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Nachricht vom 10.08.2026
Rheinland-Pfalz
Wölfe in Rheinland-Pfalz: Neue Schutzmaßnahmen für Weidetiere vorgestellt
Der Anstieg der Wolfszahlen macht den Schutz von Weidetieren in Rheinland-Pfalz immer dringlicher. Eine neue Demonstrationsanlage in der Pfalz zeigt, welche Maßnahmen möglich sind, um Nutztiere effektiv zu schützen.
Schutz gegen Wölfe - Herdenschutzzäune. Foto: Laszlo Pinter/dpaMünchweiler an der Alsenz. Seit diesem Sommer steht neben dem Hofgut Neumühle eine Demonstrationsanlage für Herdenschutz, die erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz. Auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern und mit rund 250 Metern Zäunen können sich Tierhalter über verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Wölfe informieren. Diese Anlage richtet sich sowohl an professionelle als auch an Hobbytierhalter. Die Nähe zur Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung des Bezirksverbandes Pfalz ist bewusst gewählt, da hier regelmäßig Tierhalter verkehren.

Die Demonstrationsanlage wurde vom Bezirksverband Pfalz und dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) aufgebaut. Julian Sandrini, Leiter des Kluwo, beschreibt die Anlage als "Markt der Möglichkeiten" zur Wolfsabwehr. Dennoch betont er, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Wölfen gibt, da diese gut graben, schwimmen und ihre Strategien anpassen können. Empfohlen werden Zäune mit mehr als 2.500 Volt Spannung, um Wölfe abzuschrecken.

Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt Tierhalter finanziell bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen. In bestimmten Präventionsgebieten werden bis zu 100 Prozent der Kosten übernommen. Auch außerhalb dieser Gebiete ist Unterstützung möglich, wenn es zu einem Wolfsriss kommt. Abschuss bleibt ein letztes Mittel, das durch die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht erleichtert wurde.

In Rheinland-Pfalz gibt es sechs Wolfsrudel, darunter das Greifensteiner Rudel aus Hessen. Im Jahr 2025 kam es zu 45 Vorfällen mit Wölfen, wobei 153 Nutztiere getötet wurden. Hauptsächlich ernähren sich Wölfe jedoch von Wildtieren wie Rehen und Wildschweinen.

Für Wanderschäfer sind mobile Zäune meist ausreichend, während Haltungsbetriebe genauer beraten werden müssen. Hilfsmittel wie Wickelgeräte oder Elektroschubkarren erleichtern das Aufstellen von Stromzäunen. Auch Photovoltaik-Anlagen müssen geschützt werden, da dort Schafe grasen, um den Bewuchs kurz zu halten. Regelmäßige Kontrollen der Anlagen sind unerlässlich, erklärt Sandrini: "Man muss seine Anlage einfach immer im Blick haben." (dpa/bearbeitet durch Red)
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