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| Pressemitteilung vom 25.09.2026 |
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| Region |
| Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg wird 40 Jahre alt |
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| Das Landschaftsmuseum Westerwald im Hachenburger Burggarten feiert am Sonntag (27. September) seinen 40. Geburtstag. Entstanden ist die Einrichtung aus einer Initiative des Westerwald-Vereins und dem Wunsch nach einem zentralen Museum für den geografischen Westerwald. |
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Hachenburg. Die Geschichte des Landschaftsmuseums begann mit einer Initiative von Wanderfreunden im Westerwald-Verein (WWV). 1968 wurde Dr. Hermann Krämer, damals Landrat des Kreises Altenkirchen und Vorsitzender des WWV, aktiv. Er brachte den Gedanken auf den Weg, ein Heimatmuseum für den Westerwald zu schaffen.
Der damalige Schriftleiter der Vereinszeitschrift "Der Westerwald", Hermann-Josef Hucke aus Daubach, und der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz baten den Westerwaldkenner Pater Hermann Josef Roth um eine Bestandsaufnahme zur Heimatpflege in der Region. Roth stellte in seinem Bericht fest, dass im Westerwald ein zentrales Museum fehle.
Als mögliche Standorte wurden Hadamar, Hachenburg, Weyerbusch, Montabaur, Altenkirchen, Westerburg und das Kloster Marienstatt diskutiert. Schließlich stellte die Stadt Hachenburg das Hofgartenhaus im Burggarten unentgeltlich als Museumsgebäude zur Verfügung. Im November 1973 übernahm Dr. Norbert Heinen, Landrat des Unterwesterwaldkreises, den Vorsitz des WWV. Der Vereinssitz wurde nach Montabaur verlegt.
Konzept als Bildungs- und Kulturzentrum
Pater Roth wollte das künftige Museum nicht als herkömmliches Heimatmuseum oder "verstaubtes Raritätenkabinett" verstanden wissen. Vorgesehen war eine überörtliche Bildungseinrichtung mit einer Schausammlung zu Westerwälder Kulturgut, museumspädagogischen Angeboten sowie einer Zentralbibliothek und -mediothek. Auch wechselnde Ausstellungen, Kulturfilme, ein Kindermuseum und weitere Angebote waren Teil seiner Überlegungen.
Dr. Ulrich Löber vom Landesverband Rheinland bezeichnete das zeitgemäße Museum als Kulturzentrum und Bildungseinrichtung. Als Themenbereiche wurden unter anderem Territorialgeschichte, Vor- und Frühgeschichte, Geografie, Geologie, Fauna und Flora, Agrar- und Forstgeschichte, Bergbau und Steinbrüche, Dialekte, Arbeit und Wirtschaft sowie der Wandel der Sozialstruktur genannt.
Aufbau und Eröffnung
Mit dem Aufbau des Museums begann Karl Kessler, Hauptkulturwart des WWV und seit Januar 1976 Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Die Sammlung wurde nach den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde, Technik und Naturkunde gegliedert. Zu den Abteilungen gehörten Naturgeschichte, Vor- und Frühgeschichte, Geografie und Besiedlungsgeschichte, Territorialgeschichte, Kunstgeschichte, Brauchtum und Volksleben sowie Arbeit und Wirtschaft.
Verwendet wurden unter anderem Bestände der früheren Kreisheimatmuseen Montabaur und Altenkirchen, des Heimatmuseums der Stadt Hachenburg und der Sammlung des Verkehrsvereins Bad Marienberg. Hinzu kamen Privatsammlungen, Leihgaben und Geschenke.
Am 20. September 1976 wurde das Landschaftsmuseum durch den WWV feierlich eröffnet. Anwesend waren unter anderem der rheinland-pfälzische Kultusminister Dr. Bernhard Vogel und Pater Roth. Finanziell unterstützt wurde der Aufbau von den Kreisen Westerwald, Altenkirchen und Dill sowie vom Land Rheinland-Pfalz.
Trägerschaft und Freundeskreis
Zunächst übernahm der WWV aus rechtlichen Gründen die nominelle Trägerschaft. Eine 1981 gegründete Stiftung sollte später die finanziellen Lasten übernehmen. Zu ihren Gründern gehörte auch der Kreis Altenkirchen, der 30.000 Mark in den Fonds einbrachte. Die Stiftung wurde jedoch bereits 1983 wieder aufgelöst. Seitdem ist der Westerwaldkreis Träger des Museums.
Wegen des Netto-Defizits der kreiseigenen Museen in Höhe von 1,6 Millionen Mark wurden anschließend neue Strukturen geschaffen. Die Museen wurden privatrechtliche Töchter der Kreisvolkshochschule. Zum 1. August 2000 wurde die Betriebsträgerschaft auf die "Museen im Westerwald GmbH" übertragen. Die Gebäude und Ausstellungsstücke blieben Eigentum des Kreises. Geschäftsführer waren bis 2007 Joachim Hemme und anschließend Helga Gerhardus.
1984 wurde der Freundeskreis Landschaftsmuseum Westerwald gegründet. Er unterstützt das Museum ideell und finanziell und trägt zur Sicherung, Erforschung und Dokumentation Westerwälder Kulturgüter bei. Bis 2008 war Dr. Hans Georg Emde Vorsitzender, seither Tony Alt.
Gebäude und Erweiterungen
Karl Kessler leitete das Museum von 1976 bis 2001. Ihm folgten ab 2001 die Geologin Dr. Juliana Köhler und seit 2003 der Volkskundler Dr. Manfrid Ehrenwerth.
Zwischen 1981 und 1983 kamen vier Gebäude zum Hofgartenhaus hinzu. Dazu gehören ein Mühlenwohngebäude aus dem Jahr 1700 mit einem kleinen Ölmühlengebäude von 1750 aus Heuchelheim am Elbbach, eine Scheune von 1680 aus Sainscheid und ein Backhaus aus der Zeit um 1850 aus Hirtscheid. Ergänzt wurde das sogenannte Westerwälder Gehöft durch einen Bauerngarten sowie gusseiserne Kreuze und Grabeinfassungen, die einen Dorffriedhof darstellen.
In einer zweiten Erweiterungsphase von 1987 bis 1994 wurden ein Wohnhaus aus dem Jahr 1723 aus Norken und ein Schulhaus von 1809 aus Obermörsbach nach Hachenburg versetzt. Außerdem entstanden ein Kräutergarten, eine Bibliothek und ein Zeitungsarchiv. Zum Museum gehört auch ein etwa 5000 Jahre altes Steinkistengrab aus Oberzeuzheim. Der Basaltpark, eine Dokumentationsstätte für den Basaltabbau im Westerwald, wurde als Außenstelle des Museums eingerichtet. (PM/Red) |
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