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| Nachricht vom 11.08.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Können größere Kommunen die Lösung für Rheinland-Pfalz sein? |
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| In Rheinland-Pfalz wird erneut über die Struktur der Kommunen diskutiert. Angesichts zahlreicher Herausforderungen wie Digitalisierung und Personalmangel stellt sich die Frage, ob größere Verwaltungseinheiten effizienter arbeiten könnten. Doch welche Vor- und Nachteile hätte eine Gebietsreform tatsächlich? |
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Mainz. Rheinland-Pfalz zählt mehr als 2.000 Gemeinden bei etwas über vier Millionen Einwohnern. Im Vergleich dazu hat Nordrhein-Westfalen weniger als 400 Gemeinden bei 18 Millionen Einwohnern. Die Debatte um die mögliche Kleinteiligkeit des Bundeslandes ist nicht neu, gewinnt jedoch angesichts aktueller Herausforderungen wieder an Bedeutung.
Die Grünen in Rheinland-Pfalz, nun in der Opposition, plädieren für eine umfassende Kommunal- und Verwaltungsreform, unterstützt von Martin Junkernheinrich von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern. Junkernheinrich kritisiert, dass trotz 15-jähriger Begleitforschung wenig passiert sei. Er schlägt größere Verwaltungseinheiten vor - Landkreise mit mindestens 350.000 Einwohnern und kreisfreie Städte mit 100.000 Einwohnern. Der Kreis Vulkaneifel hat derzeit nur rund 60.000 Einwohner.
Ein Gutachten zur Vorbereitung einer Reformstufe kostete während der Ampel-Regierung knapp 1,4 Millionen Euro, ein weiteres zur interkommunalen Zusammenarbeit fast 367.000 Euro. Der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Regierung sieht vor, innerhalb eines Jahres konkrete Vorschläge zu erarbeiten, um Doppelzuständigkeiten abzubauen und Bürokratie zu reduzieren.
Der SPD-Minister Sven Teuber warnt, eine Gebietsreform könnte das Land aus der Fläche verabschieden und Demokratie gefährden. Lisa Diener vom Städtetag Rheinland-Pfalz betont, dass Reformen ohne überzeugende Sachgründe und breite Akzeptanz nicht angestoßen werden sollten. Effizienzgewinne durch größere Verwaltungseinheiten müssten belastbar nachgewiesen werden.
Moritz Petry vom Gemeinde- und Städtebund sieht Potenzial bei standardisierten Leistungen wie Kfz-Zulassungen oder Ausweisbeantragungen. Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hinterfragt die kommunale Zuständigkeit für Kindertagesstätten und erwägt eine Übertragung auf Verbandsgemeinden.
Rückblickend auf frühere Fusionen von Verbandsgemeinden zieht Schnieder ein ernüchterndes Fazit: "Tatsache ist: Aus dieser Verwaltungsreform ist am Ende niemand als Gewinner hervorgegangen." Andreas Göbel vom Landkreistag warnt davor, dass zentrale Verwaltungen radikale Kräfte stärken könnten. Die Hochzonung bei Genehmigungen von Windkraftanlagen habe keine Erleichterung gebracht. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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