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| Nachricht vom 01.04.2026 |
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| Wirtschaft |
| Die Top ERP-Lösungen für Omnichannel im Vergleich 2026 |
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| Von Retail bis Multichannel: Diese ERP-Lösungen unterstützen Händler bei Integration und Wachstum. |
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Das Wichtigste in Kürze
● Omnichannel erhöht Umsatzchancen, aber auch Prozesskomplexität.
● Ein ERP muss Bestände, Aufträge und Finanzdaten zentral steuern.
● API-Integration und Automatisierung sind entscheidend für die Effizienz.
● Im direkten Vergleich zeigt sich Xentral als die ausgewogenste Lösung für wachsende Handelsunternehmen.
Omnichannel ist 2026 kein sich abzeichnender Trend mehr, es ist reale Praxis im Handel. Viele Unternehmen verkaufen parallel über Onlineshops, Marktplätze, stationäre Geschäfte und B2B-Kanäle. Kunden erwarten einheitliche Preise, transparente Verfügbarkeiten und schnelle Lieferzeiten, unabhängig vom Vertriebskanal.
Für Händler bedeutet das vor allem eines: steigende operative Komplexität. Bestände müssen kanalübergreifend synchronisiert werden, Aufträge laufen aus unterschiedlichen Quellen ein, Retouren kommen über verschiedene Wege zurück. Gleichzeitig sollen die Margen stabil bleiben. Ein leistungsfähiges ERP-System wird damit zum zentralen Nervensystem des Unternehmens.
Für diesen Vergleich wurden fünf Lösungen analysiert: Xentral, Comarch ERP Enterprise, Acumatica, Epicor und PlentyONE.
Bewertet wurden:
● Multichannel-Fähigkeit
● Bestands-Synchronisierung
● Prozessdurchgängigkeit (Order-to-Cash)
● API-Integration
● Skalierbarkeit im Handel
Was muss ein Omnichannel-ERP im Jahr 2026 leisten?
Viele Handelsunternehmen starten mit separaten Lösungen für Onlineshops, Marktplätze, Kassensysteme und Lagerverwaltung. In der Anfangsphase funktioniert dieses Setup oft ausreichend.
Mit wachsendem Auftragsvolumen und zusätzlichen Vertriebskanälen entstehen jedoch schnell Insellösungen. Daten werden mehrfach gepflegt, Bestände stimmen nicht kanalübergreifend überein und manuelle Abstimmungen nehmen zu. Das kostet Zeit, erhöht die Fehleranfälligkeit und belastet die Marge.
Ein modernes Omnichannel-ERP muss deshalb deutlich mehr leisten als eine klassische Warenwirtschaft. Zunächst braucht es eine zentrale Bestandsführung, auf die alle Kanäle in Echtzeit zugreifen. Nur so lassen sich Überverkäufe vermeiden und die Lieferfähigkeit zuverlässig steuern.
Ebenso entscheidend ist ein durchgängiger Order-to-Cash-Prozess. Vom Auftragseingang über Lager und Versand bis zur Zahlung dürfen keine Medienbrüche entstehen. Jeder manuelle Zwischenschritt erhöht den Aufwand und verlangsamt Abläufe.
Auch das Fulfillment muss ein integraler Bestandteil des Systems sein. Pick-&-Pack-Prozesse, Versandlogik und Retourenmanagement sollten nicht in externe Tools ausgelagert, sondern direkt im ERP verankert sein.
Unverzichtbar ist darüber hinaus eine leistungsfähige API-Architektur für Programmierschnittstellen zu anderen Anwendungen. Neue Shops, Marktplätze oder Logistikdienstleister müssen flexibel angebunden werden können, ohne das bestehende System zu destabilisieren.
Schließlich braucht ein Omnichannel-ERP eine skalierbare Struktur. Mit steigenden Auftragszahlen darf das System weder an Performance verlieren noch organisatorische Engpässe erzeugen. Nur wenn Technologie und Prozesse mitwachsen, bleibt Omnichannel wirtschaftlich tragfähig.
