WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Nachricht vom 21.07.2026
Kultur
Der Mensch auf seiner Suche nach Glück: Musikalische Lesung im Schloss Montabaur
Am Sonntagabend (19. Juli) präsentierten Schauspieler Steffen Groth und die SWR-Chefsprecherin Isabelle Demey im Schloss Montabaur eine Auswahl von Textpassagen bekannter Autoren. Die rezitierten Texte handelten von der Suche und der Sehnsucht nach Glück.
Schauspieler Steffen Groth und SWR-Chefsprecherin Isabelle Demey rezitierten Werke verschiedener Autoren zum Thema Glück.  (Fotos: Mariam Nasiripour)Montabaur. "Jeder Mensch ist seines eigenen Glücks Schmied", lautet ein Sprichwort. Dem würden einige Menschen wahrscheinlich widersprechen. Doch eins ist sicher: Der Mensch ist zeit seines Lebens auf der Suche nach Glück. Doch was ist Glück? Was macht die Menschen glücklich? Antworten auf diese Fragen suchten auch die Autoren der Texte, die bei der literarisch-musikalischen Reise im Schloss Montabaur rezitiert wurden. Die Veranstaltung der Reihe "SWR Kultur - Literatur und Musik" wurde von Jörg Lengersdorf moderiert. Die Texte rezitierten der Schauspieler Steffen Groth und die SWR-Chefsprecherin Isabelle Demey. Für die musikalische Begleitung zeichneten Benyamin Nuss am Klavier und Konstantin Reinfeld mit der Mundharmonika verantwortlich.

Im ausverkauften Rittersaal hörten die Zuhörer Auszüge aus den Werken verschiedener Autoren, wie Robert Walser, Erich Kästner, Johann Wolfgang von Goethe oder Jane Gardam. Dabei wechselten sich Lesung und Musikstück ab. Groth und Demey ließen mit ihrer Art des Vortragens die Geschichten lebendig werden. Mit ihrer Mimik und Gestik verliehen sie ihren Erzählungen Tiefe und Intensität. Wenn man die Augen schloss, dann erschien die Szenerie direkt vor den Augen und erwachte so zum Leben. Einige der ausgewählten Werke machten nachdenklich und traurig. Wiederum andere brachten die Zuhörer zum Lächeln und Schmunzeln.

So lernte man bei Erich Kästners Werk "Das Märchen vom Glück", dass man mit seinen Wünschen nicht so leichtfertig umgehen sollte. Und wer denkt, dass Reichtum glücklich macht, lernt von Damokles, dass das vermeintliche Glück auch eine Bürde sein kann. In Tine Melzers Werk "Alpha, Bravo, Charlie" hadert ein pensionierter Pilot mit seinem Ruhestand und trauert seiner Berufszeit hinterher, weil er damals respektiert und angesehen war. Während anderer Männer seines Alters ihr Glück in den verschiedenen Zerstreuungen des Lebens gefunden zu haben scheinen. Zu den vorgetragenen Werken gehörte auch ein Zitat, das dem Lyriker Rainer Maria Rilke zugeschrieben wird. Dieser besagt: "Glück ist nichts anderes als das tiefe Eingeständnis mit dem eigenen Leben." Denn das Glück liegt in den kleinen Dingen des Lebens.

Zum kurzweiligen Abend trug auch die lebendige und erfrischende Moderation von Lengersdorf bei. Während die verschiedenen Werke den Zuhörer dazu bewogen, in sich zu gehen und über das Leben zu sinnieren, konnten die Zuhörer bei der Musik ihre Gedanken loslassen und sich von den Klängen des Klaviers und der Mundharmonika treiben lassen.

Nuss und Reinfeld spielten neben Stücken von unterschiedlichen Künstlern auch eigene Kompositionen. Diese waren mal melancholisch, mal heiter und fröhlich. Beim Blick durch die Zuschauerreihen sah man einige, die ihre Augen geschlossen hatten, um sich ganz der Musik hinzugeben.
Nachricht vom 21.07.2026 www.ww-kurier.de