WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Nachricht vom 19.02.2026
Politik
Kandidatin für die Landtagswahl 2026: Alexandra Abresch-Cäsar (Bündnis 90/Die Grünen)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Alexandra Abresch-Cäsar (Bündnis 90/Die Grünen)
Alexandra Abresch-Cäsar (Foto: Alexandra Abresch-Cäsar)Wahlkreis Bad Marienberg/Westerburg. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Alexandra Abresch-Cäsar (Bündnis 90/Die Grünen).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Da ich als Lehrerin, Schulseelsorgerin, Präventionsbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch sowie kirchlich engagiert tätig bin, liegen meine Kernthemen in den Bereichen Bildung, Religionspolitik und mentale Gesundheit. In meiner täglichen Arbeit begegne ich Kindern und Jugendlichen mit ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen. Ich begleite und stärke sie - und weiß aus Erfahrung, wie entscheidend verlässliche Strukturen für ein gutes Aufwachsen sind. Diese Erfahrungen möchte ich in politisches Handeln übersetzen.

Darüber hinaus engagiere ich mich für eine Politik, die den ländlichen Raum ernst nimmt und stärkt. Im Westerwald bedeutet das für mich: gute und erreichbare Schulen, eine verlässliche Gesundheitsversorgung, funktionierende Mobilität, der Schutz unserer Natur - und ein respektvolles Miteinander in einer lebendigen Demokratie.

Der Westerwald hat enormes Potenzial und unglaublich viele engagierte Menschen.
Politik heißt für mich deshalb vor allem: zuhören, Probleme ehrlich benennen, Fakten prüfen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die hier vor Ort wirklich funktionieren.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz muss ländlicher, schneller und gerechter gedacht werden. Entscheidungen dürfen nicht an den Bedürfnissen der Menschen im ländlichen Raum vorbeigehen. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr und vereinfachte Vernetzung - etwa bei langwierigen Genehmigungsverfahren -, mehr Tempo bei Infrastruktur und Energiewende sowie eine Politik, die soziale Sicherheit, Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke zusammen denkt, statt gegeneinander auszuspielen.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Gesundheitsversorgung muss wohnortnah und verlässlich sein. Dafür brauchen wir starke Krankenhäuser, mehr Haus- und Fachärzt*innen im ländlichen Raum, bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sowie den gezielten Ausbau von Telemedizin. Medizinische Versorgungszentren und regionale Kooperationen können helfen, Versorgungslücken zu schließen und langfristig abzusichern.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Die größten Herausforderungen sehe ich bei Straßen und Brücken, beim Öffentlichen Personennahverkehr sowie bei den digitalen Netzen. Meine drei Prioritäten:

Sanierung von Straßen und Brücken vor Neubau - Sicherheit geht vor.

Ein verlässlicher ÖPNV im ländlichen Raum, mit besseren Taktungen, flexiblen Rufangeboten und guter Anbindung an die Zentren.

Flächendeckender Glasfaserausbau - schnelles Internet ist heute Daseinsvorsorge.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Der Wolf gehört zu unserer heimischen Natur - gleichzeitig darf die Weidetierhaltung nicht zum Verlierer werden. Ich nehme die Sorgen der Weidetierhalter*innen sehr ernst, halte aber auch eine faktenbasierte Debatte für notwendig. Das Thema wird leider häufig populistisch aufgeladen.

Entscheidend ist ein fairer Ausgleich: wirksamer Herdenschutz, unbürokratische Entschädigungen, klare rechtliche Regeln und eine wissenschaftliche Begleitung. Tierwohl, Naturschutz und die Existenz der Weidetierhaltung müssen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung - sie schaffen sichere Arbeitsplätze vor Ort.

Gezielte Unterstützung von Mittelstand und Start-ups, insbesondere in den Bereichen Energie, Digitalisierung und nachhaltige Produktion sowie die Förderung innovativer Ideen.

