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Nachricht vom 13.05.2026
Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz: Wirtschaftliche Skepsis und Appell an die Regierung
Die wirtschaftliche Lage in Rheinland-Pfalz zeigt sich laut einer aktuellen IHK-Umfrage besorgniserregend. Unternehmen blicken mit Skepsis in die Zukunft und fordern von der neuen Landesregierung dringend Wachstumsimpulse.
Industrie- und Handelskammern. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpaMainz. Die IHK-Arbeitsgemeinschaft berichtet von einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Gesamtstimmung in Rheinland-Pfalz. Laut Konjunkturumfrage haben sich insbesondere die Erwartungen der Unternehmen eingetrübt. Nur 11 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, während 38 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Die aktuelle Geschäftslage wird etwas stabiler eingeschätzt: Rund jedes fünfte Unternehmen bewertet seine Lage als gut, 29 Prozent sprechen von einer schlechten Situation, und etwa die Hälfte bezeichnet ihre Lage als befriedigend.

Der Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel, fordert die neue Landesregierung aus CDU und SPD zu Wachstumsimpulsen auf. "Ohne klare Impulse droht eine weitere Verschärfung der Rezession", warnt Rössel. Die Umfrageergebnisse zeigen die Vielzahl der Herausforderungen, denen die Unternehmen derzeit gegenüberstehen.

An der Umfrage nahmen im April 1.027 Unternehmen teil. Als größtes Risiko wird die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise genannt - 77 Prozent der Unternehmen bewerten diese als geschäftskritisch. Hintergrund sind unter anderem die Folgen des Nahost-Konflikts und die Turbulenzen auf den Energiemärkten. Steigende Spritpreise führen zu höheren Transport- und Produktionskosten.

Auch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gelten für 62 Prozent der Betriebe als Belastung. Hohe Arbeitskosten und die schwache Inlandsnachfrage erhöhen den Druck zusätzlich. Die Unsicherheit wirkt sich nach Angaben der IHK deutlich auf Investitionen und Beschäftigung aus: 37 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen zu reduzieren, während nur 23 Prozent höhere Ausgaben vorsehen. Bei den Beschäftigungsplänen halten sich die meisten Betriebe zurück - 65 Prozent wollen ihre Mitarbeiterzahl stabil halten, doch nur jede zehnte Firma plant Zuwachs. (dpa/bearbeitet durch Red)
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