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| Pressemitteilung vom 02.10.2026 |
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| Region |
| 450 Teilnehmer bei Netzwerkkonferenz zum Thema Trauma in Wirges |
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| Das Kreisjugendamt des Westerwaldkreises hat zur 16. Netzwerkkonferenz ins Bürgerhaus Wirges eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie traumatisierte Kinder und Jugendliche erkannt und wirksam begleitet werden können. |
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Wirges. Unter dem Titel "Trauma verstehen - Kinder und Jugendliche wirksam begleiten" kamen rund 450 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Kinderschutzes und der Kindergesundheit zusammen. Dazu gehörten unter anderem Lehrer, Erzieher, Ärzte, Fachkräfte der Kita- und Schulsozialarbeit sowie Vertreter freier Träger der Jugendhilfe, von Beratungsstellen, Kreisverwaltung, Polizei und Politik.
Landrat Klaus Lütkefedder betonte zur Begrüßung den Wert des fachübergreifenden Austauschs: "Das Spannende an dieser Veranstaltung ist, dass die Teilnehmer aus so unterschiedlichen Bereichen stammen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, in einen Austausch mit vielen interessanten Gesprächen zu gehen und dabei auch einmal andere Ansätze zu erhalten, um innovative Lösungen zu finden."
Netzwerkkoordinatorin Kristin Andree stellte außerdem Rebekka Sturm vor, die das Netzwerk künftig unterstützen wird. Alessandra Dierkes hat seit Sommer dieses Jahres die Leitung des Jugendamtes übernommen.
Traumafolgen bei Kindern und Jugendlichen
Die erste Referentin war Andrea Galitz, Diplom-Pädagogin, Traumapädagogin und trauma-zentrierte Fachberaterin sowie Leiterin des Trauma Institut Westerwald. Sie erläuterte die Entstehung von Traumafolgestörungen und mögliche Anzeichen wie Schlaf- und Essstörungen oder Schmerzen. Bei Kindern können sich diese insbesondere durch Bauchschmerzen zeigen. Manche Symptome klingen nach einiger Zeit von selbst ab. Wenn Betroffene Unterstützung benötigen, können Dritte ihnen Hoffnung und Zuversicht geben.
"Der Mensch hat immer die Chance ein Trauma zu bewältigen - zu jeder Zeit des Lebens. Das ist beruhigend, braucht manchmal aber auch Zeit", sagte Galitz. Traumatisierte Kinder seien nicht immer leicht zu erkennen. Einige zeigten auffälliges oder herausforderndes Verhalten, andere reagierten mit Rückzug oder überangepasstem Verhalten.
Simone Densing, Diplom-Sozialarbeiterin, Traumapädagogin und Schulsozialarbeiterin, sprach anschließend über Traumata im Jugendalter. Anhand der Lebensgeschichte eines Mädchens zeigte sie, wie sich auffälliges Verhalten, Drogenkonsum und ein schwieriges soziales Umfeld entwickeln können. Densing begleitete die Jugendliche während ihrer Schulzeit, ohne sie zu bewerten, und vermittelte ihr Verlässlichkeit. Die Jugendliche konnte die Schule trotz ihrer Schwierigkeiten mit einem Abschluss beenden.
Bei der abschließenden Fragerunde äußerten sich die Teilnehmer positiv zur Veranstaltung und nahmen Anregungen für ihre tägliche Arbeit mit. Dazu gehörte auch der von Andrea Galitz formulierte Satz: "Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdiene, weil ich es dann am meisten brauche." (PM/Red) |
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