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Pressemitteilung vom 14.09.2026
Region
Lebenselixier Wasser: Radsportler erkunden sieben Stationen der Region
Klimawandel, Trockenheit und Umweltbelastungen setzen Gewässer zunehmend unter Druck. Das regionale Radsportteam "Equipe EuroDeK" widmete sich diesem Schwerpunktthema auf einer zweitägigen Rundfahrt durch den Westerwald und das Lahntal. Sieben Stationen lieferten vielschichtige Fakten.
(Foto: Equipe EuroDeK)Montabaur/Nassau. Wasser bildet die elementare Grundlage allen irdischen Lebens. Wachsende Übernutzung, Verschmutzung sowie der fortschreitende Klimawandel bedrohen die weltweiten Vorkommen und ziehen spürbare Konsequenzen für Ökosysteme und Menschen nach sich. Vor diesem Hintergrund widmete sich das heimische Radsportteam "Equipe EuroDeK" der aktuellen Lage im Westerwald sowie an der Lahn. Im Rahmen einer zweitägigen Themenrundfahrt unter dem Titel "Lebenselixier WASSER" steuerten die Fahrer sieben Stationen an, um umfassende Daten und Zusammenhänge zu erheben.

Die Schirmherrschaft der Unternehmung übernahm die Vorsitzende des BUND-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Sabine Yacoub. Sie gab den Aktiven mit auf den Weg, dass die extreme sommerliche Trockenheit den Wert des Wassers für Mensch und Natur drastisch verdeutlicht habe. Für intakte Fließgewässer genüge nicht allein das Vorhandensein von Wasser. Vielmehr müsse es ungehindert fließen können, um Wanderungsbewegungen von Fischen und anderen Wasserbewohnern sowie die ökologische Durchgängigkeit zu gewährleisten. Unterstützt wurde das Projekt durch den Gewinnsparverein der Sparda-Bank Südwest e.V. sowie die im Gelbachtal ansässige Holzbau Kappler GmbH.

Auftakt an der Kläranlage Nassau und Umweltbildung in Koblenz
Zum Start an der Kläranlage in Nassau begrüßte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems / Nassau, Uwe Bruchhäuser, das Teilnehmerfeld. Er würdigte das zweitägige Vorhaben als bedeutsame Initiative rund um die Ressource Wasser. Der Technische Werkleiter Lukas Schneider verwies darauf, dass lang anhaltende Trockenzeiten die Wasserversorgung vor grundsätzliche Hürden stellen können. Die Verbandsgemeindewerke seien mit geeigneten Maßnahmen und Konzepten vorbereitet, um die Zuverlässigkeit der Versorgung auch unter trockenen Bedingungen sicherzustellen, wenngleich sich dies künftig zunehmend anspruchsvoller gestalten werde. Diese Entwicklung berühre zahlreiche Regionen und resultiere aus allgemeinen klimatischen Verschiebungen, welche die Grundwasserstände beeinflussen. Abwassermeister Markus Heinz erläuterte, dass das Leitungsnetz der Verbandsgemeinde eine Gesamtlänge von 400 Kilometern umfasst und das in die Lahn geleitete geklärte Wasser eine gleichbleibend hohe Qualität aufweisen muss.

Als zweite Anlaufstelle fungierte das Besucher- und Informationszentrum Mosellum in Koblenz. Die Einrichtung vermittelt Inhalte zu Fischwanderungen, Klimaveränderungen, Biodiversität und Gewässerökologie. Gianna Villa betonte im Namen des BUND, der das Haus seit 2019 im Landesauftrag mit einem neuen pädagogischen Konzept betreut, dass Besuchern die ökologischen Funktionen der Mosel wie Schifffahrt sowie Fischauf- und -abstieg nähergebracht werden sollen. Ein Rundgang über die fünf Ebenen "Ufer", "Klimawandel", "Unter Wasser", "Müll-Nicht-Rum" und "Ausblick" bot detaillierte Einblicke. Auf der Ebene "Unter Wasser" veranschaulichte die Expertin Leen die Lebenszyklen von Aal und Lachs. Sie betonte, dass der Klimawandel häufiger zu Extremwetterlagen führe, die an Rhein und Mosel sowohl Hochwasser als auch sommerlichen Wassermangel hervorrufen.

Erneuerbare Energien in Nauroth und Braukunst in Hachenburg
In Nauroth bei Altenkirchen rückte die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle in den Mittelpunkt. Der regionale Energieversorger EVM betreibt dort eine Anlage, deren Strom rund 250 Haushalte versorgt. Anlagenpächter Heiko Wirth führte durch das Maschinenhaus und erklärte, dass der Standort seit über einem Jahrhundert sauberen Strom aus der Kleinen Nister gewinne und die Turbinen jährlich durchschnittlich etwa 900.000 Kilowattstunden produzieren. Ob dieser Ertrag unter fortlaufenden klimatischen Veränderungen künftig stabil bleibe, sei ungewiss, da die Generatoren bei unzureichender Wasserführung stillstehen. Zugleich erläuterte er die Funktion der installierten Fischtreppe.

