WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Pressemitteilung vom 21.02.2026
Region
Windpark "Drei Eichen": Chancen und Bedenken
Das geplante Windenergieprojekt "Drei Eichen" zwischen Selters und Wirges sorgt für Diskussionen. Während eine Bürgerinitiative Bedenken äußert, betont der Kreisverband Westerwald von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Vorteile des Projekts. Eine sachliche Debatte ist gefordert.
Symbolbild. (Quelle: Pixabay)Selters/Wirges. In den letzten Wochen hat das Windenergieprojekt "Drei Eichen" zwischen den Verbandsgemeinden Selters und Wirges für Schlagzeilen gesorgt. Die Bürgerinitiative "Erhaltet unsere Wälder - Gegen den Windpark Drei Eichen" steht dabei häufig im Mittelpunkt der Berichterstattung. Der Kreisverband Westerwald von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt die Forderung der Initiative nach einer sachlichen Debatte, kritisiert jedoch, dass diese selbst oft pauschale Aussagen ohne wissenschaftliche Grundlage treffen würde.

Regionale Wertschöpfung durch Windenergie?
Bürger profitieren nicht automatisch finanziell von Windparks, da ein Großteil der Einnahmen bei den Betreibern verbleibt. Dennoch bieten solche Projekte wirtschaftliche Vorteile vor Ort, etwa durch Pachteinnahmen und Beteiligungsmodelle für Kommunen. Wissenschaftliche Studien würden belegen, dass erneuerbare Energieanlagen messbare regionale Wertschöpfung erzeugen können. Diese Einnahmen würden oft in Infrastruktur, Bildung oder soziale Einrichtungen fließen, was der gesamten Bevölkerung zugutekommen kann.

Zerstörung von Waldflächen
Für den Bau von Windenergieanlagen müssen Waldflächen gerodet werden, wobei die Eingriffe pro Windrad bei etwa 4.000 bis 6.000 m² liegen. Laut André Butscheike, Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreisverband Westerwald, soll es sich bei dem Projektgebiet jedoch größtenteils um Kalamitätsflächen handeln, die bereits durch Borkenkäferbefall und Trockenstress geschädigt wurden. Langfristig stelle der Klimawandel laut Forst- und Klimaforschung die größte Bedrohung für Wälder dar.Die Grünen halten am Ausbau der erneuerbaren Energien fest. Windkraft trage zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei und sei daher zentral für den Waldschutz. Unabhängig davon, dass diese Argumentation nur dann greift, wenn die Emissionen weltweit sinken, bleibt die Frage unbeantwortet, warum die Windräder ausgerechnet in den Wäldern installiert werden, statt im Brachland oder auf ehemaligen Industrieflächen.

Einfluss von Windkraft auf Immobilienwerte?
Die Behauptung, dass Windenergieanlagen Immobilienpreise negativ beeinflussen, sei nicht eindeutig belegbar. Einzelne Studien zeigen kurzfristige Preisreaktionen, doch die internationale Forschungslage ergibt kein klares Bild für dauerhafte Wertverluste. Eine umfassende Analyse in den USA fand keinen statistisch belastbaren Einfluss auf Immobilienpreise.

Aufruf zur faktenbasierten Diskussion
Der Kreisverband Westerwald von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt auf eine faktenbasierte Diskussion und fordert alle Akteure auf, Argumente wissenschaftlich fundiert zu betrachten. In der Gesamtbetrachtung überwiegen aus ihrer Sicht die Argumente für die Errichtung der Windkraftanlagen. Vor allem sollten Kalamitätsflächen genutzt und Bürger durch günstige Stromtarife eingebunden werden. (PM/Red)
Pressemitteilung vom 21.02.2026 www.ww-kurier.de