WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Pressemitteilung vom 30.05.2026
Region
Eklat: Rücktritte und Empörung nach Windkraft-Entscheidung im Quirnbacher Gemeinderat
In Quirnbach sorgt die Entscheidung des Gemeinderates für den Bau einer Windkraftanlage trotz gegenteiliger Bürgerbefragung für Aufruhr. Die Abstimmung führte zu Rücktritten und heftiger Kritik von Anwohnern und Unternehmern.
Symbolbild. (Quelle: Pixabay)Quirnbach. Am 28. Mai kam es in der Sitzung des Gemeinderates Quirnbach zu einem politischen Eklat. Obwohl sich 55,6 Prozent der Bürger in einer amtlichen Befragung gegen die geplante Windkraftanlage ausgesprochen hätten, entschied sich der Gemeinderat für die Fortsetzung der Bauleitplanung. Die Wahlbeteiligung soll bei 62,5 Prozent gelegen haben, doch das Votum wurde ignoriert.

Vor der Abstimmung sorgte eine Bemerkung des Bürgermeisters für Unruhe. Er soll geäußert haben, dass er nicht damit leben könne, wenn der Windpark gebaut werde und Quirnbach "kein Stück vom Kuchen abbekomme". Diese Aussage ließ wohl viele Anwesende vermuten, dass finanzielle Interessen im Vordergrund stünden.

Direkt nach der Abstimmung traten Kim Hummerich und Carsten Götsch von ihren Ämtern zurück. Sie erklärten, dass sie es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren könnten, gegen den klar geäußerten Bürgerwillen zu handeln.

Einwohnerbefragungen sind unverbindlich
Auf die Frage mehrerer Bürger, warum überhaupt eine Einwohnerbefragung durchgeführt worden sei, wenn das Ergebnis keinerlei verbindliche Wirkung habe, soll es seitens des Gemeinderates geheißen haben, die Befragung hätte lediglich dazu gedient, "ein Meinungsbild einzuholen". Dies soll im Saal völliges Unverständnis ausgelöst haben.

Auch außerhalb der Sitzung gab es offenbar deutliche Kritik. Georg Müller, Geschäftsführer der AM Müller GmbH, soll angekündigt haben, seine Autovermietung aus Protest abzumelden. In einer E-Mail an den Bürgermeister habe er geschrieben: "Es ist traurig mitzuerleben, wie Ihr Euch gegen die Mehrheit stellt, ohne unsere Heimat und Natur wertzuschätzen, nur um Subventionen abzugreifen."

Harry Neumann von der Naturschutzinitiative nannte die Entscheidung eine "schwarze Stunde" für Quirnbach und sprach sogar von "Scheindemokratie". Die Bürgerinitiative "Erhaltet unsere Natur und Wälder" plant nun einen Bürgerentscheid, um die Verpachtung von Waldflächen zu verhindern. (PM/Red)
Pressemitteilung vom 30.05.2026 www.ww-kurier.de