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Pressemitteilung vom 04.08.2026
Region
Historische Waldweide in Steinebach: Ein Naturschutzprojekt mit Vorbildcharakter
In Steinebach wird eine jahrhundertealte Kulturlandschaft wiederbelebt. Anlässlich des Welttags des Naturschutzes besuchte Marco Dörner die historische Waldweide am "Hundsbaum". Das Projekt zeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement für den Natur- und Artenschutz sein kann.
Foto: Marco DörnerSteinebach. Am 28. Juli besuchte Marco Dörner, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hachenburg, die Waldweide am "Hundsbaum" in Steinebach. Bei einem Rundgang informierte er sich über die Entwicklung der ehemaligen Huteweide sowie die ökologischen Ziele und Besonderheiten des Projekts.

Hinter der heutigen Waldweide verbirgt sich eine jahrhundertealte Kulturlandschaft. Auf den ersten Blick wirkt das Gelände wie ein gewöhnliches Waldstück, doch über Generationen hinweg war es eine sogenannte Huteweide - eine halboffene Landschaft, in der Weidetiere und Natur im Einklang existierten. Mit dem Wandel der Landwirtschaft Anfang der 1960er Jahre verschwand diese traditionelle Bewirtschaftungsform nahezu vollständig. Die Flächen verbuschten, lichtliebende Pflanzen verschwanden und mit ihnen zahlreiche Tierarten, die solche Lebensräume benötigten.

Dank des Engagements zahlreicher Beteiligter hat dieser Landschaftsraum heute wieder eine Zukunft. Der entscheidende Impuls kam von Bernd Uptmoor aus Steinebach, der seine Erfahrung aus der Arbeit bei der Naturschutzbehörde einbrachte. Gemeinsam mit der Ortsgemeinde Steinebach, repräsentiert durch Ortsbürgermeister Jürgen Hebel, der Oberen Naturschutzbehörde und Biotopbetreuer Markus Kunz sowie dem Forstamt Hachenburg entwickelte sich daraus ein langfristig angelegtes Naturschutzvorhaben.

Eine Schlüsselrolle übernehmen auch landwirtschaftliche Partner. Nadine Ladewig, weitere Beigeordnete der Ortsgemeinde, stellt Zeburinder von ihrem Hofgut Salzberg zur Beweidung der Flächen zur Verfügung. Ergänzt wird die naturnahe Pflege durch Schafe und Ziegen der Schäferei Burbach aus Kadenbach. Diese Tiere unterdrücken durch ihr Fressverhalten den Aufwuchs von Gehölzen, schaffen offene Bodenstellen und fördern damit Strukturen, die für eine hohe Artenvielfalt erforderlich sind. Jahrhundertealte Eichen erhalten wieder Licht und Platz zur Entwicklung, zahlreiche Insektenarten finden ideale Bedingungen, Höhlenbäume entstehen, seltene Pflanzen können sich erneut ausbreiten, und viele Vogel- sowie Fledermausarten profitieren von diesem abwechslungsreichen Biotop.

Die Rückkehr der Huteweide ist als langfristige Aufgabe angelegt, bei der sich die Natur in ihrem eigenen Tempo entfalten kann. Erste positive Entwicklungen sind bereits sichtbar und zeigen das Potenzial dieser traditionellen Form der Landschaftspflege für den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Marco Dörner äußerte sich beeindruckt und würdigte das Engagement aller Beteiligten: "Am Hundsbaum wird deutlich, wie viel entstehen kann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Ideen mit Fachwissen, Ausdauer und Herzblut verfolgen. Bernd Uptmoor hat den entscheidenden Anstoß gegeben, die Ortsgemeinde hat den Weg konsequent mitgetragen, Fachbehörden und Forst haben ihre Expertise eingebracht und die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihren Tieren einen unverzichtbaren Beitrag. Hinzu kommt der Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher. Dieses Miteinander verdient höchste Anerkennung."

Ortsbürgermeister Jürgen Hebel freut sich über die Entwicklung des Vorhabens. Mit der Wiederherstellung der Waldweide in Steinebach wird dem schleichenden Verschwinden dieser historisch gewachsenen Kulturlandschaft im Westerwald entgegengewirkt. Gleichzeitig lädt das Areal dazu ein, die Veränderungen vor Ort mitzuerleben. Über den durch das Gelände führenden Wirtschaftsweg können Besucherinnen und Besucher die Entwicklung der Waldweide aus nächster Nähe beobachten. Dadurch eignet sich das Gebiet gleichermaßen für naturinteressierte Gäste wie auch für Bildungsangebote und Exkursionen. PM/Red
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