| WW-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis |
|
| Nachricht vom 10.08.2026 |
|
| Kultur |
| Nach Rathaussturm: Stadtbürgermeister Leukel bewusstlos abtransportiert |
|
| Die vielen gelb-roten Fähnchen in der Stadt zeigen an: Die traditionelle Hachenburger Kirmes läuft! Seit Freitagabend, 7. August, ist der Rummelplatz geöffnet und der Kirmesverein bietet seit Samstag ein vielfältiges Programm. Höhepunkt ist der finale Kirmesmontag, der mit „Ischelessen“ in den Lokalen der Stadt beginnt. |
|
Hachenburg. Nach dem Essen bewegte sich der vielköpfige Festzug mit dem Musikverein Siershahn an der Spitze zum Historischen Rathaus, dem Amtssitz des Stadtbürgermeisters. Die Spitzenkräfte des Kirmesvereins, Kirmesekel Marcel Ecker und Kirmesjunge Sascha Hahn kämpften mit Bürgermeister Stefan Leukel um den Stadtschlüssel. Nach wenigen Minuten erbitterten Kampfes zeigten die beiden Sieger ihre Beute aus dem Fenster. Der unterlegene und verletzte Stadtchef wurde von Soldaten des Renneroder Sanitärregiments II fachgerecht versorgt. Mit einem martialisch aussehenden Kopfverband wurde Leukel scheinbar bewusstlos auf einer Trage liegend abtransportiert.
Um die Eroberung der Stadt angemessen kundzutun, zog der Festzug zunächst zum Alten Markt, wo die mit weiß bestickten blauen Kitteln gewandeten Kirmesjungen und die Kirmesmädchen in schwarz-weiß-blauer Tracht im Halbrund um die Bühne Aufstellung nahmen. Der Musikverein Siershahn brachte mit Schunkelliedern Aktive und Gäste in Stimmung, bevor der neue Stadtregent Sacha stolz seine Schlüsseleroberung nach heftigem Gemetzel verkündete.
Kirmesekel Marcel kritisierte die mangelhafte Verteidigung der Stadt und warnte die Bürger: „Wir haben den Schlüssel und bestimmen für einen Tag. Wir wollen Krawall und Remmidemmi, denn es ist nur einmal Kirmes im Jahr!“ Selbstkritisch merkte er an: „Sascha Jahn als Stadtregent hat uns ja grad noch gefehlt“ und berichtete von der letzten Sitzung des im März frisch gewählten Würdenträgers, die mit Grillen und einem hochfliegenden Deckel verbunden war. „Das Attentat ist fehlgeschlagen! Kein Team-Bildung, nur Stresstest!“ Sein Fazit lautete: „Mir han mehr Feuer und Witz und geben richtig Gas. Ich sein heut unduchen und eskalationswillig, Ab jetzt ist hier alles erlaubt von eurem Ekel Marcel Ecker!“
Nach dem Schunkeln zu dem neuen Lied vom schönen Westerwald marschierten die Feiernden ab zum großen Festzelt im Burggarten, dem „schönsten Festzelt im nördlichen Rheinland-Pfalz“. Präsident und Host Sascha übernahm auf der Bühne die Moderation des bunten Unterhaltungsprogramms voller Musik und verrückter Ideen und verwies auf die westerwälder Kompetenz: „Was Hachenburger am besten können, ist gemeinsam feiern!“
Der Präsident begrüßte die Ehrenmitglieder aus der Gründerzeit des Vereins, Vertreter der Stadt, die beiden Pfarrer, Vertreter der örtlichen Banken, politische Gäste, das Sanitätsregiment II; alle Helfer hinter den Kulissen, den Musikverein und dessen Dirigenten Michael Rosski.
Der unterhaltsame Frühschoppen startete mit der Tagessschau-Meldung vom verlorenen Höhenrekord des Ulmer Münsters. Ein Rekordversuch sollte in Hachenburg symbolisch unternommen werden durch die beiden Geistlichen Yannik Steffens und Benedikt Wach. Mit Verweis auf den schönen ökumenischen Gottesdienst am Samstagabend, wurden die beiden mit Bauhelmen geschützten Herren mit dem einvernehmlich erarbeiteten Rekord beauftragt. Zur Verfügung hatten sie ein Jenga-Spiel und fünf Minuten Bauzeit. Was zunächst wie der Turmbau zu Babel aussah, gelang durch Erhöhung der Turmspitze mit senkrechten Klötzen. Mit derart trickreicher Baukunst hatten die Kirmesgestalter nicht gerechnet, sie hielten die Aufgabe für unlösbar. So musste der geplante Trostpreis in einen Hauptpreis umgewandelt werden: Da die Geistlichen am Kirmesmontag Geld für die Unterstützung des Hauses Pumuckl in Hattert sammelten, erhielten sie besonders große Sammeleimer sowie das Versprechen, die gesammelte Summe aufzustocken.
Mit weiteren Unterhaltungs-Aktionen sowie Musik und Tanz bis zum Kirmesausklang mit den Lasterbacher Musikanten wurde am Kirmesmontag noch lange gefeiert. htv
|
|
| Nachricht vom 10.08.2026 |
www.ww-kurier.de |
|
|
|
|
|
|