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| Nachricht vom 24.01.2026 |
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| Region |
| Hachenburger Schule tritt Netzwerk gegen Rassismus bei |
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| Die Realschule plus und Fachoberschule „Hachenburger Löwe“ gehören ab sofort dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an. Das Zertifikat und die Ernennungstafel übergab Pierre-Marc Hartenfels, Regionalkoordinator „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ Koblenz-Mittelrhein, im Rahmen einer Feier mit geladenen Ehrengästen in der Rundsporthalle. |
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Hachenburg. Bei dieser besonderen Veranstaltung mit dabei waren auch die beiden Projektpaten: der Fußball-Nationalspieler und Europameister Cacau und die DFB-Nationalspielerin Lisanne Gräwe.
Hartenfels gratulierte der Schule für die Aufnahme in das Netzwerk. Die Entscheidung für diesen wichtigen Schritt setze ein klares Zeichen für Haltung und Verantwortung. Damit trete die Schule aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Die Anbringung der Tafel an der Schule bedeute nicht, dass es an dieser Schule kein Rassismus oder Diskriminierung gebe. „Rassismus ist ein strukturelles Problem, von dem sich niemand einfach freisprechen kann“, betonte Hartenfels. An die Schülerinnen und Schüler gerichtet sagte er: „Was ihr jedoch getan habt, ist, euch bewusst dafür zu entscheiden, Courage zu zeigen und ein Versprechen zu geben“, führte er aus. Damit versprechen die Schülerinnen und Schüler, sich aktiv einzusetzen gegen Rassismus, andere Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung sowie zugleich für Vielfalt, Respekt und ein solidarisches Miteinander. Unterstützung erhalte die Schule von den Projektpaten und ihm als Regionalkoordinator.
Anschließend wurden die beiden Projektpaten zusammen mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Hachenburg, Gabriele Greis, und Landtagspräsident Hendrik Hering interviewt. Das Interview führten die beiden Schülerinnen der Sozial-AG Serpil und Larissa. Zunächst wurden die Vier nach ihren Erfahrungen mit Rassismus gefragt. Cacau berichtete, dass er bereits in seinem Heimatland Brasilien aufgrund seiner Hautfarbe Rassismus erfahren habe. Zudem stamme er aus ärmlichen Verhältnissen, was ebenfalls zu Diskriminierung geführt habe. Lisanne Gräwe erklärte, dass sie nie Rassismus erfahren habe. „Mensch ist Mensch“, sagte die Fußballerin. Sie sei in einer offenen und toleranten Familie aufgewachsen.
Von Ausgrenzung und Abgrenzung sprach VG-Bürgermeisterin Greis. Ausgrenzung und Diskriminierung habe nicht immer mit Herkunft, Hautfarbe oder Religion zu tun. Sie habe in ihrem Umfeld viele Menschen, die nicht dem Mainstream entsprechen würden und daher Diskriminierung erfahren hätten. „Wir sind alle gleich viel wert“, bekräftigte sie. Landtagspräsident Hering teilte seine Erfahrungen, die er bei der Betreuung von Asylbewerbern gemacht hatte, mit den Anwesenden. Er berichtete von eingeschüchterten und ängstlichen Kindern, die sich nicht willkommen gefühlt hätten in Deutschland. Hering sprach den ersten Paragrafen des Grundgesetzes an und sagte, dass alle Menschen die gleichen Chancen verdient hätten. Das sei einer der Werte der Demokratie.
Im Anschluss an das Interview wurden die Ehrengäste und die Paten in zwei Teams eingeteilt, die beim Dart-Fußball gegeneinander antraten. Plötzlich wurden aus Erwachsenen Jugendliche, die in einem Wettkampf miteinander konkurrierten und dabei viel Spaß hatten. Da in einem Wettbewerb nur einer gewinnen kann, ging der erste Platz an das Team um den Fußballer Cacau. Nach einer kurzen Pause wurde die Tafel an der Schule angebracht und ein Puzzle mit wichtigen Werte-Wünschen der Schülerinnen und Schüler in einer Schautafel im Eingangsbereich der Schule ausgestellt. Zum Abschluss der Veranstaltung pflanzten Cacau und Gabriele Wieland als Vertreterin des Landrats eine Elsbeere als Wertebaum.
Musikalisch wurde die Veranstaltung durch das Schulorchester unter der Leitung von Musiklehrer Jens Köhler begleitet. |
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