WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Nachricht vom 19.02.2026
Politik
Kandidat für die Landtagswahl 2026: Mazlum Günes (Die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Mazlum Günes (Die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer)
Mazlum Günes (Foto: Röder-Moldenhauer)Wahlkreis Bad Marienberg/Westerburg. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Mazlum Günes (Die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich habe mich politisch engagiert, seit Anfang der Pandemie. Denn ich habe gemerkt, wie wichtig politische Mitgestaltung und offene Diskussionen sind. Viele Menschen hatten das Gefühl, nicht ausreichend gehört zu werden. Statt nur Kritik zu äußern, wollte ich Verantwortung übernehmen und selbst aktiv werden. Mein Ziel war von Anfang an, Politik wieder näher an den Alltag der Bürger zu bringen und praktische Lösungen statt theoretischer Debatten in den Mittelpunkt zu stellen.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz braucht schnellere Entscheidungen und weniger Bürokratie. Viele Projekte scheitern nicht am politischen Willen, sondern an langen Verfahren und komplizierten Zuständigkeiten. Infrastruktur, Energieversorgung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen stärker priorisiert werden, damit Bürger und Betriebe wieder Planungssicherheit bekommen. Besonders der ländliche Raum darf nicht weiter abgehängt werden.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum steht zunehmend unter Druck. Pflegekräfte und medizinisches Personal brauchen bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung, damit der Beruf langfristig attraktiv bleibt. Gleichzeitig müssen gezielte Anreize geschaffen werden, damit sich Haus- und Fachärzte wieder verstärkt im ländlichen Raum niederlassen. Lange Wartezeiten und fehlende Arzttermine dürfen keine Normalität werden.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
In meinem Wahlkreis sind viele Straßen sanierungsbedürftig, der öffentliche Nahverkehr ist oft unzureichend und der Schienenausbau kommt zu langsam voran. Pendler und Schüler spüren diese Probleme täglich. Priorität haben für mich die Sanierung wichtiger Verkehrswege, der Ausbau der Schieneninfrastruktur sowie eine bessere Anbindung der Gemeinden an Bus- und Bahnverbindungen, damit Mobilität auch im ländlichen Raum zuverlässig funktioniert.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Naturschutz und Landwirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Zusammenleben von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf muss grundsätzlich möglich sein. Zunächst sollten Schutzmaßnahmen wie geeignete Zäune, technische Unterstützung und staatliche Hilfen für Landwirte konsequent umgesetzt werden. Eine Entnahme einzelner Tiere halte ich erst dann für vertretbar, wenn ein dauerhaftes Zusammenleben nicht mehr gewährleistet werden kann und wiederholt Schäden entstehen.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Mein erster Schwerpunkt ist der Abbau von Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren, damit Unternehmen investieren können. Zweitens müssen kleine und mittelständische Betriebe gezielt entlastet werden, da sie das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Drittens braucht es stärkere Förderung von Innovation, Digitalisierung und Unternehmensgründungen, damit neue Arbeitsplätze entstehen und junge Fachkräfte im Land bleiben.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Klimaschutz, Digitalisierung und wirtschaftlicher Wandel dürfen nicht dazu führen, dass ländliche Regionen an Bedeutung verlieren. Deshalb müssen digitale Netze, Verkehrsanbindungen und Energieversorgung gezielt ausgebaut werden. Gleichzeitig braucht es Förderprogramme für regionale Betriebe und Ausbildungsplätze vor Ort, damit junge Menschen Perspektiven in ihrer Heimat sehen.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Das Bildungssystem sollte stärker auf Verständnis und individuelle Stärken setzen statt auf reines Auswendiglernen. Lehrkräfte müssen entlastet und Schulen moderner ausgestattet werden. Digitalisierung, Berufsorientierung und praxisnahe Inhalte sollten stärker gefördert werden, damit Schüler besser auf Ausbildung, Studium und Arbeitsleben vorbereitet sind. Ziel muss eine Schule sein, die Motivation schafft statt Überforderung.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich habe mich für diese Partei entschieden, weil ich dort meine politischen Überzeugungen stärker vertreten sehe und eine Politik unterstützen möchte, die sich konsequent am Alltag der Menschen orientiert. Für mich stehen soziale Verantwortung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine friedensorientierte Politik im Mittelpunkt.

Worüber können Sie lachen?
Über gemeinsame Zeit mit meiner Familie und über Gespräche mit Menschen, bei denen man merkt, dass gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt noch vorhanden sind. Solche Begegnungen zeigen mir, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt weiterhin möglich ist.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Ungerechtigkeit und wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden, obwohl gemeinsame Lösungen möglich wären. Politik sollte Probleme lösen und Menschen zusammenbringen, nicht neue Konflikte schaffen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Zusammenhalt stärkt unser Land

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ich habe unterschätzt, wie langsam politische Veränderungen innerhalb großer Strukturen stattfinden. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Geduld, klare Überzeugungen und langfristiges Engagement notwendig sind, um wirklich etwas zu verändern.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich komme nicht aus der Berufspolitik, sondern aus dem Alltag der Menschen und kenne die Sorgen von Familien, Arbeitnehmern und Betrieben aus eigener Erfahrung. Ich möchte Politik wieder näher an die Bürger bringen und mich für funktionierende Infrastruktur, gute Bildung, eine verlässliche Gesundheitsversorgung und starke wirtschaftliche Perspektiven einsetzen.

________________________

Kurzer Steckbrief

Wohnort: VG Bad Marienberg
Geburtsdatum: 2002
Familienstand: verheiratet

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Gastronomie und Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann
Politischer Werdegang: CDU-Vorstand, danach Wechsel zur Gerechtigkeitspartei
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Politik

Hobbys: Fußball, Boxen
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Basaltpark Bad Marienberg, Schloss Westerburg, Nistertaler Brücke
Vorbilder: mein Vater, Helmut Schmidt und Jürgen Todenhöfer
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: mazlum.guenes@gerechtigkeitspartei.de

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
Nachricht vom 19.02.2026 www.ww-kurier.de