| WW-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis |
|
| Nachricht vom 28.09.2026 |
|
| Rheinland-Pfalz |
| Unzufriedenheit bei Azubis in Rheinland-Pfalz wächst: DGB fordert Maßnahmen |
|
| Die Zufriedenheit unter Auszubildenden in Rheinland-Pfalz sinkt weiter. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht Handlungsbedarf und appelliert an die Betriebe, ihre Ausbildungsbedingungen zu verbessern. |
|
Mainz. Immer weniger junge Menschen in Rheinland-Pfalz sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Laut einer Befragung des DGB geben nur noch 64 Prozent der Auszubildenden an, mit ihrer Lehre zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Dies ist der zweitschlechteste Wert seit Beginn des Azubi-Reports des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Jahr 2012, wie DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn in Mainz mitteilte. Nur knapp über die Hälfte der rund 1.000 befragten Auszubildenden würde ihre Ausbildung im aktuellen Betrieb weiterempfehlen.
Als Hauptursache wird die mentale Gesundheit der Auszubildenden genannt. "Für viele Azubis gehört es zum Alltag, erschöpft zu sein, sich krank zur Arbeit zu schleppen oder mit dem Gedanken zu spielen, die Ausbildung abzubrechen", erklärt die Gewerkschafterin. Die Belastungen entstehen dort, wo Erholungszeiten fehlen, Pendelwege zu lang sind, Arbeitszeiten ausufern und die Vergütung nicht zum Leben reicht.
Ein weiteres Problem sei, dass viele Auszubildende, insbesondere in kleineren Betrieben, keine Ansprechpersonen für psychische Belastungen hätten. Wingertszahn fordert daher qualifiziertes Ausbildungspersonal, planbare Arbeitszeiten, angemessene Vergütungen, bezahlbaren Wohnraum und sichere berufliche Perspektiven. Um die Attraktivität der Ausbildung zu steigern, sollten auch große Betriebe mehr Lehrstellen anbieten. "Wir brauchen einen Ausbildungsfonds, in den alle Unternehmen einzahlen und der Betriebe, die ausbilden, finanziell unterstützt", so die DGB-Landesvorsitzende. Eine Bauoffensive für geförderten Wohnraum sowie ein Azubiticket seien ebenfalls notwendig, um jungen Menschen den Zugang zum Arbeitsplatz zu erleichtern.
Grundlage für den Auszubildenden-Report war eine repräsentative Befragung, die auf der Berufsschultour der DGB-Jugend an berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Zielgruppe waren ausschließlich Auszubildende im dualen System aus Betrieb und Berufsschule, wobei der Fokus auf dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr lag. Insgesamt wurden 1.049 Auszubildende aus etwa 30 Ausbildungsberufen befragt. (dpa/bearbeitet durch Red) |
|
| Nachricht vom 28.09.2026 |
www.ww-kurier.de |
|
|
|
|
|
|