Fachkräfte sichern, durch gute Bildung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, attraktive Bedingungen für zugewanderte Fachkräfte und lebenswerte Perspektiven im ländlichen Raum - nach dem Motto: Komm wieder zurück in den Westerwald.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Klimaschutz, Digitalisierung und Fachkräftesicherung dürfen nicht zulasten des ländlichen Raums gehen. Erneuerbare Energien, regionale Wertschöpfung, mobiles Arbeiten und gute Infrastruktur bieten gerade für Regionen wie den Westerwald große Chancen - wenn Politik gezielt investiert, begleitet und langfristig denkt.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Bildung ist die Grundlage für Chancengleichheit. Ich setze mich ein für:
kleinere Klassen und mehr multiprofessionelle Teams,
bessere Gewinnung und spürbare Entlastung von Lehrkräften,
eine inklusive Schule mit ausreichender Unterstützung,
digitale Ausstattung, die pädagogisch sinnvoll eingesetzt wird,
weniger Bürokratie und mehr Zeit für gute Bildung und
entschlackte Lehrpläne mit mehr Raum für heute relevante Inhalte.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidatin antreten:
Bei Bündnis 90/Die Grünen finde ich viele Punkte, die mit meinen Überzeugungen übereinstimmen. Ich sehe Menschen in der Verantwortung füreinander und für die Schöpfung. Die Grünen setzen sich für Klima- und Naturschutz, für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt, starke demokratische Strukturen und soziale Gerechtigkeit ein. Mir ist wichtig, dass Politik nicht mit Angst arbeitet, sondern Lösungen anbietet.

Worüber können Sie lachen?
Ich lache viel und nehme auch mich selbst nicht zu ernst. Humor schadet der Politik nicht - im Gegenteil.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wütend bin ich eigentlich selten. Manchmal frage ich mich, warum sich manche Menschen nicht stärker für eine gute Zukunft für alle einsetzen - sei es im Weltgeschehen oder im Alltag. Das kann verzweifeln lassen. Aber diesem Gefühl möchte ich mich nicht hingeben. Ich glaube fest an das Potenzial der vielen guten, engagierten Menschen, mit denen wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten können.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Klimakrise gelöst, Demokratie gestärkt - Menschheit erwachsen geworden

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Zu glauben, dass gute Argumente allein ausreichen. Politik braucht Geduld, Dialog - und manchmal mehr Zeit, als man sich wünscht.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Weil ich zuhören, vermitteln und anpacken kann. Weil ich den Westerwald kenne und liebe - und mir die Region und die Menschen hier wirklich am Herzen liegen.

________________________

Kurzer Steckbrief

Wohnort:
Geburtsdatum: 1970
Familienstand:

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: 1989: Abitur, Konrad-Adenauer-Gymnasium Westerburg; Studium: Pädagogik und Soziologie (Heidelberg); zwei Jahre Aufenthalt: Côte d'Ivoire, Westafrika; Studium: Französisch, Katholische Theologie, Pädagogik (Mainz), Magisterabschluss; Berufserfahrung: Langjährige Gastronomieerfahrung, unter anderem Restaurantleitung Pomp/Heiliggeist Mainz; Lehrtätigkeit: Realschule Wörstadt, Realschule Bad Marienberg; 2006: Geburt meiner Tochter; seit 2007: Lehrerin für Französisch und Katholische Religion am Privaten Gymnasium Marienstatt; Weitere Funktionen: Schulseelsorgerin, Präventionsbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch
Politischer Werdegang:
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Tierrechtsaktivistin (Schwerpunkt christliche Tierethik); TIWIS - Christlicher Arbeitskreis Tiere und Wir; Pfarrgemeinderat Pfarrei Liebfrauen Westerburg; Firmunterricht; Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt; Sprecherin LAG Christinnen RLP; Sprecherin BAG Christ*innen/Religionen bei Bündnis 90/Die Grünen

Hobbys: Haustiere, Sport, Lesen, Musik, Gesellschaftsspiele
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Kloster Marienstatt, Holzbachschlucht, Seenplatte
Vorbilder: Menschen, die Verantwortung übernehmen - insbesondere aus ihrem Glauben oder einer ethischen Überzeugung heraus
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: alexandra.abresch-caesar@gruene.de; Instagram https://www.instagram.com/alexandra.abreschcaesar?igsh=MTFyaWFrZHZvdXRvZQProzent3DProzent3D&utm_source=qr; TikTok https://www.tiktok.com/@alexandracsar4?_r=1&_t=ZG-93OscKJdqHx

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
Nachricht vom 19.02.2026 www.ww-kurier.de