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| Pressemitteilung vom 06.02.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| KI-Technologie unterstützt Polizei in Rheinland-Pfalz bei der Verbrechensbekämpfung |
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| Manipulierte Bilder stellen die Polizei vor immer größere Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, setzt Rheinland-Pfalz auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), um die Aufklärung von Verbrechen zu verbessern. |
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Mainz. Manipulierte Bilder im Internet erschweren zunehmend die Ermittlungsarbeit der Polizei. In Rheinland-Pfalz soll nun ein Deepfake Detector eingesetzt werden, um digital manipulierte Inhalte effizienter zu identifizieren. Diese KI-gestützte Anwendung ermöglicht es, große Mengen an Bildern per Drag-and-Drop in eine Suchmaske zu laden und innerhalb von Sekunden zu analysieren, ob es sich um Fälschungen handelt. Falsche Bilder werden rot umrandet, während echte grün markiert werden. Die Analyse basiert auf Auffälligkeiten in der Bildstruktur.
Tobias Wirth vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) erklärt: "Deepfakes werden immer genauer und es wird schwerer, sie zu erkennen. Auch gute Augen werden nicht ausreichen." Innenminister Michael Ebling berichtet von einer Zunahme digitaler Bildmanipulationen, die zur Diskreditierung, Verschleierung von Straftaten und Verbreitung extremistischer Propaganda genutzt werden. Besonders in der sexualisierten und politisch motivierten Kriminalität sind Ermittler zunehmend gefordert.
Mario Germano, Präsident des Landeskriminalamts (LKA), ergänzt, dass Polizeiarbeit oft mit der Auswertung riesiger Datenmengen beginnt. Der gezielt entwickelte Deepfake Detector soll hierbei unterstützen. Obwohl Menschen bekanntes Wissen kontextualisieren können, erkennt die KI Muster, die dem menschlichen Auge entgehen, so Wirth. Dies umfasst etwa feine Unstimmigkeiten auf Pixelebene.
Gerichtlich nicht verwertbar
Allerdings warnt Wirth: "KI-Erkenner sind oft Blackbox-Systeme. Sie bestimmen mit einer Wahrscheinlichkeit, ob es sich um ein Deepfake handelt, aber sie liefern nicht unbedingt eine Erklärung mit, warum." Vor Gericht sei das problematisch, da nachvollziehbare Beweise benötigt werden. Die endgültige Entscheidung bleibt bei den Polizisten, betont der Innenminister. Die KI macht die Arbeit effizienter, ersetzt sie jedoch nicht.
Ab März startet ein Pilotbetrieb im Polizeipräsidium Rheinpfalz, um speziell bei der Ermittlung von Kinderpornografie Unterstützung zu bieten. Erkenntnisse daraus fließen in die Weiterentwicklung zum landesweiten Einsatz ein. Das LKA hofft auf einen schnellen Zugang für alle Ermittler. Die Anwendung ist eine Eigenentwicklung des Landeskriminalamts und des Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik, um die Sicherheit sensibler Daten zu gewährleisten.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt das Vorhaben und fordert zusätzliche Investitionen in leistungsfähige Serverkapazitäten sowie den Ausbau polizeilicher IT-Systeme für einen stabilen, flächendeckenden Einsatz des Deepfake Detectors.
(dpa/bearbeitet durch Red) |
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