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Nachricht vom 03.08.2026
Rheinland-Pfalz
Warum viele in Rheinland-Pfalz nicht bis 67 arbeiten wollen
Eine aktuelle Untersuchung der DAK-Gesundheit zeigt, dass viele ältere Arbeitnehmer in Rheinland-Pfalz einen vorzeitigen Ruhestand anstreben. Was hält sie davon ab, länger im Berufsleben zu bleiben?
Arbeitsplatz mit Computer. Foto: Daniel Naupold/dpaMainz. Mehr als die Hälfte der älteren Beschäftigten in Rheinland-Pfalz plant laut einer aktuellen Untersuchung der DAK-Gesundheit, früher in Rente zu gehen. 59 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 50 Jahren streben einen vorzeitigen Ruhestand an, wie die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands mitteilte. Damit liegt Rheinland-Pfalz über dem Bundesdurchschnitt. Der DAK-Gesundheitsreport "Arbeiten ab 50" zeigt zudem, dass ältere Beschäftigte seltener am Arbeitsplatz fehlen, aber im Krankheitsfall länger ausfallen. Grundlage der Untersuchung waren die Daten von rund 144.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Rheinland-Pfalz.

Der Wunsch: Gesundheit, Anerkennung - und gute Bedingungen
"Wenn sich jede und jeder zweite ältere Erwerbstätige wünscht, vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, sollten wir genau hinhören", sagte DAK-Landeschef Rainer Lange. "Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die sich Gesundheit, Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen bis zum Ende ihres Berufslebens wünschen." 28 Prozent der Befragten ab 50 Jahren möchten bis zur regulären Altersgrenze arbeiten, während 12 Prozent sich vorstellen können, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Insgesamt denken 44 Prozent der Beschäftigten in Rheinland-Pfalz über einen früheren Ausstieg nach.

Für ein längeres Berufsleben wünschen sich viele bessere Bedingungen. 48 Prozent fordern eine höhere Bezahlung, 44 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, und für 40 Prozent ist mehr Wertschätzung entscheidend. "Wer möchte, dass erfahrene Beschäftigte länger im Beruf bleiben, muss ihre Lebensrealität ernst nehmen", betonte Lange.

Seltener krank - aber länger
Beim Krankenstand zeigt sich ein gemischtes Bild: Beschäftigte ab 50 Jahren waren 2025 seltener krankgeschrieben als Jüngere, mit 170 Krankmeldungen je 100 Versicherte im Vergleich zu 219 Fällen bei den unter 50-Jährigen. Allerdings dauerten Erkrankungen bei den über 50-Jährigen im Schnitt 16,9 Tage, während jüngere Beschäftigte durchschnittlich 8,5 Tage fehlten.

Eine mögliche Aktivrente stößt auf Interesse: 68 Prozent der Befragten ab 50 Jahren stehen dem Modell offen gegenüber, doch es gibt keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. "Das Ziel sollte nicht sein, Menschen länger arbeiten zu lassen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen sie länger arbeiten können und wollen", so Lange. (dpa/bearbeitet durch Red)
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