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| Pressemitteilung vom 25.09.2026 |
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| Region |
| EU-Vizepräsidentin und Folkband beeindruckten in Niederelbert mit Freiheitsabend |
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| "Die Gedanken sind frei" – danach konnte nichts mehr kommen, als zum Abschluss des "Freiheitsabends" in der Elberthalle in Niederelbert das bekannte deutsche Volkslied zur Gedankenfreiheit aus vielen Kehlen erklang, instrumentell begleitet von der Tom Bombadil Folkband aus Rheinhessen und einer kräftig mitsingenden EU-Spitzenpolitikerin. |
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WW/Niederelbert. Eingeladen zu diesem ganz besonderen Abend hatte der SPD-Ortsverein Montabaur Land. "Noch sind wir Demokratie- und Freiheitsfreunde in der Mehrheit - wir wollen dazu beitragen, dass dies so bleibt und wir wieder mehr werden". Mit diesem Satz begrüßte Uli Schmidt für den SPD-Ortsvereinsvorstand die Gäste in dem leider nicht ganz voll besetzen Saal. Es sei der zweite Teil der Reihe "Deutschland kippt nach Rechtsaußen – was jetzt zu tun ist!" Für das nächste Jahr sei Teil 3 bereits in Planung, dann gerne unter anderen mit dem Publizisten und Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk mit seinem aktuellen Buch "Faschismus ist keine Meinung und dem stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Alexander Schweitzer.
Als Europäerin durch und durch war die Vizepräsidentin des EU-Parlamentes, Dr. Katarina Barely nach Niederelbert gekommen – und was eher außergewöhnlich für Spitzenpolitiker war: nach dem Ende der Veranstaltung nach über zwei Stunden blieb sie noch für zahlreiche Gespräche mit Interessierten in der Halle. "So nahbar und an der Basis interessierte Spitzenpolitiker trifft man selten", meinte Niederelbert's Ortsbürgermeisterin Carmen Diedenhoven als Hausherrin. Barley warnte in einer eindrücklichen Rede vor den Gefahren von Rechtsaußen: "Wir sehen an Orban in Ungarn oder der PiS in Polen, wie schwer es ist, Rechtspopulisten und Rechtsradikale wieder loszuwerden, wenn sie erst einmal an der Macht sind." Dazu dürfe es bei uns nie kommen, auch wenn es aktuell danach aussehe.
Schon nach den ersten Klängen auf ihren Instrumenten vom Dudelsack und Percussion bis zur Gitarre und Drehleier war jedem klar, dass die Tom Bombadil Folkband zu einem wichtigen Faktor eines ganz besonderen Events werden sollte. In drei Blöcken mit jeweils drei Liedern bereicherte das hochmusikalische Quartett aus Rheinhessen den politischen Themenabend. Im Mittelpunkt stand dabei ihre aktuelle CD "Zeiten die der Irrsinn lenkt", mit der die Musiker einem Verwandten und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus eine ehrende musikalische Referenz erweisen wollten. Dies gelang musikalisch und thematisch ganz wunderbar mit Liedern wie "Die Tränen des Müllers", "Freiheitsmarsch der eisernen Front" und "Gefährten". Überzeugend auch ihre Interpretation von Franz-Josef Degenhardts "Wölfe mitten im Mai". Höhepunkt aber sicher "Die Moorsoldaten", das von Inhaftierten des KZ Börgermoor geschrieben wurde. "Das ist der bittersüße Klang der Freiheit", meinte dazu Michael Nagel, Vorstandsmitglied im gastgebenden SPD-Ortsverein.
