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Pressemitteilung vom 21.09.2026
Rheinland-Pfalz
Trockenheit und Borkenkäfer setzen auch dem Privatwald in Rheinland-Pfalz zu
Nach dem heißen und extrem trockenen Sommer werden die Schäden im Wald sichtbar. Landesforsten Rheinland-Pfalz weist auf Risiken bei Laubbäumen und zunehmenden Befall durch Borkenkäfer hin und berät Privatwaldbesitzende im ganzen Land.
Privatwaldbetreuer wie Berit Blomenkamp und Michael Oeffling von Landesforsten Rheinland-Pfalz unterstützen Waldbesitzende im ganzen Land. (Foto: Landesforsten.RLP.de/Emma Pint)Rheinland-Pfalz. Nach einem heißen und extrem trockenen Sommer zeigt sich nun, Mitte September, wie sehr dieses Wetterextrem die Wälder in Mitleidenschaft gezogen hat. Wer aufmerksam in der Landschaft unterwegs ist, stellt fest, dass viele Baumarten nicht gesund aussehen. Laubbäume haben bereits vor Wochen mit dem Abwurf der Blätter begonnen. An vielen dieser Bäume zeigen sich Trockenäste in den Kronen. "Dies lässt nichts Gutes erahnen.", so Michael Oeffling, vom Forstamt Adenau, dem Schwerpunktforstamt für Privatwaldbetreuung in Rheinland-Pfalz. "Das Ausmaß der Schäden an Laubbäumen zeigt sich nicht unmittelbar im Jahr der Dürre, sondern erst im Laufe der Folgejahre. Außerdem steigt das Unfallrisiko beim Ernten dieser Bäume extrem. Totholz und Pilzbefall in Folge der Schwächung durch die Trockenheit, sind ein unkalkulierbares Risiko und diese Bäume zu fällen ist eine Sache für Spezialisten."

Aber nicht nur Laubbäume leiden derzeit: Die Schäden, die der Borkenkäfer an Nadelbäumen verursacht, sind mittlerweile sichtbar geworden. Manche "Käfernester", so nennt man die Ansammlung befallener Bäume, kann man von Weitem erkennen, da ihre Kronen verfärbt sind. Hier war der Kupferstecher am Werk. "Er bohrt sich im oberen Teil des Baumes ein. Am Stammfuß ist dann Bohrmehl zu finden. Harzfluss alleine ist nicht immer ein eindeutiges Befallsmerkmal. Die Nadeln verfärben sich rot und am Boden findet man einen Nadelteppich. Anschließend verliert der Baum seine Rinde.", erklärt Berit Blomenkamp, Privatwaldbetreuerin am Forstamt Prüm. Sie ist die Leiterin des Privatwaldbetreuungsreviers Gondenbrett und kümmert sich um rund 2800 Hektar Wald, der privaten Personen und Kirchengemeinden gehört.

Es gibt aber nicht nur eine Art bei den Borkenkäfern. "Der Buchdrucker bohrt sich meist im unteren Teil des Stammes, an dem die Rinde dicker ist, ein. Die Rinde fällt ab, bevor die Nadeln sich verfärben. Aus der Ferne sind diese Käferbäume im ersten Stadium schwieriger zu erkennen", so die Försterin.

Nach der Borkenkäfersaison ist vor der Borkenkäfersaison
Die Flugzeit des Borkenkäfers ist für dieses Jahr vorbei. Bei zurückgehenden Temperaturen zieht er sich in die Befallsbäume oder in die Bodenstreu zurück. "Dennoch ist die Gefahr nicht gebannt.", sagt Oeffling. "Im nächsten Frühjahr macht er weiter. Es ist wichtig, die Bäume, in denen er überwintert, zu finden und sie in der Zwischenzeit zu fällen. Wenn sie dann samt Rinde abtransportiert werden, kann die Verbreitung verringert werden." Berit Blomenkamp beschreibt, was die Waldbesitzenden nun unternehmen können: "Die Bestände müssen auf Befall kontrolliert werden. Waldbesitzende sollten sich nicht scheuen, Kontakt zu uns aufzunehmen. Wir hoffen auf einen niederschlagsreichen Winter, damit die Bäume gestärkt ins nächste Frühjahr kommen.".

In örtlichen Bereichen mit einem hohen Anteil an Privatwald sind Privatwaldbetreuungsreviere installiert. In diesen kümmern sich die Revierleitenden vorrangig um die Anliegen der Privatwaldbesitzenden. Andernorts gibt es gemischte Reviere, in denen der Staats-, Kommunal- und Privatwald betreut wird. Die Mitarbeitenden von Landesforsten Rheinland-Pfalz stehen den Eigentümern in 44 Forstämtern zur Beratung zur Verfügung und führen auf Wunsch die Organisation und fachliche Begleitung von Waldarbeiten aus, die durch Forstunternehmen erledigt werden können. (PM/bearbeitet durch Red)
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