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| Nachricht vom 01.08.2026 |
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| Kultur |
| Kino für die Ohren: Orgelnacht begeistert mit Filmmusik und Klassik |
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| Übervolle Abteikirche Marienstatt, Gänsehautmomente und minutenlange Standing Ovations - Werner Parecker zeigte, wie modern und vielseitig die Orgel klingen kann. |
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Streithausen. Wer bei der Orgelnacht ausschließlich Kirchenmusik erwartet hatte, wurde am Freitagabend, dem 31. Juli, in der Abteikirche Marienstatt überrascht. Schon lange vor Konzertbeginn waren nahezu alle Plätze besetzt. Als auch die letzten Stuhlreihen gefüllt waren, mussten kurzerhand weitere Stühle aufgestellt werden, so groß war der Andrang. Das abwechslungsreiche Programm von Regionalkantor Werner Parecker aus Kiel lockte Besucher aller Altersgruppen an und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die „Königin der Instrumente“ klingen kann.
Kaum erklangen die ersten Töne von „Palladio“, war klar: Dieser Abend wird abwechslungsreich. Mal kraftvoll und dynamisch, dann wieder leise und fast zerbrechlich, führte Parecker sein Publikum durch Klassik, Filmmusik und Improvisationen. Unterstützt wurden die musikalischen Stimmungswechsel von wechselnden Lichtinstallationen, die die besondere Atmosphäre der Abteikirche eindrucksvoll unterstrichen.
Viele Besucher dürften überrascht gewesen sein, wie wandelbar eine Orgel klingt. Während Hände und Füße des Organisten perfekt zusammenspielten, entstanden Klänge, die mal an ein ganzes Orchester erinnerten und kurz darauf fast wie eine filigrane Spieluhr wirkten. Gerade bei der Improvisation über „Der Mond ist aufgegangen“ erfüllte eine ruhige, beinahe märchenhafte Stimmung den Kirchenraum.
Natürlich durfte auch Ludwig van Beethoven im Programm nicht fehlen. Seine Musik fügte sich ebenso stimmig in den Abend ein wie die bekannten Filmmelodien. Als die ersten Töne aus „Der Herr der Ringe“ erklangen, entstanden sofort die Bilder des Films vor dem inneren Auge. Sanfte Passagen wechselten sich mit kraftvollen Klangbildern ab und zeigten eindrucksvoll, welche Ausdruckskraft in der Orgel steckt.
Ganz anders Ravels „Boléro“: Aus zunächst leisen, fast zarten Tönen entwickelte sich nach und nach eine immer größere Klangfülle, bis die Musik schließlich den gesamten Kirchenraum erfüllte. Mit Werken aus „Jurassic Park“, und „Basic Instinct“ bewies Parecker immer wieder, wie vielseitig sich die Orgel einsetzen lässt.
Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich „Fluch der Karibik“. Kraftvoll, mitreißend und voller Energie sorgte das Finale für einen echten Gänsehautmoment. Der begeisterte Applaus wollte anschließend kaum enden. Erst nach minutenlangen Standing Ovations kehrte Werner Parecker noch einmal an die Orgel zurück und bedankte sich mit Hans Zimmers „Interstellar“ für die Begeisterung des Publikums, der berührende Abschluss eines außergewöhnlichen Konzertabends.
Auch nach dem letzten Ton war der Abend noch nicht vorbei. Das eigens länger geöffnete Brauhaus und der Biergarten der Abtei waren ebenso gut besucht wie zuvor die Kirche. Bei einem Getränk ließen viele Besucher das Konzert Revue passieren und tauschten ihre Eindrücke aus, ein stimmungsvoller Ausklang für einen Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie Musik Menschen zusammenbringen kann.
Tanja Tischler
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