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Nachricht vom 27.06.2026
Rheinland-Pfalz
Ein langersehnter Traum: Paar aus Hachenburg heiratet kirchlich nach Jahrzehnten
Christiane Müller-Fuhrländer und Christoph Friedrich erfüllen sich einen langgehegten Wunsch. Nach Jahrzehnten der standesamtlichen Ehe treten sie vor den Altar, um sich kirchlich trauen zu lassen. Ihre Geschichte macht Mut und zeigt, dass es nie zu spät ist, Herzenswünsche zu verwirklichen.
Trauung bei der Aktion #einfachheiraten in Hachenburg. (Foto: Thomas Frey/dpa)Hachenburg. Wer spontan heiraten möchte, denkt oft an Las Vegas. Doch Christiane Müller-Fuhrländer (63) und Christoph Friedrich (70) zog es nach Hachenburg. Im Rahmen der Aktion "Einfach heiraten" erfüllten sie sich den Wunsch einer kirchlichen Trauung, den sie seit Jahren hegten. "Als wir von 'Einfach heiraten' gehört haben, war für uns sofort klar: Das ist die Gelegenheit, den kirchlichen Segen zu bekommen, der uns all die Jahre noch gefehlt hat", so Müller-Fuhrländer. Kurzerhand buchten sie einen 30-minütigen Zeitslot für ihre Trauung.

Bei dieser bundesweiten Aktion bieten viele evangelische Gemeinden unkompliziert und kostenfrei Segnungen und kirchliche Trauungen an. Voraussetzung ist, dass das Paar bereits standesamtlich verheiratet ist und mindestens eine Person evangelisch ist. Die Aktion findet dieses Jahr am beliebten Hochzeitswochenende vom 26. Juni 2026 statt.

Alle halbe Stunde wurde die Tür der Schlosskirche geöffnet
Vor der Schlosskirche in Hachenburg bot sich ein seltenes Bild: Brautpaare gratulierten sich gegenseitig, während die Kirchentür alle halbe Stunde aufs Neue geöffnet wurde und Applaus ertönte. Die Kleiderwahl reichte von bunten Kleidern und Jeans bis hin zu traditionellen weißen Brautkleidern und Anzügen. Einige Paare waren Anfang 30, manche mit Kindern, andere – wie Müller-Fuhrländer und Friedrich – mit ihren Enkeln.

Standesamtlich verheiratet sind die beiden seit 2020. Der kirchliche Segen fehlte jedoch. "Gerade in schwierigen Zeiten haben wir erlebt, wie wichtig unser Glaube für uns ist. Deshalb bedeutet uns diese kirchliche Trauung so viel", erklärt Müller-Fuhrländer. Ihre gemeinsame Geschichte begann vor 22 Jahren unweit der Schlosskirche. "Deshalb verbindet uns dieser Ort bis heute mit etwas ganz Besonderem", erzählt die Braut.

Für Friedrich war das Kennenlernen ein Wendepunkt: "Als alleinerziehender Vater von vier Kindern hätte ich damals nicht gedacht, noch einmal eine Partnerin fürs Leben zu finden." Sie lernten sich über eine christliche Partnerplattform kennen. "Am Anfang haben wir uns Zeit gelassen. Erst als die Kinder ihren eigenen Weg gingen, wurde auch unser gemeinsamer Weg möglich."

Anderen Paaren Mut machen
Die kirchliche Trauung war schon lange geplant, doch die Corona-Pandemie machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Nach mehrfachen Verschiebungen legte das Paar das Vorhaben schließlich auf Eis. Für das Paar geht es nicht um große Feiern oder Trends. "Mit unserer Geschichte möchten wir anderen Paaren Mut machen", sagt die 63-Jährige. Ihr Mann ergänzt: "Man kann eine kleine Hochzeit haben und eine große Ehe führen."

Die beiden verschweigen nicht, dass auch ihre Beziehung Herausforderungen erlebte. "Eine christliche Ehe ist keine Garantie dafür, dass alles immer leicht ist", sagt Friedrich. Der Glaube gebe ihnen Halt. Für Müller-Fuhrländer liegt darin der Kern ihrer Ehe. "Ehe bedeutet für mich Verlässlichkeit, Zusammenhalt und ein gemeinsames Fundament."

Getraut wurden sie von Pfarrer Maic Zimmermann. Die Aktion bietet eine Alternative zur traditionellen Trauung: "Individuell, offen, bunt – so, wie’s für die Menschen in ihrer Lebensphase gerade gut und passend ist", sagt Zimmermann. Umgeben von Seifenblasen wurden Christiane Müller-Fuhrländer und Christoph Friedrich von ihrer Familie beglückwünscht und ließen den Tag im Restaurant ausklingen.
(dpa/bearbeitet durch Red)
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