WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Pressemitteilung vom 01.07.2026
Region
Stadt Montabaur verabschiedet neuen Haushaltsplan für 2026
Die Stadt Montabaur steht vor finanziellen Herausforderungen und hat ihren Haushaltsplan für das Jahr 2026 angepasst. Nach unerwarteten Änderungen bei den Gewerbesteuereinnahmen musste der ursprüngliche Plan überarbeitet werden. Nun wurde ein neuer Entwurf einstimmig im Stadtrat beschlossen.
Die Kita St. Martin wurde umgebaut und mit einem Anbau umfangreich erweitert. Die Maßnahme wird im Sommer fertiggestellt und die Kinder können einziehen (Foto: Konstantin Hartenstein/VG Montabaur)Montabaur. Die Stadt Montabaur hat ihre finanziellen Planungen für das Jahr 2026 neu ausgerichtet. Nachdem Mitte April bekannt wurde, dass die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen von 32,5 Millionen Euro auf 8,75 Millionen Euro sinken würden, zog Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher den Haushaltsplanentwurf zurück. In intensiver Zusammenarbeit zwischen Fraktionen und Verwaltung wurde bis zur Sommerpause ein neuer Plan entwickelt, der nun einstimmig vom Stadtrat verabschiedet wurde.

Die Eckdaten für 2026
Im Ergebnishaushalt sind für 2026 Einnahmen von insgesamt 38,3 Millionen Euro vorgesehen, denen Aufwendungen von 61 Millionen Euro gegenüberstehen. Dies führt zu einem Defizit von knapp 22,7 Millionen Euro. Im Finanzhaushalt ergibt sich ein Fehlbetrag von 30,5 Millionen Euro, der durch Rücklagen aus Vorjahren (21 Millionen Euro) und Investitionskredite (9,5 Millionen Euro) gedeckt wird. Es ist das erste Mal seit über einem Jahrzehnt, dass Montabaur Kredite aufnehmen muss.

Die Hebesätze für Steuern bleiben zunächst unverändert. "Hier liegen wir im landesweiten Vergleich noch deutlich unter den Hebesätzen, die andere Städte unserer Größe haben. Aber es ist klar, dass wir uns dieses Thema für die Jahre ab 2027 ansehen müssen", erklärte Bürgermeisterin Leicher. Sie betonte, dass der Haushalt 2026 als Übergangslösung dient und die eigentliche Neuausrichtung mit der Planung für 2027 beginnt. Alle Positionen sollen überprüft werden, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen. "Das Ziel ist es, handlungsfähig zu bleiben und weiterhin Entwicklung in Montabaur zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass wir das schaffen, was wir uns vorgenommen haben und dass es keinen Stillstand gibt", so Leicher. Sie dankte allen Beteiligten im Rat und in der Verwaltung für die Zusammenarbeit. Auch die Ortsbeiräte werden bei der Erstellung des Haushalts für 2027 einbezogen, insbesondere wenn es um ihre Stadtteile geht.

Wichtige Projekte in 2026
Der neue Haushaltsplan der Stadt Montabaur sieht die Fortführung wichtiger Projekte im Jahr 2026 vor. Zu den laufenden Maßnahmen zählen die Brandschutzsanierung der Stadthalle, die Sanierung der Dorfgemeinschaftshalle Elgendorf und die Fertigstellung der Kitas Himmelfeld und St. Martin. Auch die Erneuerung der Stadtbachverrohrung im Bereich Steinweg sowie der Abschluss der Stadtsanierung sind geplant. Die Straße "Gerberhof" soll in städtisches Eigentum übernommen werden, und die Tiefgaragen werden hinsichtlich Beleuchtung und technischer Ausstattung fertiggestellt. In der Wirzenborner Straße ist eine Fahrbahnerneuerung vorgesehen, während der geplante Vollausbau zurückgestellt wird. Stadtbürgermeisterin Gabriele Wieland erklärt: "Über den Sommer werden wir Gespräche mit dem LBM führen, welche Baumaßnahmen man in nächster Zeit in der Stadt plant, damit wir selbst unsere Finanzplanung danach ausrichten können, unseren eigenen Anteil zu tragen."

Stimmen aus dem Rat
Für die Vereine bleiben Zuschüsse zur laufenden Arbeit bestehen, Investitionszuschüsse wurden jedoch gestrichen. Im Jahr 2027 stehen alle Haushaltspositionen auf dem Prüfstand. Das Zahlenwerk wurde in Zusammenarbeit mit allen Fraktionen erstellt und einstimmig beschlossen. Peter Hülshörster von der CDU kündigte an, dass es auch um Steuererhöhungen gehen müsse, um unangenehme Nachrichten zu vermeiden. Carsten Irrgang von der FWG zeigte sich erfreut über kostendeckende Kulturevents, während Harald Birr von der SPD kritisierte, dass zu wenige Rücklagen gebildet wurden. Jörg Schur von Bündnis 90/Die Grünen forderte mehr Weitsicht, um Überraschungen zu vermeiden. Sven Schun (FDP) betonte die Notwendigkeit, den Haushalt durch klare Prioritäten zu konsolidieren. Alle Redner bedankten sich bei der Verwaltung, insbesondere bei Stadtkämmerer Michael Hainze, für die gute Zusammenarbeit. (PM/Red)
Pressemitteilung vom 01.07.2026 www.ww-kurier.de