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| Pressemitteilung vom 01.03.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| DNA-Test im Cold Case: Warum Straftäter mitwirken |
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| Eine freiwillig abgegebene DNA-Probe führte Anfang des Jahres zur Verhaftung eines mutmaßlichen Sexualmörders im Fall Amy Lopez, der seit über 30 Jahren ungelöst war. Doch warum stimmen Straftäter solchen Tests zu? |
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Koblenz. Erst die DNA-Probe eines mehrfach vorbestraften 81-Jährigen brachte den Durchbruch im Cold-Case-Fall Amy Lopez. Was könnte ihn dazu bewogen haben, diese Probe im Januar abzugeben? Martin Rettenberger, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, erläutert mögliche Beweggründe - unabhängig vom konkreten Fall: Straftätern sei oft selbst nicht genau bewusst, warum sie einer solchen Probe zustimmen, obwohl sie ins Gefängnis führen könnte, erklärt der Psychologie-Professor und Kriminologe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Viele einschlägig vorbestrafte Täter hätten einen Großteil ihres Lebens im Zusammenhang mit Delikten, Haft und Nachsorge verbracht. Der Umgang mit Polizei, Sozialarbeitern und Therapeuten sei ihnen so vertraut, dass sie nicht auf die Idee kämen, einen Anwalt zu kontaktieren oder sich Bedenkzeit auszubitten. Der soziale Druck während der Interaktion lasse sie zustimmen.
Oft lebten gerade vorbelastete Sexualstraftäter einsam und empfänden die Auseinandersetzung mit sich selbst als positiv.
Plötzliches schlechtes Gewissen? - Eher unwahrscheinlich
Nach Rettenbergers Einschätzung ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Verdächtige plötzlich ein schlechtes Gewissen entwickelt hat. «Dafür hätte es in den Jahren genügend andere Momente gegeben.» Meist wollten solche Straftäter keine Klärung herbeiführen; sie hätten die Tat entweder abgespalten oder Rechtfertigungsmechanismen entwickelt. (dpa/bearbeitet durch Red)
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| Pressemitteilung vom 01.03.2026 |
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