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| Nachricht vom 22.07.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Trockenheit in Rheinland-Pfalz: Ernte und Tourismus im Fokus |
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| Die anhaltende Dürre in Rheinland-Pfalz hat vielfältige Auswirkungen auf Landwirtschaft, Schifffahrt und Tourismus. Trotz der Herausforderungen zeigt sich ein differenziertes Bild über die aktuellen Entwicklungen. |
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Mainz. Trotz der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit fällt die Ernte in Rheinland-Pfalz laut Bauern- und Winzerverbänden besser aus als erwartet. Die hohen Temperaturen beschleunigten den Reifeprozess und führten zu einem ungewöhnlich frühen und kompakten Ernteverlauf, so eine Sprecherin. Die Trockenheit wirkt sich jedoch je nach Kultur und Region unterschiedlich aus: Besonders betroffen sind Mais, Zuckerrüben, Grünland sowie junge Weinbergsanlagen. Die Wintergerste profitierte von der Winterfeuchte und erzielte vielerorts überdurchschnittliche Ergebnisse, ebenso wie Raps. Beim Winterweizen ist die Bilanz gemischt; Frühjahrestrockenheit und Hitze beeinträchtigten regional die Erträge während der Kornfüllung.
Besonders kritisch ist die Lage beim Mais, wo die Bestände stark variieren. Auch nicht beregnete Kartoffeln leiden unter der Trockenheit. Beim Grünland war der erste und zweite Schnitt vielerorts noch zufriedenstellend, ein dritter Schnitt blieb jedoch regional aus. Im Weinbau sind die Reben bislang überwiegend gesund, doch junge Anlagen und flachgründige Steillagen geraten zunehmend unter Trockenstress. Im Obstbau führen Sonnenbrand bei Äpfeln und Trockenheitsschäden bei Zwetschen und Erdbeeren zu Ausfällen. Entscheidend für viele Kulturen sind nun Niederschläge, um weitere Ertrags- und Qualitätseinbußen zu begrenzen.
Für BASF stellt die Lage keine Bedrohung dar. Der Konzern transportiert 40 Prozent seiner Güter per Schiff. "Die Versorgung der Produktion mit Rohstoffen und Belieferung unserer Kunden ist gesichert", erklärte eine Sprecherin. Aufgrund des aktuellen Rheinpegels könnten alle Schiffe fahren, jedoch nicht voll beladen. Mehr Schiffe, darunter Niedrigwasserschiffe, werden eingesetzt. Das Transportschiff "Stolt" mit wenig Tiefgang ist permanent zwischen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam und Ludwigshafen im Einsatz. In der Vergangenheit führte geringer Wasserstand in Ludwigshafen zu Produktionsstopps. "Wir sehen vor allem im Bereich der 'Abladeoptimierung Mittelrhein' dringenden Umsetzungsbedarf", hieß es. Dies sei das Einzelprojekt im Bundesverkehrswegeplan mit dem besten Kosten/Nutzen-Verhältnis. Der Konzern ist Mit-Unterzeichner des Aktionsplans "Niedrigwasser Rhein" des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, um die Schiffbarkeit zu verbessern.
Der Tourismus in Rheinland-Pfalz startete gut ins Jahr. Kabinenschiffe könnten jedoch bald Schwierigkeiten bekommen, warnte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen. Die Entwicklung des Tourismus im zweiten Halbjahr wird gespannt erwartet. Die Branche verzeichnete einen deutlichen Anstieg, insbesondere das Ahrtal mit 14,6 Prozent mehr Gästen. Campingplätze und Reisemobilstellplätze waren ebenfalls gefragt. Die meisten Besucher kamen aus Deutschland, gefolgt von Touristen aus den Niederlanden, den USA und Belgien. Gereon Haumann, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Rheinland-Pfalz, äußerte den Wunsch, dass an sommerlichen Tagen kräftig eingekehrt wird. "Wir Deutschen sind Kalendermenschen", betonte Haumann. Es sei zu beobachten, dass Umsätze im dritten und vierten Quartal höher seien. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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