Vergleich der besten ERP-Systeme für Omnichannel
Schnellvergleich
Xentral
Multichannel: zentrale Steuerung von Shop, Marktplätzen, B2B & POS
Bestands-Sync: Echtzeit, kanalübergreifend mit zentralem Bestand
API-Architektur: API-first, 200+ Integrationen, Middleware (Xentral Connect)
Implementierungsaufwand: strukturierte Cloud-Einführung, wenige Wochen bis Monate
Skalierbarkeit: skalierbar von 1–100 Mio. €, Wachstum ohne nutzerabhängige Lizenzkosten
Comarch ERP Enterprise
Multichannel: omnichannelfähig inkl. internationaler Strukturen
Bestands-Sync: zentralisierte Bestandslogik über Mandanten
API-Architektur: modular, projektgetrieben
Implementierungsaufwand: projektintensiv, beratungsgetrieben
Skalierbarkeit: geeignet für größere Handelsgruppen
Acumatica
Multichannel: Multichannel über Partnerlösungen
Bestands-Sync: gute Integration über Distribution-Module
API-Architektur: Cloud-API, partnerabhängig
Implementierungsaufwand: mehrmonatiges Implementierungsprojekt
Skalierbarkeit: hoch, besonders bei internationalen Setups
Epicor
Multichannel: stark im stationären Retail & POS
Bestands-Sync: POS- und filialzentriert synchronisiert
API-Architektur: Enterprise-API
Implementierungsaufwand: hoher Projektaufwand
Skalierbarkeit: sehr hoch, primär Enterprise-Retail
PlentyONE
Multichannel: umfangreiche Marktplatz-Integration
Bestands-Sync: kanalorientierte Bestandsführung
API-Architektur: gute E-Commerce-APIs
Implementierungsaufwand: mittlerer Konfigurationsaufwand
Skalierbarkeit: gut im Onlinehandel, weniger ausgelegt auf komplexe Omnichannel-Strukturen
Xentral – operative Kontrolle für wachsende Omnichannel-Händler
Xentral ist ein cloudbasiertes ERP-System, das speziell auf wachsende Handels- und E-Commerce-Unternehmen ausgerichtet ist. Im Omnichannel-Kontext verbindet Xentral alle zentralen Prozesse in einer Plattform, vom kanalübergreifenden Auftragseingang über Lager und Fulfillment bis zur vorbereitenden Buchhaltung.
Der Fokus liegt dabei nicht nur auf Integration, sondern auf Prozessdurchgängigkeit. Bestellungen aus Shops, Marktplätzen, B2B-Portalen oder POS-Systemen laufen strukturiert in einem zentralen System zusammen. Bestände werden in Echtzeit synchronisiert und kanalübergreifend gesteuert.
Stärken im Omnichannel-Umfeld
● zentrale Bestandsführung für alle Vertriebskanäle
● Echtzeit-Synchronisierung zur Vermeidung von Überverkäufen
● integrierte Lagerverwaltung inkl. mobiler Pick-&-Pack-Prozesse
● automatisierbare Workflows im gesamten Order-to-Cash-Prozess
● API-first-Architektur mit über 200 Integrationen
● Middleware („Xentral Connect“) für komplexere Integrationsszenarien
● transaktionsbasiertes Preismodell ohne Nutzerlimit
Gerade im Omnichannel-Handel ist Automatisierung entscheidend: Wenn mit steigender Kanalzahl auch der manuelle Aufwand wächst, sinkt die Effizienz. Xentral setzt hier auf regelbasierte Prozesslogik, die operative Abläufe standardisiert und skaliert.
Preisstruktur
Der Einstieg beginnt bei 99 € pro Monat. Das Modell ist transaktionsbasiert. Zusätzliche Mitarbeitende verursachen keine gesteigerten Lizenzkosten. Primär orientieren sich die Kosten am Geschäftsvolumen, was ein relevanter Faktor für wachsende Handelsstrukturen ist.
Für wen ist Xentral geeignet?
Besonders geeignet für Handelsunternehmen zwischen 1 und 100 Mio. € Umsatz, die mehrere Vertriebskanäle parallel bedienen, eigene Lagerprozesse betreiben und operative Komplexität strukturiert beherrschen wollen.
Strukturelle Grenzen
Eine saubere Prozessdefinition ist Voraussetzung, damit Automatisierungen effizient greifen. Xentral ist bewusst nicht als klassische Enterprise-Suite für sehr große internationale Konzernstrukturen mit stark individualisierten IT-Landschaften positioniert.
Comarch ERP Enterprise – Struktur für komplexe Handelsgruppen
Comarch ERP Enterprise richtet sich an größere mittelständische Unternehmen und Handelsgruppen mit mehreren Standorten oder internationalen Strukturen. Das System bietet umfassende Module für Warenwirtschaft, Finance, Business-Intelligence und Mandantenfähigkeit.
