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Pressemitteilung vom 10.04.2026
Wirtschaft
Rückläufige Konjunktur im Handwerk: alarmierende Trends im Kammerbezirk Koblenz
Die neueste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Koblenz zeigt einen besorgniserregenden Abwärtstrend. Trotz anfänglicher Hoffnungen auf Erholung, beeinflussen geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise die Wirtschaftslage negativ.
Der aktuelle Konjunkturbericht der HwK liegt vor. (Foto: Jörg Diester)Koblenz. Seit dem Frühjahr 2022 verzeichnet die Handwerkskammer (HwK) Koblenz einen kontinuierlichen Rückgang der wirtschaftlichen Lage im Handwerk. Dies ist das erste Mal in den 36 Jahren der Konjunkturerhebung, dass der Gesamt-Index viermal in Folge gefallen ist. "Wir erleben hier nicht die großen Einbrüche wie nach der Bankenkrise 2008 oder dem Ausbruch des Corona-Virus 2020. Das ist ein mäßiger, aber kontinuierlicher Abwärtstrend, der sich mit dem Gesamtzustand der deutschen Wirtschaft deckt. Die Alarmsignale sind unübersehbar", erklären Kurt Krautscheid und Ralf Hellrich von derKammerspitze der HwK.

Nach dem Herbstbericht 2025 gab es noch Hoffnung auf eine Erholung, doch geopolitische Unsicherheiten und steigende Energiepreise haben diese Erwartungen schnell gedämpft. Der Bericht zeigt, dass 75 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend einschätzen, was einem Vierjahrestief entspricht. Im Vorjahr waren es noch 78 Prozent. Während 80 Prozent der Unternehmen von höheren Einkaufspreisen berichten, planen nur 38 Prozent, ihre Verkaufspreise zu erhöhen.

Tendenz: schleichend rückläufig
Die Kapazitätsauslastung hat sich weiter verschlechtert, und auch die Umsatzentwicklung zeigt rückläufige Tendenzen. Nur 15 Prozent der Betriebe verzeichnen steigende Umsätze, während 45 Prozent Einbußen hinnehmen müssen. Im Bereich der Beschäftigung planen 21 Prozent der Betriebe Entlassungen, und die Investitionstätigkeit bleibt verhalten, obwohl sie leicht zugenommen hat.

Die Einschätzungen für die kommenden Monate sind zurückhaltend. 81 Prozent der Handwerksbetriebe erwarten weiterhin eine zufriedenstellende Geschäftslage. Dennoch hoffen die Verantwortlichen der HwK, dass staatliche Maßnahmen die Nachfrage im Handwerk ankurbeln werden. "Anfang des Jahres waren wir optimistisch, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks im nördlichen Rheinland-Pfalz 2026 stabil behauptet und sich eine Aufbruchstimmung zeigt. Leider dominieren nun wieder schlechte Nachrichten das Tagesgeschehen und die stark steigenden Energiekosten verunsichern die Betriebe und die Handwerkskunden. Dennoch hoffen wir, dass die staatlichen Mehrausgaben nach und nach greifen und die Nachfrage auch im Handwerk vorantreiben", so Krautscheid und Hellrich.

Aktuell sind bei der Handwerkskammer Koblenz rund 22.000 Betriebe eingetragen mit etwa 109.500 Beschäftigten. 7.333 Handwerkslehrlinge werden momentan durch das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz ausgebildet, 2.821 neue Ausbildungsverhältnisse konnten im Jahr 2025 abgeschlossen werden. (PM/Red)
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