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Nachricht vom 19.02.2026
Politik
Kandidat für die Landtagswahl 2026: Patrick Häbel (FDP)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Patrick Häbel (FDP)
Patrick Häbel (Foto: Patrick Häbel)Wahlkreis Bad Marienberg/Westerburg. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Patrick Häbel (FDP).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich engagiere mich dafür, dass Menschen und Betriebe im ländlichen Raum mehr Freiheit, weniger Bürokratie und echte Perspektiven bekommen. Besonders Mittelständler, Unternehmer und Handwerker.

Standort sichern, Infrastruktur ausbauen und erneuern, schnellere Verfahren, digitale Netze ausbauen und stabilisieren als Grundlage für den betrieblichen Erfolg.

Ich verfolge das Ziel, Ausbildungs- und Aufstiegschancen zu erhöhen, berufliche Bildung zu stärken, Karrieren über Ausbildung, oder Meisterabschlüsse attraktiver zu machen. Ich sehe den Staat als Ermöglicher, nicht als Zögerer. Entscheidungen und Umsetzung müssen beschleunigt werden.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
RLP braucht eine Regierung, die ermöglicht statt bremst, damit sich Leistung wieder lohnt und Betriebe investieren.

Einfach gesagt: Bürokratie runter, Tempo rauf, schnellere Genehmigungen, praxistaugliche Regeln, weniger Formulare- und Dokumentationspflichten.
Fachkräfte sichern, indem berufliche Bildung vorangetrieben wird. Meisterwege und Ausbildungen in den handwerklichen Bereichen in RLP müssen attraktiver gestaltet werden.

Infrastruktur für die Wirtschaft bestmöglich gestalten: Straßen/Brücken bauen und sanieren und die digitale Versorgung mit Glasfaser und Mobilfunk sicherstellen.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Ich will Qualität statt Masse, nicht jedes Krankenhaus kann alles, aber jede Patientin und jeder Patient muss schnell die richtige, leistungsfähige Versorgung erhalten.
Qualitätsorientierte Krankenhausplanung: Differenziert planen und finanzieren, Wettbewerb um Versorgungsqualität, Fehlanreize abbauen.

Notfallversorgung in der Fläche absichern, klare Hilfsfristen (10 Minuten qualifizierte Erstversorgung/15 Minuten Notarzt) sowie First-Responder-Systeme.
Vernetzen statt zersplittern: Telemedizin nutzen, damit die medizinische Versorgung nicht an Terminen und Mobilität scheitert.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Für Handwerk und Mittelstand ist die Infrastruktur kein Nice-to-have, sondern Produktivität: Anfahrt, Lieferketten, Fachkräftewege, Erreichbarkeit für Kunden.

Brücken- und Sanierungsprogramm, sowie Planungskapazitäten hochfahren (schneller sanieren und ersetzen).

Baustellen beschleunigen: Ausschreibungen so gestalten, dass schnelles, fristgerechtes Bauen bei Qualität belohnt wird.

ÖPNV in der Fläche flexibilisieren, bessere digitale Fahrgastinformationen.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Ich will Weidetierhaltung sichern und zugleich Naturschutz ernst nehmen. Sollte der Wolf wiederholt Schaden verursachen, braucht es ein konsequentes Management. Der Wolf soll als Wildtier aktiv gemanagt werden, das heißt, Schutzmaßnahmen fördern, aber realistisch. Wo das nicht reicht, müssen auch gezielte Entnahmen möglich sein.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Arbeitsplätze entstehen besonders im Handwerk, im industriellen Mittelstand und bei Gründungen. Das Handwerk wird durch Meisterbriefe als Qualitätssiegel und das Attraktivhalten von Ausbildungs-/Meisterwegen gestärkt.

Nachfolge im ländlichen Raum gezielt über Netzwerke und Kammern unterstützen und diese bei der Umsetzung stärken. Auch besonders im Blick auf Fachkräfte.

Investitionen in Innovation/Gründungen erhöhen, Start-up-Förderung ausbauen und bürokratische Hindernisse beseitigen.

Der Staat soll nicht Unternehmer spielen, aber er soll Unternehmertum möglich machen.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Strukturwandel gelingt, wenn wir Wertschöpfung in der Fläche halten. Handwerk + Mittelstand, sowie moderne Infrastruktur.

Berufliche Bildungs- und Aufstiegschancen sind das Mittel. Darum sind wir für ein Handwerkergymnasium, Technikerschulen, Meister-BAföG und duale Karrierewege, welche im Westerwald schon vereinzelt angeboten werden.

Innovations-Ökosysteme für KMU, in Zusammenarbeit mit anderen Firmen und den Behörden. Dabei braucht es keine erdrückenden Vorgaben, denn die Unternehmen bei uns wollen nachhaltig und umweltbewusst arbeiten, jedoch ohne den erhobenen Zeigefinger des Staates.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Wir brauchen Unterrichtsqualität und zugleich echte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, weil ohne Ausbildung und Handwerk der Wohlstand nicht zu halten ist.

Berufsbildende Schulen gilt es zu stärken und die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen zu ermöglichen. Pilotprojekte, wie beispielsweise Handwerkergymnasien, ins Leben rufen, sowie Technikerschulen fördern. Insgesamt möchte ich Talente früh ans Handwerk heranführen.

Außerdem brauchen wir reduzierte Bürokratie, um junge Gründer besser zu fördern, zum Beispiel mit bürokratiefreien Gründungsjahren.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Weil ich an Freiheit, Eigenverantwortung und Aufstieg durch Leistung glaube und daran, dass der Staat Menschen stark machen soll, nicht abhängig.

Worüber können Sie lachen?
Über mich selbst und ich sehe mir gerne Comedyshows an (Torsten Sträter, Till Reiners, Heute Show…)

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn Bürokratie Betriebe und das Ehrenamt ausbremst und die gute Arbeit der engagierten Menschen be- und auch teilweise verhindert.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Westerwald wird Gründer- und Handwerksregion Nr. 1 in RLP - dank schneller Verfahren, guter Ausbildung und starker Infrastruktur

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Dass gute Argumente allein ausreichen. Menschen wollen zuerst wissen, ob man zuhört und ob Politik spürbar besser wird. Gerade bei Bürokratie, Infrastruktur und Versorgung

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Weil ich für einen Westerwald stehe, in dem Handwerk und Mittelstand Rückenwind bekommen, die medizinische Erstversorgung auf Qualität setzt und der Staat ermöglicht und nicht bremst.

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Kurzer Steckbrief

Wohnort: Unnau
Geburtsdatum: 15. Mai 1983
Familienstand: verheiratet

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Ich bin gelernter Finanzwirt beim Finanzamt Hachenburg, anschließend war ich im Grundwehrdienst und danach habe ich in unserem Familienbetrieb, einer Schilderfabrikation, gearbeitet und diesen auch übernommen. Seit 2020 bin ich geschäftsführender Gesellschafter der Häbel Invest GmbH.
Politischer Werdegang: Gemeinderat Unnau 2014 bis 2019; als Beigeordneter von 2016 bis 2019; seit Februar 2025 Mitglied der FDP und dort stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes Hoher Westerwald
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Vorstandsmitglied im AMC Unnau; Fahrer des Bürgerbusses in Bad Marienberg seit 2020

Hobbys: Wandern und Radfahren
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Wildpark in Bad Marienberg, Wiesensee, Dreifelder Weiher
Vorbilder: Charly Munger, Arnold Schwarzenegger
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: patrick.haebel@fdp-westerwald.de

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
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