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Nachricht vom 30.07.2026
Region
Bienenzuchtvereine der Region im Miteinander: Zusammen für Tiere und Natur
Wer mit Anja Pittler vom Bienenzuchtverein "Hämmscher Land e.V." spricht, spürt die Leidenschaft für ihr Tun in jedem Wort. Und damit ist sie nicht alleine: Denn was einige Vereine in der Region auszeichnet, ist der Zusammenhalt, der letztendlich den Bienen und der Natur zugutekommt.
Bei der Futterausgabe für die Bienen (Foto: Anja Pittler)Fürthen. "Das ist hier schon so ein bisschen der Treffpunkt für die Imker und Vereine der Region geworden", erzählt Anja Pittler in der Küche ihres Hauses im Fürthener Ortsteil Opsen. "Wenn wir die Futterbestellung für die Bienen ausgeben, treffen sich hier alte Bekannte genauso wie Menschen, die sich vorher nie gesehen haben. Und es entstehen immer Gespräche, es ist immer ein herzliches Miteinander"! Die zweite Vorsitzende des Bienenzucht- und Naturschutzvereins "Hämmscher Land" erklärt im Gespräch mit den Kurieren, was es mit der Futterbestellung auf sich hat und warum diese so besonders ist auch für Bienenfreunde über Landesgrenzen hinweg. "Hier zeigt sich einfach, was unser Leitgedanke ist. Denn als Verein im Raiffeisenland haben wir auch Raiffeisens Worte verinnerlicht: ‚Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele.‘ Und davon profitieren natürlich die Bienen, um die wir uns kümmern, und letztendlich die gesamte Natur."

Mancher Laie weiß vermutlich nicht, dass auch Bienen im Winter Futter brauchen - denn ihnen fehlt der Honig, den der Mensch für sich beansprucht. Also bekommen sie im Gegenzug einen Bienensirup, angereichert mit wichtigen Nährstoffen, mit dem sie den Winter überleben können. "Diese Futterbestellung haben wir vom ‚Hämmscher Land‘ in den vergangenen Jahren für viele Vereine in der Region als Sammelbestellung organisiert. Denn als eingetragener Verein können wir direkt beim Hersteller statt über einen Händler bestellen, wodurch wir merklich Kosten sparen, was natürlich Vereinen und einzelnen Imkern zugutekommt." So ist vor wenigen Wochen bereits zum vierten Mal ein 40-Tonner auf Anja Pittlers Hof vorgefahren und hat kistenweise Bienenfutter abgeladen, das dann von den Mitbestellern abgeholt wurde. "Das ist wirklich so ein kleines soziales und herzliches Event geworden", freut sich Anja Pittler. "Sozialer Treffpunkt und Naturschutz in einem - das ist wirklich jede Anstrengung wert, die im Vorfeld damit zusammenhängt."

Sozialer Zusammenhalt zwischen Vereinen
Die Vorteile der Sammelbestellung haben sich längst herumgesprochen: Mittlerweile machen unter anderem Bienenzuchtvereine von Windeck und Waldbröl über Betzdorf und Kirchen bis hin zu Freudenberg mit. "Doch dahinter steht nicht nur ein finanzielles Interesse", betont Anja Pittler. "Hier zeigt sich auch einfach der soziale Zusammenhalt, der zwischen den Vereinen entstanden ist. Die Vernetzung funktioniert generell und über die Futterbestellung hinaus, denn in der Zusammenarbeit können wir viel mehr erreichen als ein einzelner Verein." Das zeige sich beispielsweise auch in der Unterstützung, die man Jungimkern bietet oder Menschen, die gerade erst mit dem Hobby gestartet sind. Denn gerade zu Anfang stehen erst einmal Kosten an, etwa durch das Startequipment, die Milbenbehandlung der Bienen oder eben das Futter. Andere wissen nicht, wo sie ihren Honig verkaufen wollen oder können, auch hier will man in Zukunft eine Anlaufstelle bieten. "Die positive und produktive Zusammenarbeit zeigt sich aber auch zum Beispiel gerade mit den Windecker Kollegen", erzählt Anja Pittler. "Die nehmen unseren Bienenwachs mit und bringen ihn zur Schmelze. Daraus entstehen neue Mittelwände für unsere Bienentöcke. So bleiben wir in unserem eigenen Wachskreislauf - garantiert pestizidfrei."

Auch das Thema Nachhaltigkeit spiele bei dem Gedanken der gegenseitigen Unterstützung eine Rolle. "Es ergibt ja einfach viel mehr Sinn, wenn nicht für jede Bestellung, nicht für jede Tour selbst jemand fahren muss", so Anja Pittler. "Glücklicherweise ist es nicht mehr wie noch vor einigen Jahren, wo jeder Imker sein eigenes Ding gemacht hat." Sie betont, dass sich jeder, der Interesse an der Arbeit mit Bienen hat, den verschiedenen Vereinen anschließen kann. "Wir sind froh über jede Unterstützung und Hilfestellung, die wir bieten können! Denn letztendlich sollen nicht nur Mensch und Biene, sondern die ganze Natur davon profitieren."

Dass der Zusammenhalt unter den Vereinen wichtig ist, liege auch daran, dass vonseiten der Politik wenig Unterstützung komme, so Anja Pittler weiter. Das zeige sich auch am Thema asiatische Hornisse. Denn die wird immer mehr zum Problem für die heimischen Bienen, für Menschen, aber auch für Natur und Ökosysteme vor Ort insgesamt. Doch auch hier machen sich die Vereine gemeinsam Gedanken um das weitere Vorgehen. Der Bienenzuchtverein "Hämmscher Land" wird den Kurieren darüber in Kürze berichten.


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