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| Nachricht vom 26.08.2026 |
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| Dominik Eulberg macht Fledermäuse im Burggarten Hachenburg hörbar |
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| Am Dienstagabend, dem 25. August, trafen sich rund dreihundert Menschen im Burggarten Hachenburg, um eine biotechnische Sensation mitzuerleben: die Installation der Klangtransformation „Ultrafauna“, die den normalerweise unhörbaren Ultraschallruf von Fledermäusen in Echtzeit für uns hörbar macht und in harmonische Musik umwandelt. |
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Hachenburg. Der Westerwälder Biologe und DJ Dominik Eulberg entwickelte mit dem IT-Spezialisten Marcin Nowicki die „Ultrafauna“-Klanginstallation. Der Stream ist nur nachts live. Tagsüber, wenn keine Fledermäuse fliegen, wird die Aufzeichnung der vergangenen Nacht abgespielt. Es kann zu Pausen kommen, da nur dann hörbare Signale entstehen, wenn sich eine Fledermaus in der Nähe des Ultraschallmikrofons befindet. Das Mikrofon steht an einer Laterne in Hachenburg und ist direkt mit einem Raspberry Pi verbunden. Der Pi transformiert die erfassten Ultraschallsignale in hörbare Frequenzen und sendet sie an eine DAW (Digital Audio Workstation, ein System zum Aufnehmen, Bearbeiten, Abmischen und Produzieren von Audiodaten), wo sie weiterverarbeitet und zu Klangtexturen geformt werden.
Zu Beginn der Veranstaltung dankte die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland den beiden Initiatoren, die die Stärken des Westerwaldes – Natur und Technik – publikumswirksam zur Geltung bringen, und den vielen Sponsoren für die Hilfe zur Realisierung des Projekts, der zurzeit einzigen aktiven Station weltweit.
Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hachenburg Marco Dörner skizzierte den langen Weg, den das Klangprojekt hinter sich hat, mit dem erfreulichen Ergebnis: „Begeisterung ist da, bei uns und bei den Fledermäusen!“
Stadtbürgermeister Stefan Leukel stellte Dominik Eulberg als Koryphäe vor, dem Biodiversität wichtig ist und der eine Riesen-Fangemeinde mitbringt. Leukel zeigte sich dankbar, dass er das Projekt im Hachenburger Burggarten realisiert.
Eulberg betonte, dass Marcin Nowicki vom Chaos-Computer-Club den Computer programmiert hat. Er wies auf eine vom Forstamt Hachenburg gestaltete Holzstele hin, die eine Fledermaushöhle und einen QR-Code enthält. Das zugehörige Ultraschallmikrofon in einem Kasten an einem Laternenpfahl nimmt die Echolot-Signale der Fledermäuse bei der Jagd auf nachtaktive Insekten auf.
Eulberg informierte die interessierten Besucher über Grundlagen zu den faszinierenden Flattertieren, die nicht mit Mäusen, sondern mit Igeln und Maulwürfen verwandt sind und 30 bis 40 Jahre alt werden können.
Vor 52 Millionen Jahren wurde das Fliegen zum vierten Mal entwickelt, diesmal von Säugetieren, zu denen Fledermäuse gehören. Im Gegensatz zu Vögeln fliegen diese mit riesigen Händen. Daher werden sie Chiropter (Handflügler) genannt. Ihre Echoortung im Ultraschallbereich 60.000 Hertz erlaubt es ihnen, die Umwelt mit den Ohren zu sehen. Mit dem über 120 Dezibel lauten Echolot können die Tiere ganz feine Objekte detektieren.
Es entsteht eine Sound-Landschaft, die in Eulbergs Studio gestreamt und in eine Klangwolke umgewandelt wird. Das Musikstück ist für uns hörbar. Im Burggarten leben Zwergfledermäuse. Falls zum Beispiel eine Plattnasenfledermaus in den Aufnahmebereich gelangt, können Experten die Fledermausarten anhand ihrer Klangwolken unterscheiden. Über das Mikrofon war deutliches Keckern zu hören, danach sphärische Musik. Mit einer Frequenzlampe können Fledermäuse optisch erfasst werden.
Die Zuhörer staunten. Das war laut Eulberg der gewünschte Effekt, denn Staunen ist eine Superkraft, die Wertschätzung initiiert. Die Tiere sind sehr bedroht, da es ihnen zunehmend an Futter und Lebensraum mangelt. Sie brauchen 3.000 bis 5.000 Insekten pro Nacht und alte Gebäude mit Einfluglöchern. Der Naturschützer warnte: „Der Mensch tauscht seinen biologischen Reichtum gegen Geld ein.“
Die permanente Klanginstallation wird am Ende der Fledermaus-Saison ausgeschaltet und im Frühjahr wieder eingeschaltet. Man kann, wenn es nicht kalt oder nass ist, abends in den Burggarten gehen und horchen. Wer die Hachenburger Fledermaus-Klänge zu Hause verfolgen will, hört sie unter www.ultrafauna.com/hachenburg.
Zur Erklärung:
Ein Raspberry Pi ist ein vollwertiger, kompakter Einplatinen-Computer im Format einer Scheckkarte, der sehr günstig ist und weniger Strom verbraucht als ein normaler PC. Einplatinen-Computer: Alle wichtigen Teile wie Prozessor (Gehirn), Arbeitsspeicher (Zwischenspeicher) und Anschlüsse sind direkt auf einer einzigen grünen Platine festgelötet. Statt einer Festplatte nutzt er eine kleine Micro-SD-Speicherkarte, auf der das Betriebssystem (meist eine spezielle Linux-Version) gespeichert wird. htv
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