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Nachricht vom 23.05.2026
Region
100 Jahre Musikverein und kein bisschen leise: In Brunken spielt die Musik
Unter dem Motto: "In Brunken spielt die Musik" begann am Freitag (22. Mai) das große Jubiläumsfest des Musikvereins Brunken (MVB) im Festzelt. Die Verantwortlichen hatten sich etwas Besonderes ausgedacht, um die "Feierlichkeiten" zu eröffnen. Keine "trockenen" Reden, sondern ein humorvoller Rückblick auf die 100-jährige Geschichte.
Auch nach 100 Jahren erfreut sich der MVB großer Beliebtheit (Bilder: kkö)Selbach/Brunken. Der Musikverein Brunken hatte sich vorgenommen, anders zu feiern als allgemein bekannt. "Martin Mockenhaupt" alias Jan Seifert, einer der Gründungsväter des Vereins, hatte wohl einen "Unfall" und landete auf der Jubiläumsfeier. Gemeinsam mit dem Moderator Dominik Krämer führte er durch den Abend. Unterstützt wurde der Jubilar auch durch zahlreiche Tänzerinnen von "Tanztraum Balé". Die Tänzerinnen hatten, passend zu den einzelnen Jahrzehnten, Tänze einstudiert. Der Chor "Haste Töne" war ebenfalls erschienen. Als Ehrengäste konnten die Organisatoren Matthias Reuber (MdL) und den Vorsitzenden des Kreismusikverbandes, Landrat Dr. Peter Enders, VG-Bürgermeister Berno Neuhoff sowie den Ortsbürgermeister Matthias Grohs begrüßen. Aus der Nachbarschaft war der VG-Bürgermeister von Betzdorf, Joachim Brenner, erschienen.

Alles begann, so der Moderator in seiner Eröffnung, wie bei vielen Vereinen. Nach getaner Arbeit saßen die Männer zusammen, meistens in einem Garten oder einem Gartenhaus, und machten sich Gedanken. In Brunken waren es acht Männer, die zusammensaßen, etwas tranken und redeten. Die acht verfügten über Instrumente, die sie auch oft zur Freizeitgestaltung erklingen ließen. Martin Mockenhaupt hatte eines Tages die Idee: "Wir gründen einen Musikverein."

Vereinsgründungen waren vor 100 Jahren einfacher
Nach kurzer Diskussion schritten die Herren zur Tat. Dies, so der Moderator und Martin Mockenhaupt, war zu jener Zeit wesentlich einfacher als heute. Es bedurfte nur weniger Schritte, um den Verein aus der Taufe zu heben. Sie holten ihre Instrumente hervor und spielten, damit war der Musikverein Brunken gegründet, so einfach war das vor hundert Jahren, so Krämer lachend. Kurz nach der Gründung gab es dann die ersten kleineren Auftritte der Musiker, und der Verein wuchs. Nach nur zwei Jahren wurde das erste Musikfest mit elf Gastvereinen gefeiert.

Musikhaus entstand in Eigenleistung
Mit launigen und humorvollen Worten und Sketchen "wanderte" Dominik Krämer, oft unterstützt durch "Martin Mockenhaupt", durch die Jahrzehnte. Das Wichtigste aber war bei allen Ausführungen und Erinnerungen: In Brunken spielt die Musik. In den 80er Jahren angekommen, wurde auch der Bau des Musikhauses erläutert und durch einen Sketch untermalt. Die Mitglieder konnten mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren das Haus 1981 erbauen. Vieles wurde in Eigenleistung eingebracht, was auch den Zusammenhalt des Vereins dokumentiert.

Bei einer "Verlosung" hatten die Ehrengäste einen "spontanen" Bühnenauftritt gewonnen. Landrat Enders und die Bürgermeister stellten fest, dass für das Ehrenamt Erleichterungen notwendig seien. Matthias Reuber will dies in Mainz thematisieren. Für Dr. Peter Enders ist das Ehrenamt, ungeachtet, in welchem Bereich es stattfinde, der Kitt unserer Gesellschaft.

Der Abend endete nach rund drei Stunden mit stehenden Ovationen für die Musiker und Musikerinnen, die Tänzerinnen des Tanztraums Balé und die Sängerinnen und Sänger von "Haste Töne". Den Beteiligten auf der Bühne waren die Emotionen anzumerken, die solch ein Zuspruch auslöste. Nun freuen sich die Organisatoren auf weitere drei Tage voller Freude und Feiern. Am Sonntag (24. Mai) werden zum großen Festzug und zum Musizieren im sowie am Zelt zahlreiche Gastvereine erwartet.
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