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| Nachricht vom 08.03.2026 |
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| Musicalgruppe "Music!" aus Selters feierte umjubelte Premiere in der Festhalle |
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| Die Musicalgruppe "Music!" aus Selters hat in der Festhalle eine umjubelte Premiere gefeiert. Mit "The Love Experience" brachte das Ensemble ein neues Stück auf die Bühne, das das Publikum mit Musik, Humor und viel Spielfreude durch die 60er-Jahre führte. |
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Selters. In der vollbesetzten Festhalle in Selters durfte das Publikum auch in diesem Jahr die Uraufführung eines Theaterstücks genießen, präsentiert von der Musicalgruppe "Music!". Auf dem Spielplan stand das Musical "The Love Experience" (Drehbuch und Musik: Lothar Becker, Cantus-Verlag). Die treffende Beschreibung des Musicals hat der Verlag selbst verfasst: "The Love Experience" bringt bei aller Komik den Geist einer Zeit zurück, als die Vision einer besseren Welt noch unmittelbar greifbar schien. Verrückte Typen, witzige Dialoge, eine turbulente Handlung und natürlich jede Menge toller Songs im Sixties-Sound versprechen 90 Minuten gute Laune und Spaß. Das Stück ist bunt, überdreht und voller "Good Vibrations".
Bevor das Musical startete, begrüßten Gabi Eutebach-Karasu, die Regie führte und Leiterin der Musicalgruppe ist, sowie Kooperationspartner Noah Nattermann, Jugendpfleger der VG Selters, die Besucher. Unisono und stellvertretend für die übrigen Helfer, Sponsoren und Unterstützer dankten sie Oliver Götsch, Bürgermeister der VG Selters, und Rolf Jung, Stadtbürgermeister von Selters, für geleistete Unterstützung in jeder Hinsicht. Sie betonten auch, dass in dem Musical politische Ansichten geäußert würden, die jedoch nicht meinungsbildend seien und auch keine Beeinflussung bei den anstehenden Wahlen darstellen sollen.
Hippie-Leben ohne Zwänge
Das erwartungsfrohe Publikum wurde Zeuge einer Zeitreise in die glücklichen 60er-Jahre, als die Jugend rebellierte und versuchte, die Welt zu verändern. In dieser Zeit schwappte die Flower-Power-Mentalität, geboren in den USA, über den großen Teich und fand in Europa, speziell in Deutschland, viele Anhänger. Das war die Zeit, in der sich viele Wohngemeinschaften bildeten, in denen sogenannte Kommunarden lebten, die auch als "Hippies" bezeichnet wurden. In den Kommunen wurde nicht nur gestrickt und gehäkelt und freie Liebe propagiert, es gründete sich auch die "APO" (Außerparlamentarische Opposition), die zum Schrecken der konservativen Gesellschaft avancierte. Rainer Langhans, Rudi Dutschke, Uschi Obermaier und Fritz Teufel erlangten damals eine zweifelhafte Popularität.
Das Musical "Love Experience" spielte in einer solchen Kommune, in der Mao, Che Guevara, Karl Marx und Fidel Castro Idole waren. Zum täglichen Sprachgebrauch gehörten Begriffe wie "Konterrevolution", "Molotow-Cocktail", "Establishment" und "Spießertum". Im Musical wurde jedoch nicht militant agiert, eher weichgespült und der Bequemlichkeit nicht abgeneigt. Man sorgte sich mehr um einen Pantoffel, der nicht zu finden war. Die angestrebte Revolution blieb bei den wichtigen Alltagssorgen der Kommunarden weitestgehend außen vor, weil menschliche Bedürfnisse und Wünsche viel wichtiger erschienen. Im Grunde genommen lebten die "Hippies" in dieser Wohngemeinschaft nicht anders als die "Spießer", die sie eigentlich verabscheuten. Von Ordnung konnte in der WG auch keine große Rede sein, denn der äußere Eindruck vermittelte eher einen schmuddeligen Zustand. Man musste sich halt damals mehr mit anderen Dingen befassen, zum Beispiel Widerstand und Protest organisieren.
Mitten in der Diskussion, ob Kommunarden Pantoffeln tragen dürfen, kommt "Crazy Helmuts" Familie zu Besuch. Während die Mutter über die Unordnung entsetzt ist, versucht Helmuts Vater, der beim Geheimdienst arbeitet, als Undercoveragent an Informationen über den geplanten Umsturz zu gelangen. Die Kommunarden durchschauen ihn und wollen das um jeden Preis verhindern. Als dann noch im Dorfbach eine ominöse Flaschenpost gefunden wird und Uschi auftaucht, in die sich alle männlichen Kommunarden verlieben, nimmt das Chaos seinen Lauf.
Lustige Sprüche im Musical
"Ich habe einen Kurs bei Doktor Sommer in der BRAVO belegt. Da habe ich Sachen erfahren, du lieber Mann! Übrigens reiche ich mein dabei erworbenes Wissen gerne an euch weiter. Das wird voll groovy, Baby!" "Ich habe ein Semester Kampfsport bei Ho Chi Minh gehabt." "Wenn ich etwas Stärkeres brauche, greife ich zum Heiterlein (damit war wohl Haschisch gemeint)."
Viele Flower-Power-Songs begeisterten, unter anderem "In Indonesien sind wir gewesien" (da war offensichtlich auch Hasch im Spiel, ist kein Schreibfehler) oder "Soziale Hängematte". Für die herrlichen Chorgesänge gab es sogar Szenenapplaus.
Die überglücklichen Darsteller, ebenso Gabi Eutebach-Karasu und Noah Nattermann, konnten sich am Ende des Musicals über Standing Ovations, Rufe nach Zugabe und Blumen freuen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass sie einen vergnüglichen, äußerst unterhaltsamen Nachmittag erlebt hatten, der bei vielen Gesprächen nach der Aufführung nochmals ausgiebig besprochen wurde.
Hinweis
Wer Lust und Interesse hat, sich der Musicalgruppe anzuschließen, der kann sich bei Gabi Eutebach-Karasu melden, per E-Mail an musicalgruppe.music@outlook.de oder unter der Telefonnummer 02626/236680. Proben finden immer im Pfarrsaal im Hahnweg 2 in Selters statt, freitags von 18.30 bis 20 Uhr. |
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