Einen wichtigen lokalen Bezug gewann die Veranstaltung mit sechs kurzen Statements, vorgetragen von bekannten Persönlichkeiten der Region aus den Bereichen Regionalgeschichte, Kommunalpolitik, Medien, Soziales, Gewerkschaften und Kirche. Den Auftakt machte der bekannte Wäller Heimathistoriker und Publizist Dr. Uli Jungluth, der warnte: "Wir haben auch hier im Westerwald vielfach leidvoll erleben müssen, wohin der Rechtextremismus führt: zu Mord und Totschlag als Mittel der politischen Problemlösung". Für die Kommunalpolitik trug der langjährige Selterser Stadtbürgermeister Rolf Jung einen nachdenklich stimmenden Apell vor: "Man muss immer nah bei der Wahrheit sein und Politik auf kommunaler Ebene muss man mögen, um viele Freiheiten vor Ort zu nutzen und zu gestalten", so der frühere Polizist.
Für die Westerwälder Zeitung wies Markus Eschenauer in seinem Beitrag darauf hin, Freiheit sei kein abstrakter Begriff, alle müssten als Gemeinschaftsaufgabe hinsehen, wo diese gefährdet sei. "Wir brauchen dazu aber auch einen unabhängigen und qualitativ hochwertigen Lokaljournalismus, der die Bedrohungen unserer Freiheit sichtbar macht", so der Redaktionsleiter. Ein Anspruch, dem zu genügen nicht einfacher geworden ist. Denn Fake News und unseriöse kostenlose Angebote überschwemmen laut Eschenauer das Internet. "Dem müssen wir mit ordentlicher Recherche und journalistischen Grundsätzen entgegentreten", so der 46-Jährige.
Mit Blick auf die Partei der "Alternativen" meinte der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Tobias Zejewski deutlich: "Die tun so, als seien sie die Partei der kleinen Leute, dabei werden sie denen alles nehmen, auch ihre Freiheit", so der Gewerkschafter. Er rief alle Arbeitnehmer zum Widerstand auf, sonst würden auch deren soziale Sicherheiten früher oder später abgeschafft.
Für die heimische Sozialwirtschaft sprach Mario Habrecht als Vorsitzender der LIGA der freien Wohlfahrtspflege im Kreis: "Auch hier bei uns in der Region gibt es immer mehr Angriffe von rechts auf Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen", so Habrecht, der auch Geschäftsführer der Gesellschaft für Behindertenarbeit in Hachenburg ist. Er könne keine Details nennen, da es laufende Gerichtsverfahren dazu gebe, aber sicher sei wo diese Gewalt gegen die Schwächsten ende: in Hadamar! Als Pastoralreferentin der Kath. Kirchengemeinde St. Peter Montabaur verfügt Martina Kissel-Staude über viel Erfahrung, auch im Umgang mit zu uns geflüchteten Menschen: "Wir dürfen diejenigen nicht ausgrenzen und ihre Freiheit beschneiden, die schutzsuchend zu uns gekommen und fleißig sind", so Kissel-Staude. Auch kritisierte sie die Tendenz, immer mehr in unserer Gesellschaft bei den Bedürftigen zu sparen, während oben unermesslich viel Reichtum gehortet werde. (PM/Red)
Im Schlusswort an viele nachdenklich gewordene Gäste wies der neue Wäller SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Mockenhaupt darauf hin, dass Freiheit und soziale Sicherheit immer zusammengehören. Er fügte hinzu: „Was nehmen wir heute hier aus der Elberthalle mit – kraftvolle Musik, viele für die Debatte gegen Rechts wichtige Beiträge und einen Raum, in dem Demokratie- und Freiheitsfreunde zusammenkommen und sich gegenseitig motivieren!“ Er dankte dem regen SPD-OV Montabaur Land mit seinem Vorsitzenden Erik Walter für dessen vielfachen Aktivitäten. Letzterer äußerte seine Hoffnung, dass sich für die Fortsetzung der Reihe in 2027 wieder mal ein Unternehmen finden möge, dass so eine wichtige Veranstaltung unterstützt: „Wir haben nur wenige Leute und noch weniger Geld zur Verfügung, allein schaffen wir das auf Dauer nicht mit dem Einsatz für die Demokratie!“
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