menschen
So konnte der Abt in aller Ruhe den Segnungsgottesdienst abhalten. In seiner Ansprache verband er den Tiersegen mit dem Erntedankfest und dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, der eine besondere Beziehung zu den Tieren pflegte. Der Legende nach soll er ihnen sogar gepredigt haben. Was die Tiere aus der Predigt verstanden haben, bleibt im Ungewissen. Gewiss ist aber, dass sie spürten, in diesem Wortgottesdienst zum Lob der Schöpfung in besonderer Weise gemeint zu sein.
Tiere seien für Menschen immer Begleiter, Helfer und Freund gewesen, darum müsse man ihnen auch dankbar sein, so Abt Ignatius. In seine Gebete und Fürbitten schloss er alle Tiere ein und hielt eine Lesung aus dem Buch Genesis, in dem das Entstehen der Erde und der Lebewesen sowie die Geschichte von Noah und der Arche beschrieben werden.
Für Franz von Assisi waren die Tiere als Geschöpfe Gottes ein Hinweis auf den himmlischen Vater. Deshalb fühlte sich Franz zutiefst mit ihnen verbunden. Auf dieser Grundlage entwickelte sich eine Besonderheit Franziskus: Er nennt alle Geschöpfe seine Schwestern und Brüder. In seiner Vogelpredigt sprach er die Vögel sogar als seine Brüder an.
Mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser endete der kleine Gottesdienst. Abt Ignatius machte sich auf den Weg zu den Tieren und hielt dabei sein Versprechen ein, jedes Tier einzeln zu segnen. Es war lustig anzusehen, wie Hunde, die zuvor noch gebellt hatten, plötzlich erstarrten, als der Abt vor ihnen stand, sie mit Weihwasser bespritzte und anschließend segnete. Wandte er sich wieder ab und ging zum nächsten Hund, löste sich die Schockstarre sehr schnell, und der Schwanz wedelte erneut.
Ein schöner Tag für Mensch und Tier
Für die Besucher wie für ihre geliebten Vierbeiner war die Tiersegnung eine Herzensangelegenheit – ein stimmungsvolles Fest der Gemeinschaft zwischen Menschen, Tieren und Glauben, bei bestem Herbstwetter.
Es waren fast nur Hunde gekommen: Bassets, Dackel, ein Mops, einige Schnauzer, Rhodesian Ridgebacks, weitere Rassen und Promenadenmischungen. Sogar Hunde, die ihre Hinterläufe nicht mehr gebrauchen können, nahmen in ihrem Rollwagen an der Segnung teil. Dass er das schönste Tier besitzt, davon ist ohnehin jeder Tierbesitzer überzeugt.
Für Abt Ignatius ist dieser Gottesdienst mehr als nur eine Pflichtveranstaltung. Er sieht Tiere als Teil der Schöpfung und bringt ihnen aufrichtigen Respekt entgegen. Bei der Segnung nimmt er sich immer genügend Zeit und spricht auch mit den Besitzern, die seine Wertschätzung dankbar entgegennehmen.
Auf dem Vorhof des Klosters konnte man die innige Verbindung zwischen den Besitzern und ihren Tieren fast greifen – man kann auch sagen: die Liebe. Dieses starke Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit, wobei sich dennoch manchmal feststellen lässt, dass Hunde, Katzen und Pferde häufig ihren eigenen Kopf haben und versuchen, mit diesem durch die Wand zu gehen.
Als der Gottesdienst beendet war, blieben noch viele Besucher mit ihren Tieren im Kloster, unterhielten sich mit anderen Teilnehmern und tauschten Erfahrungen aus. Damit war wieder einmal bewiesen, dass Menschen in Gegenwart von Tieren eher miteinander ins Gespräch kommen, auch wenn sie sich zuvor nicht kannten. Daher ist es verständlich, dass Hunde und Pferde im Therapiebereich eingesetzt werden, weil sie geduldig zuhören können. |
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