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Pressemitteilung vom 23.09.2026
Region
Premiere in Westerburg: Über 200 Gäste beim ersten "Suppenschwätzchen"
Auf dem Marktplatz in Westerburg kamen mehr als 200 Menschen zusammen, um bei warmen Speisen miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Premiere des neuen Projekts setzte ein klares Zeichen für gegenseitigen Respekt, aufmerksames Zuhören und einen offenen gesellschaftlichen Austausch.
(Foto: Peter Bongard)Westerburg. Bei sonnigem Wetter versammelten sich mehr als 200 Bürger auf dem Marktplatz, um das erste Westerburger "Suppenschwätzchen" zu erleben. Das von der Regionalen Diakonie Westerwald Rhein-Lahn initiierte Vorhaben sollte Freude am Austausch und am Zuhören wecken, was aus Sicht der Verantwortlichen gelang. Neben Tellern mit warmer Suppe wurden Waffeln und Getränke gereicht, während sich die Besucher über vielfältige Themen austauschten.

Das neue Format zielte darauf ab, gesellschaftlicher Polarisierung entgegenzuwirken und den Dialog auf Augenhöhe zu fördern. Auch kontroverse Ansichten sollten einen Raum finden, solange der gegenseitige Respekt gewahrt blieb. Zehn Stände gesellschaftlicher und kirchlicher Akteure boten Anlaufstellen für Fragen und Anliegen. Beteiligt waren unter anderem das Evangelische Dekanat Westerwald, die Berufsbildende Schule Westerburg sowie die Jugendpflege der Verbandsgemeinde. Zudem standen Stadtbürgermeister Janick Pape und Bürgermeister Markus Hof für Gespräche bereit. Am Stand der Jugendpflege hörte Jugendpflegerin Janine Fein vielen Besuchern zu. Sie berichtete, der Eindruck sei entstanden, dass einigen Bürgern selten Gehör geschenkt werde. Manche hätten sich sehr offen gezeigt und seien mit der Zufriedenheit nach Hause gegangen, wahrgenommen worden zu sein.

Austausch über das Älterwerden und die Jugend
Den Verantwortlichen war das aufmerksame Zuhören wichtiger als Diskussionen, die ohne Ergebnis blieben. Als Gesprächsanregungen lagen Bierdeckel mit Leitfragen auf den Tischen aus. Diese thematisierten beispielsweise mögliche Maßnahmen zur Sicherung einer guten Zukunft für junge Menschen oder Bereiche, in denen Bürger gerne stärker politisch mitbestimmen möchten. An einem Tisch unterhielten sich Regina und Angela über das Älterwerden und die Gestaltung dieses Prozesses. Sie schilderten, dass sie über den Aufbau eines unterstützenden Netzwerks gegen Einsamkeit im Alter sprachen. Zudem bestünden Überlegungen, eine regionale Gruppe zu gründen, die sich der gegenseitigen Hilfe im Alter widmen solle.

Auch jüngere Teilnehmer brachten persönliche Anliegen ein. Ole Friedrich, der ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendpflege absolviert, äußerte den Wunsch nach mehr Angeboten für Jugendliche vor Ort. Dazu zählten offene Sportplätze sowie Treffpunkte zum Verweilen, was auch sein Beweggrund für das Engagement in der Jugendarbeit sei. Daniel, Schüler an der Berufsbildenden Schule, befragte derweil mit Mitschülern Besucher für einen Podcast und erkundigte sich nach deren Begriff von Freiheit. Für ihn persönlich bedeute Freiheit, freie Entscheidungen treffen zu dürfen und in Frieden zu leben.

Begegnung über gesellschaftliche Grenzen hinweg
Nicht alle Unterhaltungen drehten sich um grundlegende gesellschaftliche Fragen. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit für alltägliche Plaudereien bei einer Portion Suppe. Kristina und Katja, die in unmittelbarer Nähe arbeiten, äußerten Freude über die Belebung des Marktplatzes und begrüßten die Möglichkeit zum Austausch. In der Gesellschaft bestehe ein Grundfrust, der sachliche Gespräche erschwere.

Diesen Unmut nutzten vereinzelte Teilnehmer, um ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Diakonie-Mitarbeiter Kai Zander, der die Veranstaltung gemeinsam mit seiner Kollegin Karin Klein organisiert hatte, berichtete von einem Gesprächspartner, der ihm seine politische Haltung in einem langen Monolog dargelegt habe. Er hätte gerne erfahren, was diesen Menschen innerlich bewege, doch sei es dazu nicht gekommen. Derartige Situationen seien jedoch die Ausnahme geblieben. Der überwiegende Teil der Dialoge habe auf Augenhöhe stattgefunden, was ihn sehr erfreue. Karin Klein hob hervor, dass das "Suppenschwätzchen" ein breites Publikum erreicht habe. Anwesend seien Jung und Alt, Zugezogene, Einheimische sowie Personen mit Zuwanderungsgeschichte gewesen. Viele Unterhaltungen hätten sich positiv entwickelt, wobei die Anwesenden das Gute wertgeschätzt hätten. (PM/bearbeitet durch Red)
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