WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Nachricht vom 22.06.2026
Rheinland-Pfalz
Comeback der Störche: Wie sich die majestätischen Vögel in Rheinland-Pfalz ausbreiten
Die Störche kehren nach Rheinland-Pfalz zurück und breiten sich über ihre traditionellen Gebiete hinaus aus. Einst ausgestorben, erleben die majestätischen Vögel nun ein beeindruckendes Comeback.
Die meisten Jungen sind noch nicht flügge. (Foto: Uwe Anspach/dpa)Mainz. Die Zahl der Weißstörche in Rheinland-Pfalz nimmt weiter zu. Während die Südpfalz als Hochburg gilt, erobern die Vögel zunehmend auch Regionen wie Eifel und Hunsrück. "Von einer Verlagerung kann man nicht sprechen", erklärt Pirmin Hilsendegen von der Aktion PfalzStorch. Vielmehr handelt es sich um eine natürliche Ausbreitung eines gut gewachsenen Bestandes. Der Storchenbestand galt von 1974 bis 1996 als erloschen, bis 1997 ein Wiederansiedlungsprojekt startete.

Ob die Zahl der Störche in diesem Jahr erneut gestiegen ist, bleibt abzuwarten, da die meisten Jungen noch nicht flügge sind. Verlässliche Zahlen werden erst Ende August erwartet. In den vergangenen Jahren gab es stets Zuwächse, wenn auch zuletzt in geringerem Umfang. Bestehende Lebensräume sind gut besetzt, was einige Tiere dazu veranlasst, neue Reviere zu suchen. Die Ausbreitung in nördlichen Regionen wird mit Begeisterung verfolgt.

Gefahren bestehen dennoch, insbesondere durch extreme Wetterereignisse. Vor zwei Jahren führten Starkregen und Hochwasser zu vielen toten Jungvögeln. Auch Strommasten stellen weiterhin ein Risiko dar, trotz Sicherungsmaßnahmen. Müll in der Landschaft bereitet ebenfalls Sorgen, da tote Jungstörche oft mit vollem Magen aufgefunden werden. Die Dunkelziffer könnte hoch sein, und Plastikmüll könnte langfristig zur größten Gefahr werden.

Trotz dieser Risiken gilt der Bestand als stabil. "Der Storch ist sehr anpassungsfähig", so Hilsendegen. Die Rückkehr des Vogels hat positive Folgen für den Naturschutz gehabt, indem sie Lebensräume erhalten und Umweltbewusstsein gefördert hat. Der Schwerpunkt des Weißstorchvorkommens liegt im Rheintal von der elsässischen Grenze bis Worms sowie in weiteren Gebieten wie Rheinhessen und Nahetal. Von einem Bestandsrückgang wie in den 1970er Jahren ist man derzeit weit entfernt. "Der Bestand gilt wirklich als stabil", betont Hilsendegen. Dennoch wird die Entwicklung genau beobachtet, um rechtzeitig auf mögliche Veränderungen reagieren zu können. (dpa/bearbeitet durch Red)

Nachricht vom 22.06.2026 www.ww-kurier.de