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Nachricht vom 17.01.2026
Rheinland-Pfalz
Täuschung und Erpressung: Wie falsche Polizeibeamte Millionen erbeuten
In Rheinland-Pfalz verursachen Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben, erhebliche finanzielle Schäden. Oftmals sind ältere Menschen von Betrug durch angebliche Polizisten betroffen.
Polizei (Foto: Matthias Bein/dpa)Rheinland-Pfalz. Angebliche Polizisten haben im ersten Halbjahr 2025 in Rheinland-Pfalz einen Schaden von mehr als 1,44 Millionen Euro verursacht. Innenminister Michael Ebling (SPD) berichtete in Mainz, dass diese Summe bereits den Wert des gesamten Jahres 2024 übersteigt, als der Schaden durch solche Betrugsfälle bei 1,34 Millionen Euro lag. Im Jahr 2024 versuchten Kriminelle 251 Mal, Menschen in Rheinland-Pfalz zu betrügen, wobei sie in 44 Fällen erfolgreich waren. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 45 solcher Fälle registriert, von denen 27 vollendet wurden. Drei Tatverdächtige wurden in diesen Zeiträumen rechtskräftig verurteilt.

"Schockanrufer" fallen aus Statistik
Die Statistik unterscheidet mittlerweile zwischen dem Phänomen "falsche Polizisten" und "Schockanruf", was laut Ebling zu einer deutlichen Verringerung der Fallzahlen im Vergleich zu früheren Auswertungen führte. In der polizeilichen Kriminalstatistik wird das Phänomen "falscher Polizeibeamter" wie folgt definiert: "Unter Vorspiegelung des Anrufenden, eine Polizeibeamtin oder ein Polizeibeamter zu sein, wird die oder der Geschädigte dazu veranlasst, Bargeld oder Wertsachen zum 'Zwecke der Sicherung' zu übergeben."

Menschen werden unter Druck gesetzt
Bei diesen Betrugsfällen setzen die Täter Bürger unter Druck, indem sie gefälschte Anrufe tätigen - etwa mit der Notrufnummer 110 - oder vermeintlich echte automatische Ansagen von Behörden wie Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt verwenden. Die Gespräche drehen sich um angebliche Ermittlungen gegen die Angerufenen oder deren Verwandte wegen Problemen mit Bankkonten, Ausweisen oder Straftaten.

Wer keine Auskunft gibt, dem drohen die Betrüger laut Ermittlern und Verbraucherschützern mit Haftstrafen. Oft fordern sie ihre Opfer auf, Geld auf Auslandskonten oder Konten für Kryptowährungen zu überweisen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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