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| Pressemitteilung vom 06.02.2026 |
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| Region |
| Feuchtmulde für Wasserrückhalt und Biodiversität in Ortsgemeinde Hahn am See angelegt |
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| In der Ortsgemeinde Hahn am See wurde eine Feuchtmulde angelegt, die gleich zwei Ziele verfolgt: den Wasserrückhalt und die Förderung der Biodiversität. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge. |
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Hahn am See. Durch die Neuanlage einer Feuchtmulde im Quelleinzugsgebiet des Kälberbachs hat die Ortsgemeinde Hahn am See gemeinsam mit einigen Akteuren einen kleinen Beitrag zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge und zugleich zur Förderung der örtlichen Biodiversität geleistet. So wurde im vergangenen Herbst im gemeindeeigenen Wald von Hahn eine Retentionsfläche für den Wasserrückhalt sowie für wassergebundene Insekten und andere Arten, wie Grasfrosch, Bergmolch, Mosaiklibelle und viele mehr geschaffen. Auch wenn es sich bei der Neuanlage um einen sogenannten Himmelsteich handelt, der mit rund 30 Quadratmetern Fläche und einer geringen Tiefe von meist weniger als einem Meter keinen großen Beitrag zum Wasserrückhalt bietet, so möchten die Akteure mit der Maßnahme ein Zeichen setzen, wie mit wenigen Mitteln trotzdem etwas für die lokale Hochwasser- und Starkregenvorsorge und zugleich für die örtliche Biodiversität getan werden kann.
Planung der Feuchtmulde
Vorausgegangen dieser Idee waren zwei Dinge: Zum einen hatte die Verbandsgemeinde (VG) Wallmerod durch die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg eine umfängliche Biodiversitätsstrategie erarbeiten lassen, in der unter anderem auch konkrete Flächen für die Anlage und Renaturierung von Kleinstgewässern erarbeitet wurden. So konnte der Naturschutzreferent der Stiftung, Philipp Schiefenhövel, zügig einen geeigneten Standort für die Neuanlage der Feuchtmulde vorschlagen, als er vom Vorsitzenden des Naturschutzvereins Hahn, Edelbert Lemke, darauf angesprochen wurde.
Des Weiteren wurde im Auftrag der VG Wallmerod ein umfängliches Hochwasser- und Starkregenkonzept erarbeitet, in dem der Regenrückhalt oberhalb der Ortsgemeinden im Quelleinzugsgebiet der Bäche eine wichtige Rolle spielt. Die Unterhaltungspflicht solcher Gewässer dritter Ordnung obliegt den Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde und wird von der Klimaschutzmanagerin Lina Braun betreut.
Mit der aktuellen Neuanlage der Feuchtmulde beziehungsweise des temporären Kleinstgewässers im Quellbereich des Kälberbachs konnten somit gleich zwei Ziele verfolgt werden.
Einen weiteren Beitrag konnte der Forstrevierleiter Günter Müller, durch seine Ortskenntnisse und Expertise im Hinblick auf den Wasserrückhalt im Forst leisten und zu guter Letzt Volker Haas, der mit seinem Bagger die Umsetzung und Anlage der Feuchtmulde finanzierte und selbstständig umsetzte.
Mehr Biodiversität als stehende Gewässer
Dadurch, dass die neue Mulde an keinen Wassergraben oder Bachzulauf angeschlossen ist, hat sie sich im Laufe des Winters durch Regenwasser gefüllt. Auch im Sommer sollte die Mulde bei Starkregenereignissen einiges Wasser auffangen können. Durch den angestrebten wechselnden Wasserstand und das zeitweise Austrocknen der Feuchtmulde ist auch der Artenvielfalt gedient, denn solche dynamisch in der Wasserführung wechselnde Biotope weisen oft eine höhere Artenvielfalt auf als stehende Gewässer. In diesen stellen sich nach einiger Zeit oft Fische und räuberische Wasserinsekten wie Libellen ein, die dann wiederum zu einer Dezimierung anderer Tümpelbewohner, wie Grasfrosch- und Molchlarven, Köcherfliegen und weiteren führen.
Somit hoffen die beteiligten Akteure rund um die Ortsbürgermeisterin von Hahn, Doris Frink, dass die hier vorgestellte Aktion Nachahmung findet und auch andere Ortsgemeinden und Gruppen animiert, sich für den eigenen Wasserrückhalt sowie die Biodiversität vor Ort zu engagieren. (PM) |
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| Pressemitteilung vom 06.02.2026 |
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