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| Nachricht vom 21.02.2026 |
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| Politik |
| Kandidat für die Landtagswahl 2026: Markus Grigat (Bündnis 90/Die Grünen) |
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| Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Markus Grigat (Bündnis 90/Die Grünen) |
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Wahlkreis Betzdorf/Kirchen (Sieg). Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die nachgereichten Antworten von Markus Grigat (Bündnis 90/Die Grünen).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Bisher war es mir aus Zeitgründen und anderem Engagement nur nebenbei möglich, politische Arbeit zu machen. Habe mich bereits vor rund 30 Jahren für den ÖPNV und den Naturschutz eingesetzt. Bin 2023 in die Partei eingetreten und 2024 in den Betzdorfer Stadtrat gewählt worden.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Das Wichtigste ist eine Entbürokratisierung. Die macht auf allen Ebenen Entscheidungen langatmig, unnötig kompliziert und bindet jede Menge Fachkräfte, die dann nicht ihre eigentlichen Aufgaben erledigen können. Hier könnte KI eine Schlüsselstelle bilden. Als zweiten wichtigen Punkt ist ein anderer direkter und transparenter Finanzfluss zwischen Kommunen, Kreisen und Landesebene wichtig.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Mit der Übernahme des Krankenhauses Kirchen ist ein wichtiger Schritt ja bereits passiert. Für die Räume im Krankenhaus Altenkirchen ist ja der Fortbestand der Kinder- und Jugendpsychiatrie gesichert durch die Diakonie und da dort noch eine gute Infrastruktur im Gebäude vorhanden ist, um die geplante Ambulanz einzurichten, ist momentan alles auf einem guten Weg. Wichtig ist auch die Förderung von Neuansiedlungen von Fachärzten in den Gemeinden, auch außerhalb der MVZ.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Wir Grünen stehen ja für eine bezahlbare ÖPNV Politik und die liegt mir am Herzen. Oft fehlt es jedoch an geeignetem Fachpersonal bei den Kommunen, um Bauprojekte voranzubringen. Hier muss es eine bessere Bezahlung geben, damit die Jobs attraktiver werden. Wir müssen weg vom Individualverkehr, wo es möglich ist und den Pendlern bessere Angebote machen.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Da schlagen zwei Herzen in mir. Ich bin ein Verfechter von naturnahen Lebensräumen, wo auch der Wolf zugehört. Aber ich befürchte, dass in unserer dicht besiedelten Region das nur in engen Grenzen zu realisieren ist. Das verständliche Konfliktpotenzial zu Weidetierhaltern ist für mich nur allzu verständlich und sollte sehr ernst genommen werden. Dort sind auf Landesebene neue Regelungen gefordert, die das Wildmanagement und die ökologische Wildbiologie von beiden Seiten aus betrachten müssen.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Rheinland-Pfalz und gerade unsere Region besitzen wenig große Städte und Industrieregionen. Dagegen gibt es viele Mittelstandsunternehmen, die wir bei der nötigen Transformation und Digitalisierung fördern wollen, um sie für die Zukunft fit zu machen. Innovative Ansätze wollen wir mit unserem Konzept eines kreditfinanzierten RLP-Zukunftsfonds machen. Die Stärke von ländlichen Regionen kann auch günstige Standortvorteile bedeuten, die man herausstellen muss, wie zum Beispiel günstige Grundstückspreise für Gewerbeflächen. Wir wollen die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung für Start-ups stärken und ihnen einen besseren Zugang zu Wagniskapital ermöglichen.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Das geht übergreifend in die vorherige Frage. Man muss die entsprechenden Gebiete ihrer Möglichkeit hin umbauen. Es gibt zum einen schon erfolgreiche Unternehmen in der IT-Technik, die ihren Vorteil durch günstigere Gewerbeflächen und ein lebenswertes Umfeld schon bereits voll ausspielen können. Digitalisierung vorantreiben und eine Ausgründungskultur etablieren, das sind zwar plakative Stichworte, aber nichts ist so gleichbleibend wie der Wandel. Gründerzentren, verteilt über das Land, sollen auch Handwerksbetrieben, kleinen kreativen Schmieden oder Tüftlern überall im Land ohne bürokratische Hindernisse mehr Möglichkeiten eingeräumt werden und auf schnellem Dienstweg zeitnahe Lösungen anbieten.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Zum einen eine frühe Sprachförderung schon in den Kitas. Dann den konsequenten Ausbau der Ganztagsschulen. Natürlich gehört auch die Sanierung von maroden Schulgebäuden dazu. Wir wollen eine praxisnahe, inklusive und moderne Ausbildung bei der Lehramtsausbildung. Ein geändertes Studium auch für Grundschullehrer sowie die Bezahlung wie die der Kollegen sind schon längst überfällig. Für die Entlastung der Lehrkräfte wollen wir sie von Verwaltungsaufgaben entlasten durch multiprofessionelle Teams. Mehr Personal kann nur durch bessere Arbeitsbedingungen und eine gezielte Zuwanderungspolitik zu bekommen.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Die für mich nachdenklich machende rechtspopulistische Stimmung im Land, die unsere wertgeschätzte Demokratie untergraben oder sogar abschaffen wollen. Bei den Grünen sind mir die sozialen Aspekte am ehrlichsten und neben dem für mich auch wichtigen Klima- und Umweltschutz ist damit auch eine vernünftige Wirtschaftspolitik machbar, was kein Widerspruch ist!
Worüber können Sie lachen?
Vor allem über Wortwitze jeder Art und natürlich über alles was komisch ist!!!
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Die Naivität und Blauäugigkeit, die manche haben, zum Beispiel, wenn es um Themen wie Klimawandel oder Demokratie geht.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Heute ist der erste Tag, an dem wir die Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen haben.
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Dass es unsere Partei nicht erreicht hat zu vermitteln, dass wir auch Wirtschaftspolitik können. Für viele sind wir immer noch die Ökospinner. Vielleicht hätte man die Partei auch "die Besonnenen" nennen sollen - hahaha
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Wer mich und damit Grün wählt, ist für Zukunft. Wer unseren nachfolgenden Generationen eine möglichst saubere Umwelt, lebenswerte Umgebung und ökologische Wirtschaft schenken will, muss jetzt handeln. Viele haben es immer noch nicht verstanden, dass es höchste Zeit ist zu handeln, damit auch für die Generationen nach uns der passende Lebensraum da ist.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Betzdorf
Geburtsdatum: 31. Oktober 1968
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Fachabitur; Energieanlagenelektroniker; Tech. Assistent für Informatik, Elektrotechnik-Studium; über 20 Jahre im Fahrradeinzelhandel aus Überzeugung gearbeitet; zurzeit in einem Betzdorfer Mittelstandsunternehmen in der QS tätig im Bereich Maschinenbau
Politischer Werdegang: siehe oben
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Vorsitzender im Radsportclub; Mitglied in einem Tanzverein; seit Jahrzehnten Mitglied bei Greenpeace
Hobbys: Radfahren, Wandern, Musik machen in verschiedenen Bands
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Das Wildenburger Land, der Giebelwald und der Druidenstein, aber es gibt noch viel mehr, natürlich!
Vorbilder: keine, man braucht keine Vorbilder, um sozial gerecht und human zu handeln
Kontaktdaten zur Veröffentlichung:
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Altenkirchen finden Sie hier.
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red) |
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