Den Stellenwert von Wasser für das Brauhandwerk thematisierte die Westerwald-Brauerei in Hachenburg. Nach dem Empfang durch den Geschäftsführenden Gesellschafter Jens Geimer und den Vertriebsleiter Vereine, Fest- & Mietservice Klaus Strüder übernahm Juljana Hoppen, stellvertretende Leiterin der Erlebnis-Brauerei, die Führung. Sie erläuterte, dass das Brauwasser aus einer brauereieigenen, 1.500 Meter entfernten Quelle im Naturschutzgebiet Rothbachtal stamme. Mit einem Härtegrad von lediglich 1,5 Grad deutscher Härte sei es extrem weich und werde naturbelassen verarbeitet. Gründer Heinrich Schneider hatte das Quellvorkommen 1893 entdeckt und den Grund erworben. Besondere Beachtung fand die neue Abfüllanlage mit einer Kapazität von stündlich etwa 25.000 Flaschen, ehe die Gruppe den Tag bei einem Imbiss im Schalander beschloss.

Bedeutung des Waldes und Artenschutz an der Nister
Nach einer Übernachtung im nahegelegenen Parkhotel begann die zweite Etappe im Waldbildungszentrum Rheinland-Pfalz in Hachenburg. Funktionsbereichsleiter Alfred Zimmer referierte über die Verknüpfung von Waldökosystemen und Wasserhaushalt. Wasser sei die primäre Lebensgrundlage der Wälder, doch Dürrephasen und Starkregen setzten den Kreislauf unter Druck. Wälder leisten elementare Beiträge zum Hochwasserschutz, zur Grundwasserneubildung, zur Trinkwassergewinnung, zur Wasserspeicherung und zur Kühlung. Nahezu alle Versorgungsbrunnen befinden sich im Waldareal. Zimmer führte aus, dass der Notabwurf von Laub auf akuten Wassermangel hinweise, was die Gehölze schwäche, mehr Totholz im Kronenbereich bilde und Gefahren für Waldbesucher erhöhe. Ohne globale Gegenmaßnahmen steuere die Entwicklung in eine schwere Krise.

Am Treffpunkt in Stein-Wingert stand der Zustand der Nister im Fokus. Der Initiator, Gründer und Vorsitzende der 1997 ins Leben gerufenen ARGE Nister, Manfred Fetthauer, legte dar, dass sich das Ziel der Lachs-Wiederansiedlung rasch zur Einsicht wandelte, dass die Artenvielfalt im und am Gewässer für die ökologische Stabilität grundlegend sei. Der Verein engagiert sich für den Schutz von Flussperlmuscheln, Lachsen, Nasen sowie Edelkrebsen und kooperiert mit Behörden, Universitäten und Wissenschaftlern in Deutschland und Europa. Dies umfasst auch Ursachenforschungen zum starken Algenwuchs im Fluss. Eine Erholung des Gewässers setze eine ausreichende Population standorttypischer Fische und Organismen voraus.

Abschluss am Wiesensee und Ausblick auf künftige Touren
Als finale Station diente der Wiesensee in Stahlhofen bei Westerburg, der zugleich ein Hochwasserrückhaltebecken darstellt. Dort trafen die Sportler auf Bürgermeister Markus Hof und Nina Engel von der Tourist-Information WällerLand. Hof schilderte die laufende Sanierung des Gewässers und erklärte, dass die trockene Witterung die Betonarbeiten sowie die Schlammverlagerung begünstigt habe. Ein Abschluss sämtlicher Maßnahmen bis zum Jahresende erscheine realistisch, sodass der See bei entsprechenden Niederschlägen Anfang des Folgejahres neu angestaut werden könne. Ausgesetzte Hechte und Zander sollen künftig für klares Seewasser sorgen. Nina Engel formulierte die Erwartung, dass der See bald wieder seine Rolle als überregionales Ausflugsziel einnehme.

Nach der rheinland-pfälzischen Rundfahrt im Juni 2026 zum Themenkreis Tourismus verband die "Equipe EuroDeK", getragen von der RSG Montabaur und dem RSV Oranien Nassau, erneut den Breitensport mit gesellschaftlichen Sachfragen. Vorbereitungen für zwei weitere Rundfahrten im Jahr 2027 haben bereits begonnen. Weiterführende Auskünfte sind per E-Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de erhältlich. (PM/bearbeitet durch Red)
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