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Nachricht vom 09.05.2026
Region
"Kleiner Wäller" in Wirges ist eröffnet
Neuer Wanderweg erzählt die Geschichte der Stadt Wirges und soll nicht nur Touristen anlocken. Zur Eröffnungswanderung hatten sich viele Menschen angemeldet.
(alle Fotos: Mariam Nasiripour)Wirges. Zahlreiche Wanderer hatten sich für die geführte Eröffnungswanderung auf dem neuen Wanderweg "GeoRoute Glasstadt Wirges" angemeldet. Bei bewölktem, aber trockenem Wetter begrüßte Alexandra Marzi, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Wirges, die Gäste und Wanderer. An der feierlichen Eröffnung nahmen neben Stadtbürgermeister Markus Schlotter der zweite Beigeordnete der Stadt Wirges, Florian Jungbluth, und Eva Lehna von der Westerwald Touristik teil. Vom Geopark Westerwald-Lahn-Taunus waren gleich drei Vertreter vor Ort: Michael Volkwein, Jan Bosch und Christoph Eul, der die anschließende Wanderung führte. Weitere Gäste waren Roger Lang vom Landesamt für Geologie und Michael Breuer von Verallia, dem Glashersteller für Lebensmittel.

Kooperationsprojekt zur Stadtgeschichte
VG-Bürgermeisterin Marzi betonte, dass hier ein tolles Kooperationsprojekt realisiert worden sei, auch wenn es etwas gedauert habe. Der Rundwanderweg beschäftige sich mit der Entwicklung der Stadt Wirges vom Dorf zum Zentrum der Glasindustriekultur, so die Bürgermeisterin. "Es handelt sich bei dem Rundweg mehr oder weniger um eine thematisch aufbereitete Version des Wanderrundwegs 1", sagte Marzi. Wirges sei keine touristische VG, aber die Naherholung der Bürger liege der Verwaltung am Herzen. Dennoch dürfe man die Tradition nicht aus den Augen verlieren. Ergänzend sagte Stadtbürgermeister Markus Schlotter, dass das Thema im Juli 2023 im Stadtrat thematisiert worden war. Seitdem sei an der Umsetzung gearbeitet worden.

Geschichte, Natur und Identität
Einige Infos über die GeoRoute hatte der zweite Stadtbeigeordnete Florian Jungbluth im Gepäck. Mit dem Wanderweg "Kleiner Wäller" sei ein Weg entstanden, der Geschichte, Natur und Identität der kleinen Stadt miteinander verbinde. "Auf rund acht Kilometern erleben Besucher nicht nur die landschaftliche Schönheit rund um Wirges, sondern auch die spannende Entwicklung unserer Stadt – vom landwirtschaftlich geprägten Dorf hin zu einem bedeutenden Standort der Glas- und Industriegeschichte", machte Jungbluth deutlich. Die Wurzeln dieser Entwicklung reichten bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, als mit der Ansiedlung der Glasindustrie ein grundlegender Wandel begonnen habe. Und diese Tradition präge die Stadt und mache sie zu einem wichtigen Teil der Industriekultur im Westerwald.

Aus dem Wunsch heraus, diese Geschichte in der Natur erlebbar zu machen, sei der Wanderweg entstanden. "Entlang zahlreicher Stationen wird Wissen vermittelt, Ausblicke eröffnet und die Verbindung zwischen Naturraum, Geologie und menschlicher Entwicklung deutlich gemacht", schilderte er.

Ein starkes Netzwerk für die Region
Und genau solche Geschichten möchte der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus erzählen, so Michael Volkwein. Es gehe darum, Traditionen weiterzutragen und neue Geschichten zu erzählen. Die GeoRoute "Kleiner Wäller" sei eine kompakte Tour, die jeder erwandern könne. Er überreichte der VG-Bürgermeisterin eine kleine Plakette, die den Wanderweg als GeoRoute kennzeichnet. Und Eva Lehna hatte eine eingerahmte Urkunde über die Aufnahme des Wanderwegs "Kleiner Wäller" in den Westerwald Touristik Service dabei. Der "Kleine Wäller" sei nun Teil eines starken Netzwerks, betonte Lehna.

Anschließend brach Christoph Eul mit den zahlreichen Teilnehmern zu einer Wanderung auf den "Kleinen Wäller" auf mit einem geplanten Zwischenstopp auf dem Aussiedlerhof Mai.
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