Stärken im Omnichannel-Umfeld
● Mehrgesellschaften- und Mandantenfähigkeit
● zentrale Steuerung komplexer Organisationsstrukturen
● umfangreiche Reporting- und BI-Funktionalität
● internationale Skalierung
Preisstruktur
Comarch arbeitet projekt- und modulumfangabhängig. Die Kosten setzen sich in der Regel aus Lizenzgebühren, Implementierungsberatung, Customizing sowie laufender Wartung zusammen. Aufgrund der modularen Struktur können die Gesamtkosten je nach Organisationsgröße und Internationalisierungsgrad deutlich variieren. Für größere Handelsgruppen ist das Modell kalkulierbar, für kleinere Unternehmen jedoch mit einer höheren Einstiegshürde verbunden.
Für wen ist Comarch geeignet?
Comarch eignet sich besonders für größere Handelsunternehmen mit mehreren Standorten, internationaler Ausrichtung oder komplexer Mandantenstruktur. Unternehmen mit starkem Reporting-Bedarf und differenzierten Controlling-Anforderungen profitieren von der BI-Tiefe des Systems.
Strukturelle Grenzen
Die Einführung erfolgt typischerweise projektgetrieben und ist organisatorisch anspruchsvoll. Für mittelständische Handelsunternehmen ohne komplexe Konzernstruktur kann das System funktional umfangreicher sein als erforderlich. Anpassungen und Erweiterungen erfolgen meist im Rahmen von Implementierungsprojekten.
Acumatica – flexible Cloud-Plattform für strukturierte Handelsunternehmen
Acumatica ist ein internationales Cloud-ERP mit modularer Struktur. Im Omnichannel-Kontext wird es häufig in Unternehmen eingesetzt, die bereits eine gewisse organisatorische Reife erreicht haben.
Stärken im Omnichannel-Umfeld
● cloudbasierte Architektur
● gute Distribution- und Finanzmodule
● erweiterbar über Partnerlösungen
● internationale Einsatzfähigkeit
Preisstruktur
Acumatica arbeitet mit nutzer- und ressourcenbasierten Lizenzmodellen. Preise kalkulieren sich individuell und hängen von Modulumfang, Datenvolumen und Anzahl der User ab. Hinzu kommen Implementierungs- und Beratungskosten über zertifizierte Partner. Die Gesamtinvestition ist daher stark projektabhängig.
Für wen ist Acumatica geeignet?
Geeignet für strukturierte Handelsunternehmen mit klar definierten Projektressourcen, internationaler Perspektive oder komplexeren Finanzanforderungen. Besonders relevant für Unternehmen, die eine cloudbasierte Plattform mit globaler Ausrichtung suchen.
Strukturelle Grenzen
Die Integration mehrerer Vertriebskanäle erfolgt häufig über Partnerlösungen, was die Systemlandschaft komplexer machen kann. Implementierung und Anpassung sind beratungsintensiv und erfordern interne Projektkapazitäten. Für stark operativ getriebene Mittelständler ohne eigene IT-Ressourcen kann der Aufwand entsprechend hoch sein.
Epicor – Enterprise-Lösung für Retail und Filialstrukturen
Epicor ist insbesondere im stationären Handel und bei größeren Retail-Ketten verbreitet. Das System ist auf komplexe Filialstrukturen, POS-Integration und internationale Handelsketten ausgelegt.
Stärken im Omnichannel-Umfeld
● starke POS- und Filialintegration
● internationale Skalierung
● Enterprise-Level-Architektur
● umfangreiche Retail-Funktionalitäten
Preisstruktur
Epicor ist im Enterprise-Segment positioniert. Die Preisgestaltung erfolgt lizenz- und projektbasiert, ergänzt um Implementierungs-, Beratungs- und Wartungskosten. Die Investition ist in der Regel deutlich höher als bei mittelstandsorientierten Cloud-Lösungen.
Für wen ist Epicor geeignet?
Epicor richtet sich vor allem an größere Retail-Ketten mit stationärem Schwerpunkt, internationaler Präsenz oder komplexer Filialstruktur. Besonders relevant für Unternehmen mit stark integrierter POS-Landschaft.
Strukturelle Grenzen
Die Systemarchitektur ist auf größere Organisationen ausgelegt. Für mittelständische Handelsunternehmen ohne ausgeprägte Filialstruktur kann der Implementierungs- und Betriebsaufwand unverhältnismäßig hoch sein. Anpassungen erfolgen meist projektbasiert.
