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Pressemitteilung vom 05.07.2026
Region
Mehr als 60 Trainer für Gewaltschutz in Werkstätten zertifiziert
Ein neues Schulungsprojekt soll Menschen mit Behinderung dabei unterstützen, Gewalt zu erkennen und Hilfe zu finden. Nach einer umfassenden Ausbildung können mehr als 60 Trainer das Konzept künftig in Werkstätten in ganz Rheinland-Pfalz weitergeben.
Gemeinsam stark in Mainz: Bei der Zertifikatsübergabe kamen das Entwicklungsteam des Schulungsprojekts, die Geschäftsführungen der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und der LAG Werkstatträte Rheinland-Pfalz sowie Landesbehindertenbeauftragte Ellen Kubica zusammen. (Foto: Caritasverband WWRL)Westerwald/Rhein-Lahn. Mehr als 60 Trainer mit und ohne Beeinträchtigung haben ihre Ausbildung im Projekt "Gemeinsam stark" erfolgreich abgeschlossen. Nach drei mehrtägigen Fortbildungsblöcken erhielten sie bei Veranstaltungen in Mainz und Trier ihre Zertifikate. Künftig werden sie die Schulung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Rheinland-Pfalz durchführen.

Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Behinderung im Umgang mit Gewalt zu stärken, sie über ihre Rechte zu informieren und Wege aufzuzeigen, wie sie im Ernstfall Unterstützung erhalten können. Die Teilnehmer lernen unter anderem, persönliche Grenzen wahrzunehmen, deutlich Nein zu sagen und sich Hilfe zu holen.

Schulung gemeinsam entwickelt
Das Projekt wurde von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte Rheinland-Pfalz entwickelt. Ein besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit von Menschen mit Behinderung und Fachkräften. Beide Gruppen haben die Inhalte gemeinsam erarbeitet, erprobt und weiterentwickelt.

Auch die Durchführung der Schulungen folgt diesem inklusiven Ansatz. Trainer-Tandems übernehmen die Veranstaltungen gemeinsam. Dabei arbeiten Menschen mit Behinderung und Mitarbeiter der Werkstätten gleichberechtigt zusammen und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen in die Schulungen ein.

Gewaltschutz als wichtiges Thema
Die Bedeutung des Projekts wird durch aktuelle Forschungsergebnisse unterstrichen. In einer bundesweiten Untersuchung berichteten 26 Prozent der befragten Werkstattbeschäftigten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz innerhalb der vergangenen drei Jahre. Zudem gaben 33 Prozent an, seelische Gewalt erlebt zu haben, während 14 Prozent von körperlicher Gewalt betroffen waren.

Die Schulungsreihe umfasst fünf Module. Themen sind das Erkennen von Gewalt, Möglichkeiten zur Hilfe, der sichere Umgang mit dem Internet sowie ein selbstbewusstes Auftreten im Alltag. Vermittelt werden die Inhalte mit Bildern, Filmen, praktischen Übungen, Gesprächen und anschaulichen Beispielen.

Wissen soll weitergegeben werden
Mit der Zertifizierung der ersten Trainer-Tandems beginnt nun die nächste Phase des Projekts. Das erworbene Wissen soll in den Werkstätten in Rheinland-Pfalz weitergegeben werden und dort langfristig dazu beitragen, Aufmerksamkeit für das Thema Gewaltschutz zu schaffen sowie Betroffene zu stärken.

Bereits für Anfang 2027 ist eine weitere Ausbildungsrunde geplant. Dadurch sollen weitere Werkstätten die Möglichkeit erhalten, das Schulungskonzept "Gemeinsam stark" vor Ort einzusetzen. (PM/bearbeitet durch Red)
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