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Nachricht vom 05.07.2026
Wirtschaft
Altbundespräsident Christian Wulff zeichnet Westerwälder Familienunternehmen aus
Das Familienunternehmen Probus Maschinenbau GmbH aus Marienrachdorf wurde für seine herausragende Innovationskraft mit dem renommierten TOP 100-Siegel geehrt. Altbundespräsident Christian Wulff überreichte die Auszeichnung persönlich an die Geschäftsführung und würdigte damit die besondere Stellung des Westerwälder Betriebs als Hidden Champion.
Simon Pusch, Christian Wulff und Guido Pusch (v.l.) bei der Preisübergabe. (alle Fotos: Wolfgang Rabsch)Marienrachdorf/Heidelberg. Altbundespräsident Christian Wulff überreichte einem Unternehmen aus dem Westerwald eine der wichtigsten Auszeichnungen des deutschen Mittelstands. Gibt es im Westerwald einen "Hidden Champion"? Die Antwort lautet eindeutig ja, denn die wenigsten Menschen werden jemals etwas von der Probus Maschinenbau GmbH aus Marienrachdorf gehört haben. "Hidden Champions" sind in der Öffentlichkeit wenig bekannt, da sie meist inhabergeführt, nicht börsennotiert sind und oft einen Nischenmarkt bedienen. Besser kann die Probus Maschinenbau GmbH nicht beschrieben werden. Etwas überspitzt kann man auch formulieren "Von Marienrachdorf hinaus in die große, weite Welt".

Die Zeiten, in denen der Westerwald aus anderen Regionen mitleidig belächelt wurde, weil es hier angeblich nur "Grumbiere" (Kartoffeln) und Basalt gab, sind Gott sei Dank längst passé. Ganz im Gegenteil, beim vor Kurzem stattgefundenen Empfang der Westerwälder Wirtschaft wurde häufig erwähnt, dass der Westerwald inzwischen in Rheinland-Pfalz zu einer der wirtschaftlich am stärksten expandierenden Regionen geworden ist. Dazu trägt unter anderem auch die Probus Maschinenbau GmbH bei.

Wieso berichten die Kuriere von der "Probus Maschinenbau GmbH"?
Der einheimischen Firma ist es gelungen, in den illustren Kreis der TOP 100-Firmen aufgenommen zu werden. Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mit 27 Forschungspreisen und über 200 Veröffentlichungen gehört er international zu den führenden Innovationsforschern. Mentor von TOP 100 ist der frühere Bundespräsident und Ministerpräsident Christian Wulff. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Mittelstandsverband BVMW. Das Magazin "manager magazin" begleitet den Unternehmensvergleich als Medienpartner, das Magazin "ZEIT für Unternehmer" als Kooperationspartner.

Christian Wulff gratuliert der Probus Maschinenbau GmbH aus Marienrachdorf zum Sprung in die TOP 100. Die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit fand am 26. Juni 2026 in Heidelberg für alle Mittelständler statt, die am Jahresanfang mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet worden sind. Der ehemalige Bundespräsident und Ministerpräsident begleitete den zum 33. Mal ausgetragenen Innovationswettbewerb als Mentor. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren überzeugte Probus Maschinenbau in der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter in Deutschland) besonders in der Kategorie Innovationserfolg.

Die fachliche Begründung für die Aufnahme in die TOP 100
Die Maschinenbaufirma entwickelt und fertigt spezialisierte, kundenspezifische Anlagen und Systeme für öl- und hydromechanische Anwendungen in der Energie- und Fördertechnik. Häufig entstehen neue Ideen direkt in laufenden Kundenprojekten, wenn Mitarbeiter Vorschläge einbringen, die über die ursprüngliche Spezifikation hinausgehen. Konstruktion, Projektleitung, Vertrieb und Geschäftsführung prüfen dann gemeinsam, ob sich ein solcher Vorschlag in den Ablauf und das Budget einfügen lässt.

Ideen entstehen im täglichen Austausch mit den Kunden
Ein Beispiel für ein erfolgreiches Innovationsprojekt ist ein Datenerfassungs- und Überwachungssystem, das so erweitert wurde, dass es nicht nur statische Grenzwerte überwacht, sondern dynamische Grenzbereiche für Zugkraft, Tiefe und Geschwindigkeit aktiv regelt. Das System greift automatisch ein, bevor kritische Lastspitzen entstehen, etwa durch sanftere Stopps und angepasste Geschwindigkeiten. Kunden berichten von einem sichereren Betrieb, weniger Fehlbedienungen, einer geringeren Belastung für die Bediener und einem reduzierten Risiko, Werkzeuge im Bohrloch zu verlieren. Entwickelt wurde dieses System gemeinsam mit Anlagenbedienern, Kunden und Spezialisten. Es ist so ausgelegt, dass es sich in alle Maschinen integrieren lässt.


Innovationsprozess geprägt durch Anforderungen aus der Praxis
Viele Projekte greifen spezifische Anforderungen aus der Praxis auf: schwer zugängliche Bohrplätze, dynamische Lastwechsel oder strenge Transportvorgaben. Der Ablauf ist pragmatisch, weil bei Probus Ideen auf kurzem Weg schnell bewertet und vorangetrieben werden. Da die meisten Produkte individuell auf die Kunden angepasst werden, ist gutes Teamwork entscheidend. Die Perspektive ist immer klar kundenorientiert: Erleichtert das neue Produkt die Bedienbarkeit deutlich? Bringt es eine innovative Funktion, die sich klar vom Wettbewerb abhebt? Steigert es die Kundenzufriedenheit spürbar? "Final entscheidend ist meistens die Frage, ob die Lösung nicht nur für ein einzelnes Projekt sinnvoll ist, sondern langfristig als Standard in unser Produktportfolio passt", erklärt Simon Pusch.

Ein innovativer Familienbetrieb, alles aus einer Hand
Beim Pressegespräch in den Räumen des Unternehmens konnten zielführende Gespräche geführt werden, die durch den anschließenden Rundgang durch die Produktionsstätten noch zusätzlich untermauert wurden. Es ist tatsächlich ein familiengeführtes Unternehmen mit Simon Pusch als Geschäftsführer und mit seinem Vater Guido Pusch, die offensichtlich harmonisch und sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Der Markt ist offen für weitere Innovationen und weltweite Expansion.

Gesellschafter Guido Pusch lobt die Familientradition
Für Gesellschafter Guido Pusch bedeutet diese Auszeichnung weit mehr als einen unternehmerischen Erfolg. Sie steht für den Weg eines Familienunternehmens, dessen Werte und Leidenschaft über Generationen weitergegeben werden. "Ich sehe die Leidenschaft meines Sohnes und muss oft an meinen eigenen Weg zurückdenken. Ohne meinen Vater wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Mein Vater, Manfred Pusch, hat an mich geglaubt, mir die Chance gegeben und mich dabei unterstützt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Damit hat er den Grundstein für das gelegt, was unser Unternehmen heute ist. Es erfüllt mich mit großem Stolz und tiefer Dankbarkeit, heute zu sehen, wie mein Sohn Simon diesen Weg mit neuen Ideen, großem Engagement und echter Leidenschaft weitergeht. Als Geschäftsführer führt er unser Familienunternehmen mit Weitblick und Innovationskraft in die Zukunft. Für mich gibt es keinen schöneren Beweis dafür, dass Leidenschaft in unserer DNA liegt. Zu erleben, wie Werte, Verantwortung und der Mut, Neues zu gestalten, von Generation zu Generation weitergegeben werden, ist das größte Geschenk als Unternehmer und als Vater."
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