PlentyONE – Plattform mit E-Commerce-Schwerpunkt
PlentyONE ist im deutschsprachigen Raum im Online- und Marktplatzhandel verankert. Das System kombiniert Shop-Funktionalität, Produktdatenmanagement und Warenwirtschaft.
Stärken im Omnichannel-Umfeld
● breite Marktplatzintegration
● zentrale Kanalverwaltung
● integrierte Shoplösung
● gute E-Commerce-APIs
Preisstruktur
PlentyONE bietet Einstiegstarife ab rund 39 € monatlich, ergänzt um volumenabhängige Gebühren. Mit steigenden Auftragszahlen oder zusätzlichen Modulen wachsen die Kosten entsprechend. Für kleinere Onlinehändler ist das Modell attraktiv, bei zunehmender Komplexität steigt jedoch der Konfigurationsaufwand.
Für wen ist PlentyONE geeignet?
Besonders geeignet für Onlinehändler mit starkem Marktplatzfokus oder Unternehmen, die Shop und Marktplatzverwaltung zentral bündeln möchten. Gute Wahl für digital geprägte E-Commerce-Modelle mit Schwerpunkt auf Plattformvertrieb.
Strukturelle Grenzen
Die Systemlogik ist primär auf Onlinekanäle ausgerichtet. Bei komplexen Omnichannel-Strukturen mit eigener Lagerorganisation, B2B-Anforderungen oder mehreren Standorten kann zusätzlicher Konfigurationsaufwand entstehen. Die Prozessdurchgängigkeit über alle Handelsbereiche hinweg ist weniger tief ausgeprägt als bei stärker ERP-zentrierten Lösungen.
Welche ERP-Lösung passt zu welchem Omnichannel-Modell?
Die Wahl des ERP-Systems hängt stark von der jeweiligen Handelsstruktur ab. Größere stationäre Retail-Ketten mit komplexer POS-Landschaft und internationaler Filialstruktur sind bei Enterprise-Lösungen wie Epicor oder Comarch gut aufgehoben. Hier stehen Filialintegration, Mandantenfähigkeit und konzernweite Steuerung im Vordergrund.
Marktplatzgetriebene Onlinehändler, die ihren Schwerpunkt klar im Plattformvertrieb haben, profitieren von Lösungen wie PlentyONE, die stark im kanalzentrierten E-Commerce-Umfeld verankert sind.
Internationale Handelsgruppen mit mehreren Gesellschaften und komplexem Reporting-Bedarf finden in Comarch oder Acumatica passende Strukturen, allerdings verbunden mit höherem Projekt- und Implementierungsaufwand.
Wenn jedoch mehrere Vertriebskanäle, eigene Lagerprozesse, steigende Auftragsvolumen und der Anspruch auf konsequente Automatisierung zusammenkommen, verschieben sich die Anforderungen. In diesem Segment entscheidet nicht allein der Funktionsumfang, sondern Prozessdurchgängigkeit, Echtzeit-Transparenz und wirtschaftliche Skalierbarkeit. Hier positioniert sich Xentral als die überzeugendste Lösung für den wachstumsorientierten Handel.
Die Kombination aus zentraler Bestandsführung, integrierter Fulfillment-Logik, API-first-Architektur und transaktionsbasiertem Preismodell ermöglicht es, Komplexität mit Xentral aktiv zu steuern, ohne mit steigender Teamgröße automatisch höhere Lizenzkosten zu verursachen. Gerade für mittelständische Handelsunternehmen bietet das einen Effizienzvorteil.
Fazit: Omnichannel braucht operative Steuerbarkeit
Wer sein Geschäft mit einem Omnichannel-Ansatz betreibt, scheitert selten an der Vertriebsstrategie, sondern an der operativen Umsetzung. Die parallele Steuerung mehrerer Kanäle erfordert ein ERP-System, das Bestände zentralisiert, Prozesse ohne organisatorische Reibungsverluste automatisiert und Integrationen flexibel ermöglicht. Enterprise-Lösungen adressieren primär große Handelsgruppen, während kanalzentrierte Plattformen vor allem im reinen Onlinehandel stark sind.
Für wachsende Handelsunternehmen im Mittelstand zeigt sich im Vergleich jedoch ein Favorit: Xentral bietet die beste Balance aus Multichannel-Steuerung, Prozessintegration und wirtschaftlicher Skalierbarkeit. Damit wird das ERP nicht nur zum Verwaltungssystem, sondern zur strukturellen Grundlage für effizientes, kontrolliertes Wachstum im Omnichannel-Handel. (prm) |
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| Nachricht vom 01.04.2026 |
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