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| Pressemitteilung vom 03.09.2026 |
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| Region |
| Tag des offenen Denkmals in Rennerod: Historie in "Boardels Haus" erleben |
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| Historische Fachwerkhäuser prägen viele Innenstädte und erfreuen sich großer Beliebtheit. In Rennerod öffnet ein über 300 Jahre altes Anwesen seine Türen für Interessierte. Die Eigentümer geben Einblicke in Bauweise und Geschichte. |
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Rennerod. Viele deutsche Städte mit hohem Fachwerkbestand wie Hachenburg, Limburg oder Herborn haben ihre historischen Innenstädte saniert und schätzen dieses Bauerbe. Das Fachwerk erreicht in Image-Rankings hohe Werte, und laut einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach wäre eine Mehrheit bereit, für ein denkmalgeschütztes Gebäude mehr Geld auszugeben. Dennoch werden weiterhin historische Bauten aus Unwissenheit oder Profitstreben abgerissen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte dieser Entwicklung entgegenwirken und veranstaltet den "Tag des offenen Denkmals", der vor Ort von Denkmaleigentümern, Vereinen und Initiativen getragen wird. Die Veranstaltung findet unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" am Sonntag, 13. September 2026, statt.
Einblicke in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte
In Rennerod öffnet "Boardels Haus" im Friedhofsweg 2 am Sonntag, 13. September 2026, von 10 Uhr bis 18 Uhr für Besucher. Das Anwesen stammt aus dem Jahr 1707. Die Innenräume wurden mit Möbeln aus der Epoche des Historismus eingerichtet, um die Gestaltungsmöglichkeiten in Fachwerkgebäuden zu zeigen. Im Außenbereich entstand ein Sitzplatz unter Apfelbäumen, bei dem Trockenmauern aus Westerwälder Basalt und Feldlesesteinen ältere Fertigbetonmauern aus den 1970er-Jahren verdecken. Ohne Fördermittel bauten die Eigentümer im Vorjahr zudem eine offene Wohnküche sowie ein barrierefreies Badezimmer ein.
Marlies und Helmut R. Lang vermitteln Einblicke in die Bauweise im Hohen Westerwald. Sie erklären die Fachwerkkonstruktion, geben Hinweise zur Beschaffung historischer Baumaterialien und benennen Handwerksrestauratoren aus dem Westerwaldkreis.
Spuren der Zerstörung und Wiederaufbau nach dem Krieg
Das 319 Jahre alte Gebäude aus Eichenholz erinnert auch an die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Am 16. März 1945 trafen zahlreiche schwere Fliegerbomben Rennerod, vor allem die Kreuzung von B 54 und L 298 nahe den damaligen "Richter-Wohnungen", dem Standort der heutigen Westerwaldbank. Bei diesem Angriff gab es 40 Tote und Vermisste sowie 50 Schwer- und 100 Leichtverletzte. 43 Gebäude wurden vollständig zerstört und 77 Häuser im Ortskern schwer beschädigt.
Eine Bombe traf damals den Stall- und Scheunentrakt des Anwesens, wodurch das Vieh verendete, während die Bewohner überlebten. Die Druckwelle verschob das Wandgefüge um etwa 12 Zentimeter nach Osten, zerbrach Holzverbindungen, riss die Gefache der Ostwand auf und zerstörte weite Teile der Südfassade sowie das Schieferdach. Im März 1945 wurden die Öffnungen mit Feldbrand-Ziegeln und Höhner Schwemmsteinen geschlossen. Bis zu den Restaurierungsarbeiten im Jahr 2016 hielten handgeschmiedete Hufnägel und Radreifen alter Viehwagen das Fachwerkgefüge zusammen. Diese Bauteile sowie die verbrannte Oberfläche des linken Eckpfostens sind Zeugnisse des Angriffs und können am 9. September betrachtet werden.
Die Nachkommen der Familie in zwölfter Generation suchen historische Fotografien des Anwesens im Friedhofsweg, bevorzugt aus der Zeit vor dem Krieg, sowie Bilder angrenzender Gebäude wie "Wohmanns Schlößchen" oder des früheren Sängerheims des Männerchores Harmonie vor 1970. Besucher, die private Aufnahmen aus dem "unteren Triff" vorlegen, erhalten eine Flasche deutschen Wein. Auskünfte erteilen die Eigentümer unter 0172/6117564 oder 02664/227. (PM/KI/Red) |
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