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Pressemitteilung vom 14.08.2026
Rheinland-Pfalz
Kritik aus Rheinland-Pfalz: Schnieder über Merz' Kabinettsumbildung
Die jüngste Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt für Unmut in der CDU. Insbesondere die Entlassung des Verkehrsministers hat zu Spannungen geführt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder äußert scharfe Kritik.
Gordon und Patrick Schnieder. (Foto: Boris Roessler/dpa)Mainz. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat das Management von Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Kabinettsumbildung kritisiert. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärte Schnieder: "Jeder Tumult macht Vertrauen kaputt." Er betonte, dass die Bundesregierung gerade erst durch Reformen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe und diese nun durch eine schlecht durchgeführte Regierungsumbildung überschattet werde.

Schnieder berichtete, dass er als CDU-Landesvorsitzender von Rheinland-Pfalz persönlich von Merz über die Entlassung seines Bruders Patrick als Bundesverkehrsminister informiert wurde. "Unabhängig davon, dass es Familie ist," fügte er hinzu.

Merz hatte Ende Juli beschlossen, Verkehrsminister Schnieder zu entlassen und den Posten dem Finanzfachmann Fritz Güntzler anzubieten. Güntzler zog jedoch seine Zusage kurz vor der geplanten Verkündung zurück. Aufgrund dessen verzichtete Merz zunächst darauf, die Entlassung Schnieders öffentlich zu machen, obwohl der Plan bereits bekannt geworden war. Schließlich bat der Minister selbst um seine Entlassung, um den "unwürdigen Zustand" zu beenden. Innerhalb der CDU gab es daraufhin deutliche Kritik an Merz' Vorgehen.

Gordon Schnieder zeigte sich stolz auf die Reaktion seines Bruders, der nach der Absage seines designierten Nachfolgers die Situation beendet und um seine Entlassung gebeten hatte. "Er hat die Würde des Amtes vor seine eigenen Interessen gestellt," so Schnieder.

Des Weiteren verteidigte er die Entscheidung der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion, ein geplantes Treffen mit dem Kanzler abzusagen. "Die Fraktion hat ihre eigene Stimme. Und sie hat gesagt: Loyalität ist keine Einbahnstraße. Wir haben als Partei und Fraktion auch in schwierigen Monaten immer hinter dem Bundeskanzler gestanden." Schnieder betonte, dass es nicht darum gehe, dass seine Familie betroffen sei, sondern dass ein tüchtiger und beliebter Politiker auf unrechtmäßige Weise entlassen worden sei.

Inzwischen hat der CDU-Politiker Steffen Bilger aus Baden-Württemberg das Amt des Bundesverkehrsministers übernommen. (dpa/KI/bearbeitet durch Red)

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