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Nachricht vom 02.08.2026
Region
Green Juice wird volljährig: Überraschungssets und Feuerwerk nach Wetterpausen
"Green Juice" ist 18 geworden - Das Festival durfte am 31. Juli und 1. August 2026 seinen Geburtstag an der Seite jubelnder Fans im Park Neu-Vilich feiern. Zweimal musste das Programm wegen Unwetterwarnungen pausieren, dank spontaner Konzerte, emotionaler Auftritte und einem leuchtenden Finale tat das der Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Abschlussfeuerwerk während der Zugabe von "The Wombats". Fotos: Lara Jane Schumacher/Art of JaneBonn-Neu-Vilich. Warme Temperaturen und laue Sommernächte prägten weite Teile des diesjährigen Green Juice Festivals. Insgesamt waren 31 Acts auf drei Bühnen angekündigt - von Indie-Pop und Punk über Post-Hardcore bis zu einer ungewöhnlichen Mischung aus Ska, Metal und Hip-Hop. Das Festival begann 2008 mit einer kleinen Bühne, fünf Bands und rund 200 Besuchern. Auch 18 Jahre später gehört die begrenzte Fläche mitten im Wohngebiet zum Charakter der Veranstaltung. Das Gelände, welches Platz für bis zu 7500 Menschen bietet, war an beiden Tagen gefüllt von bunten, lachenden und sich zuprostenden Besuchern. Samstags war es deutlich voller als am Vortag, bereits am Nachmittag musste der Parkplatz geschlossen werden, weil alle Stellplätze belegt waren.

Wetterwarnungen führen zu zwei Evakuierungen
Der 18. Geburtstag begann prompt mit einem Déjà-Vu-Moment zum vergangenen Jahr: Am Donnerstag, 30. Juli, mussten mehr als 200 Menschen den Campingplatz wegen starker Sturmböen vorübergehend verlassen. Sie wurden aufgefordert, in ihren Autos Schutz zu suchen. Auch am Freitagabend wurde das Festivalgelände geräumt, für beide Zeiträume lagen orangefarbene Warnungen des Deutschen Wetterdienstes vor. Nach jeweils etwa anderthalb bis zwei Stunden konnte es weitergehen. Das Organisationsteam passte den Zeitplan am Freitag so an, dass zur Freude der Festivalbesucher dennoch alle angekündigten Künstler auftreten konnten.

Raum27 bringen die Stimmung zurück
Direkt nach der Unterbrechung am Freitag gelang Raum27 der musikalische Neustart. Das Indie-Pop-Duo verband erneut eingängige Melodien mit persönlichen und gesellschaftlichen Themen, die direkt beim Publikum ankamen. Sänger Tristan Stadtler zeigte sich von der positiven Reaktion sichtlich gerührt, während die Stimmung auf dem Gelände innerhalb kurzer Zeit wieder ihren vorherigen Höhepunkt erreichte. Für einen optischen Überraschungsmoment sorgte anschließend das Chemnitzer Indie-Pop-Trio Blond. Nina Kummer, Lotta Kummer betraten zusammen mit Johann Bonitz die Bühne in auffälligen Puppenkleidern. Nach dem ersten Lied rissen sie die Kostüme herunter und präsentierten darunter ein neues Outfit, in welchem sie für den Rest des Auftritts die Bühne zum Beben brachten.

Einen deutlichen Stilwechsel brachte der Freitags-Headliner Skindred. Die Band aus dem walisischen Newport um Sänger Benji Webbe verbindet harte Metalriffs mit Reggae, Ska, Hip-Hop, elektronischer Musik und Elementen des Punk. Das zunächst ungewöhnlich wirkende Klangbild wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und wirkte mitreißend auf alle Anwesenden.

Pop-up-Konzert unter Lichterketten
Neben den Auftritten auf der Hauptbühne gehörten zwei kurzfristig angekündigte Konzerte zu den besonderen Momenten des Wochenendes. Am Freitag spielten OK Kid ein Pop-up-Konzert in der Chill-Area. Unter Lichterketten entstand ein intimer Rahmen, in welchem das Trio unter anderem einen neuen Song vorstellte. Am Samstag folgte um 13.50 Uhr der nächste unangekündigte Besuch: Blackout Problems spielten ein Akustikset am 1LIVE-Sektorbus. In einer vorherigen Instagram-Umfrage waren die Münchner Alternative-Rocker von zahlreichen Green-Juice-Fans als gewünschte Überraschungsgäste genannt worden. Daraufhin kamen die „alten Bekannten“ des Festivals spontan zum 18. Geburtstag vorbei.

Punk, Rock und Indie-Pop am zweiten Tag
Auf der Hauptbühne fanden sich am Festivalsamstag Künstler wie Paula Engels und die Mannheimer Indie-Band ok.danke.tschüss bis zu etablierten Namen der deutschen Rock- und Punkszene wieder. Später folgten Adam Angst und die Rocksängerin Ina Bredehorn, besser bekannt als „Deine Cousine“. Damit blieb das Programm auch am zweiten Festivaltag stilistisch breit aufgestellt.

Parallel erhielten Nachwuchstalente wie Katlix, Lin, Carli und Hank auf der Rookie Stage eine eigene Plattform. Bereits vor dem Festival hatte Veranstalter Julian Reininger die Bedeutung dieser Bühne hervorgehoben: "Wir wollen so vielen jungen Musiker und Musikerinnen wie noch nie die Chance eröffnen, vor einem größeren Publikum zu spielen. Das war immer ein wichtiger Antrieb für uns: lebendige, junge Kultur zu fördern, aufstrebenden Acts zum ersten größeren Festivalauftritt verhelfen."

Mehr als ein Musikprogramm
Neben den Konzerten und den acht DJ-Sets am 1LIVE-Sektorbus waren mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen auf dem Gelände vertreten. Dazu gehörten unter anderem Sea-Eye, die Welthungerhilfe, Pro Choice, Aktion Deutschland Hilft und das Netzwerk Blühende Landschaft. Simon Reininger erklärte dazu vor dem Festival: "Mit unserem Setup können wir nicht nur die Vielfalt der Musikbranche abbilden, sondern auch den Themen Raum geben, die uns abseits der Bühne wichtig sind."

Diese Ausrichtung zeigte sich auch in der Atmosphäre auf dem Gelände. Kinder, Jugendliche und Erwachsene feierten gemeinsam. Trotz der wetterbedingten Unterbrechungen blieb das Festival von Nächstenliebe, gegenseitiger Rücksichtnahme und einem harmonischen Miteinander geprägt. Der vergleichsweise kleine Rahmen verstärkte die Nähe zwischen Publikum, Bands und Organisationsteam. Sonnenuntergang, Seifenblasen und viel Glitzer bestimmten das Bild zwischen den Konzerten.

Geburtstagsständchen vor dem Finale
Unmittelbar vor dem Auftritt des Headliners The Wombats wurde das Organisationsteam selbst auf die Bühne gebeten. Zum 18. Geburtstag gab es ein gemeinsames Ständchen, Glückwünsche und Blumen. Mehrere Mitglieder des Teams reagierten sichtlich gerührt. Den musikalischen Schlusspunkt setzten anschließend The Wombats – mit ihrem Auftritt und einem abschließenden Feuerwerk beendeten sie den zweiten Festivaltag. Über dem Park Neu-Vilich trafen dabei die letzten Songs des Wochenendes auf Lichter, Glitzer und den warmen Bonner Nachthimmel.
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