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| Nachricht vom 04.08.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Elterntaxis im Fokus: Wie sicher sind Schulwege in Rheinland-Pfalz? |
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| Mit dem Beginn des neuen Schuljahres am 10. August in Rheinland-Pfalz rückt die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zur Schule erneut in den Mittelpunkt. Welche Gefahren bestehen, und wie können Eltern und Kommunen dazu beitragen, den Schulweg sicherer zu gestalten? |
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Mainz/Koblenz. Für Hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz beginnt am 10. August nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Mit dem Schulstart rückt auch die Sicherheit auf dem Schulweg in den Fokus. Wo lauern die größten Gefahren? Welche Rolle spielen Elterntaxis? Und was können Eltern und Kommunen tun, um den Schulweg sicherer zu machen? Ein Überblick in Fragen und Antworten.
Wo lauern die größten Gefahren auf dem Schulweg?
Ein zentrales Problem sehen mehrere Fachleute im Verkehr direkt vor den Schulen. Nach Angaben der Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz gehören Elterntaxis zu den größten Herausforderungen, also wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto direkt bis zur Schule bringen. Der Landeselternbeirat verweist ebenfalls auf unübersichtliche Verkehrssituationen durch haltende und parkende Autos sowie zu hohe Geschwindigkeiten. Aus Sicht des ADAC Mittelrhein kommen fehlende Querungshilfen, zu schmale Gehwege, zugeparkte Sichtachsen und unübersichtliche Kreuzungen hinzu.
Wie häufig passieren Schulwegunfälle - und wobei?
Nach Angaben der Unfallkasse Rheinland-Pfalz wurden 2025 insgesamt 4.315 Wegeunfälle bei Kindern und Jugendlichen gemeldet. Dabei handele es sich um alle Vorfälle, die über die Schülerunfallversicherung registriert wurden. Dazu zählen jedoch auch Kitakinder und Studierende. Die meisten der gemeldeten Unfälle ereigneten sich zu Fuß (1.690), gefolgt von Fahrrad, E-Bike, Pedelec oder Tretroller (1.079), Bus und Bahn (723) sowie Auto (416). Mit Motorrad, Motorroller und Mofa waren es demnach 407 Unfälle. Die Unfallkasse weist aber ausdrücklich darauf hin, dass ihre Statistik auch leichte Verletzungen wie umgeknickte Füße oder Rangeleien auf dem Schulweg umfasst.
Sind Schulwege in Rheinland-Pfalz insgesamt sicher?
Eine pauschale Antwort gibt es laut Unfallkasse Rheinland-Pfalz nicht. Die erfassten Unfallzahlen seien kein Maßstab für die bauliche Sicherheit eines Schulwegs. Zugleich gelte: "Jeder Unfall ist einer zu viel."
Warum bringen so viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule?
Nach Angaben des Landeselternbeirats spielt vor allem das Sicherheitsbedürfnis vieler Eltern eine Rolle. Wer den Schulweg als gefährlich empfindet oder schlechte Erfahrungen mit der Schülerbeförderung gemacht hat, fährt sein Kind häufig selbst. Ein Aspekt sei, dass die Ablenkung durch Smartphones nicht nur Autofahrer betreffen könne, sondern auch ältere Schüler, die mit Blick aufs Handy und mit Kopfhörern im Ohr unaufmerksam seien. Verkehrserziehung sollte demnach auch in höheren Stufen regelmäßig thematisiert werden. Einige Eltern verbinden den Schulweg auch mit dem Arbeitsweg und bringen daher ihr Kind mit dem Auto zur Schule.
Warum können Elterntaxis ein Problem sein?
Elterntaxis sollen Kinder sicher zur Schule bringen, können die Verkehrssituation vor Schulen nach Einschätzung mehrerer Fachleute aber verschärfen. Viele Fahrzeuge auf engem Raum führen zu unübersichtlichen Situationen, riskanten Wendemanövern sowie Halten in zweiter Reihe oder im Halteverbot. Dadurch steigt insbesondere für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, das Risiko. Der Landeselternbeirat spricht von einem Teufelskreis: Je mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, desto gefährlicher wird die Situation vor der Schule. Gleichzeitig greifen mehr Eltern aus Sorge um ihre Kinder auf das Auto zurück.
Wie können Schulwege sicherer werden?
Die befragten Organisationen nennen vor allem bauliche Verbesserungen. Dazu gehören sichere Querungshilfen, ausreichend breite Gehwege, gut einsehbare Kreuzungen, Fußgängerampeln, Mittelinseln, Poller und Tempo-30-Bereiche im Schulumfeld. Der Landeselternbeirat spricht sich außerdem für Hol- und Bringzonen in einiger Entfernung zur Schule sowie eine zuverlässige Schülerbeförderung aus. Der Beirat sieht als notwendig an, dass alle Verantwortlichen - also auch Kommunen, Schulträger und Verkehrsunternehmen - beim Thema Sicherheit zusammenarbeiten müssen. Es hänge nicht allein am Verhalten der Eltern.
Was können Eltern selbst tun?
Landesverkehrswacht und ADAC raten Eltern, den Schulweg rechtzeitig und mehrfach gemeinsam mit ihren Kindern zu üben. Dabei sollte die sicherste und nicht unbedingt die kürzeste Strecke gewählt werden. Die Landesverkehrswacht empfiehlt Straßen mit Gehwegen, Straßen in Wohngebieten und in Tempo-30-Zonen sowie generell gut einsehbare, gut beleuchtete und mit Fußgängerampeln ausgestattete Wege. Kinder, die ihren Schulweg altersgerecht möglichst selbstständig zurücklegen, entwickeln nach Einschätzung des ADAC ein besseres Gefahrenbewusstsein und bewegen sich sicherer im Straßenverkehr. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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