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| Nachricht vom 19.02.2026 |
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| Politik |
| Kandidat für die Landtagswahl 2026: Lorenzo Catania (Die Linke) |
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| Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Lorenzo Catania (Die Linke) |
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Wahlkreis Montabaur. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Lorenzo Catania (Die Linke).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich habe mich vor allem für soziale Gerechtigkeit, Antirassismus und politische Teilhabe von Migrantinnen und Migranten engagiert. Viele Menschen arbeiten hier, zahlen Steuern, halten den Laden am Laufen - dürfen aber politisch kaum mitentscheiden. Das ist demokratisch nicht haltbar. Außerdem engagiere ich mich bei diversen Kundgebungen und Demonstrationen gegen den in Palästina immer noch stattfindenden Genozid. Unser Kreisverband hat auch dazu beigetragen, Öffentlichkeit für einen Spendenaufruf des Jugendhauses Ransbach-Baumbach herzustellen und damit eine wichtige Bildungsreise in die Normandie möglich gemacht. Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs müssen besonders der Jugend begreiflich gemacht werden. Sie sind unsere antifaschistische Zukunft.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz braucht einen klaren sozialen Kurswechsel. Wohnen, Gesundheit und Mobilität dürfen keine Frage des Geldbeutels oder der Postleitzahl sein. Der ländliche Raum wird seit Jahren vertröstet, während öffentliche Infrastruktur kaputtgespart wird.
Gleichzeitig fehlt eine echte Migrations- und Integrationspolitik, die Teilhabe ermöglicht, statt Ausgrenzung verwalten+t.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Krankenhäuser und Praxen müssen endlich als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge behandelt werden - nicht als Wirtschaftsunternehmen. Das heißt: sichere Finanzierung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal. Im Wahlkreis braucht es den Erhalt wohnortnaher Kliniken, mobile Arztangebote und gezielte Anreize für Ärztinnen und Pflegekräfte, sich langfristig niederzulassen.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Die größten Probleme sind marode Straßen und Brücken, ein unzuverlässiger ÖPNV und Funklöcher. Meine drei Prioritäten:
Massiver Ausbau und Taktverdichtung des ÖPNV, auch abends und am Wochenende.
Sanierung statt Neubau bei Straßen und Brücken - sicher und nachhaltig.
Flächendeckender Glasfaser- und Mobilfunkausbau, besonders in kleinen Gemeinden.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die Rückkehr des Wolfs ist ein Erfolg des Artenschutzes. Konflikte entstehen vor allem dort, wo Weidetiere in wolfsgeeigneten Regionen gehalten werden. Wissenschaftlich ist klar, dass pauschale Abschüsse keine nachhaltige Lösung sind. Entscheidend sind konsequenter Herdenschutz und klare, rechtssichere Regeln. Langfristig braucht es strukturelle Lösungen, um Konflikte zwischen Naturschutz und Weidetierhaltung dauerhaft zu reduzieren.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Öffentliche Investitionen in klimaneutrale Industrie statt Subventionen ohne Auflagen.
Stärkung von Genossenschaften und gemeinwohlorientierten Unternehmen, besonders im ländlichen Raum.
Gezielte Förderung von Start-ups, die soziale und ökologische Probleme lösen - nicht nur Apps für den nächsten Exit.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Klimaschutz und Digitalisierung müssen vor Ort Wertschöpfung schaffen. Das heißt: regionale Energieprojekte, Weiterbildung statt Entlassung, gute digitale Infrastruktur und echte Mitbestimmung der Kommunen. Strukturwandel darf nicht von oben verordnet werden - er muss gemeinsam gestaltet werden.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Mehr Personal, kleinere Klassen, weniger Bürokratie. Lehrkräfte brauchen Entlastung und gute Arbeitsbedingungen. Inklusion braucht echte Ressourcen statt schöner Worte. Digitalisierung heißt nicht Tablets ohne Konzept, sondern funktionierende Systeme und Fortbildungen. Schule muss ein Ort sein, der Kinder und Jugendliche stärkt, und ihnen ein breites Angebot an Aktivitäten anbietet.
Vor allem müssen Schüler endlich ernst genommen werden und mitgestalten dürfen.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Weil sie die einzige ist, die konsequent soziale Gerechtigkeit, Antirassismus und Frieden zusammendenkt - und nicht einknickt, wenn es unbequem wird.
Worüber können Sie lachen?
Über trockenen Humor, Selbstironie und Situationen, in denen Macht sich selbst lächerlich macht.
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden, während die eigentlichen Profiteure unangetastet bleiben. Und wenn politische Entscheidungen an der Lebensrealität der Leute vorbeigehen.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Rheinland-Pfalz führt kommunales Wahlrecht für alle ein, die hier leben
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Zu glauben, dass gute Argumente allein reichen. Politik braucht auch klare Konflikte und Durchhaltevermögen.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Weil ich nicht für Lobbyinteressen kandidiere, sondern für Menschen, die sonst kaum gehört werden. Weil ich klare Positionen vertrete - auch wenn sie unbequem sind. Und weil Demokratie nur dann glaubwürdig ist, wenn alle mitreden dürfen, die diese Gesellschaft tragen.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Dernbach
Geburtsdatum: 4. Oktober 1995
Familienstand: ledig
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Ausbildung zum Fachinformatiker
Politischer Werdegang: Mitglied der Partei Die Linke; Kandidat für den Wahlkreis Montabaur
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: antirassistische Arbeit; Einsatz für Migrantenrechte
Hobbys: Kampfsport, Restaurants entdecken, Programmieren
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Erich-Kästner Realschule, Westerwälder Wälder, nah an der Familie
Vorbilder: Menschen, die sich trotz Widerständen für Gerechtigkeit einsetzen
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: catanialorenzo@proton.me
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red) |
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